Es läuft alles „rund“ in Oegenbostel

Drei Generationen in der FFW Oegenbostel: Karsten Helms (v. l.), sein Sohn René und Senior Horst Helms. Foto: B. Stache
 
In Anwesenheit von Jens Kahlmeyer (v. l.) leitet Ortsbrandmeister Guido Plesse die Jahreshauptversammlung der FFW Oegenbostel, an der auch sein Stellvertreter Jürgen Biester teilnimmt. Foto: B. Stache

Freiwillige Feuerwehr setzt auf Kameradschaft und Können

Oegenbostel (st). „Schön, dass es hier so rund läuft“, lobte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer am Samstagabend während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Oegenbostel. Vor seinem Grußwort hatte die unkomplizierte Wiederwahl aller Funktionsträger der Ortsfeuerwehr stattgefunden. Kahlmeyer erläuterte unter anderem die Bedeutung der Kameradschaftspflege, beispielsweise durch Teilnahme an Feuerwehrwettbewerben. Zur Stärkung der Gemeinschaft gehöre auch das gemeinsame Feiern. Dies sei auch ortsübergreifend wichtig, „wenn man sich dann bei einem Einsatz wieder trifft“, betonte der stellvertretende Gemeindebrandmeister. Im zurückliegenden Jahr hat es 175 Einsätze auf Ebene der Gemeindefeuerwehr gegeben. Die gemeinsame Ausbildung der Wedemärker Feuerwehren nach einheitlichen Konzepten habe sich bewährt und werde in Zukunft fortgesetzt. Zur Atemschutz- und Führungskräfteausbildung kommt die Motorsägenausbildung mit professionellen Ausbildern aus den eigenen Reihen neu hinzu, kündigte Kahlmeyer an. Der Oegenbosteler Ortsbrandmeister Guido Plesse hatte zu Beginn der Versammlung im Feuerwehrgerätehaus, an der 13 Aktive teilnahmen, Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler, den Vorsitzenden des Ausschusses für Feuerschutz und Öffentliche Ordnung Jürgen Benk und Jens Kahlmeyer namentlich begrüßt. In seinem Jahresbericht erwähnte Plesse auch die Mitgliederstruktur. Die FFW Oegenbostel hat 85 Mitglieder: 22 Aktive, vier davon sind Feuerwehrfrauen. Zur Jugendfeuerwehr gehören drei Jungs und ein Mädchen. 15 Altersmitglieder sowie 44 Passive sind ebenfalls fester Bestandteil der FFW Oegenbostel. „Zusammengehörigkeit zeichnet die Feuerwehr aus“, erklärte Ortsbrandmeister Guido Plesse, der auch die Funktion des Atemschutzbeauftragten inne hat. Die Pflege der Kameradschaft und das intensive Üben von Arbeitsabläufen bei Brand- und Rettungseinsätzen sind für ihn unabdingbare Voraussetzungen für eine funktionierende Feuerwehr. Es folgten die Berichte einzelner Funktionsträger: Henning Schmidtmann als Sicherheitsbeauftragter, Geräte- und Jugendwart Karsten Helms sowie Horst Helms als Sprecher der Alterskameraden. In ihrem Grußwort drückte Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler ihre Freude aus über „die so aktive Wehr“, die sich neben dem eigentlichen Löschen und anderen feuerwehrspezifischen Aufgaben auch ganz viel für das Dorf einsetzt. Vorsitzender Jürgen Benk berichtete aus dem Feuerschutzausschuss und erinnerte an die erfolgreichen Gründungen einzelner Kinderfeuerwehren in der Wedemark. „Wir sind alle überrascht von der hohen Zahl an Kindern, die dazu spontan ´ja` gesagt haben. Das macht uns allen Mut und wir können positiv in die Zukunft sehen.“ Mit Blick auf das Erscheinungsbild der FFW nach außen erklärte Benk: „Feuerwehr ist attraktiv, muss aber noch ein bisschen attraktiver werden.“ Hierzu arbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe der Gemeinde Wedemark mit einer Werbeagentur aus Bad Oeynhausen zusammen, die den Prozess der Imageaufwertung aktiv begleiten soll. Die für 2015 geplante Umsetzung werde der Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke mit den Ortsbrandmeistern besprechen, so Benk. „Feuerwehr ist mehr als nur Bratwurst am Osterfeuer, sondern sie ist der Teil, der Leben rettet sowie Sach- und Wertgegenstände schützt“, machte er deutlich. Jens Kahlmeier überreichte am Abend dem Oegenbosteler Hauptlöschmeister Jürgen Biester das „Feuerwehrehrenzeichen für 40-jährige Verdienste“ vom Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius sowie Glückwünsche von Regionspräsident Hauke Jagau. Guido Plesse beglückwünschte Herbert Goerland zum Feuerwehrmann des Jahres und beförderte René Helms zum Feuerwehrmann. Der 18-Jährige befindet sich in der Berufsvorbereitung (BVB) für einen Handwerksberuf. „Mit acht Jahren bin ich in die Jugendfeuerwehr eingetreten“, erinnert er sich. Mit 17 wechselte er als Aktiver in die FFW Oegenbostel. „Meine Motivation für den ehrenamtlichen Einsatz in der Feuerwehr sind Kameradschaft und technische Herausforderungen.“ Sein Vater Karsten, der heutige Jugend- und Gerätewart, gehört seit 1986 der FFW an. „Mein 75-jähriger Vater Horst ist schon seit 1957 dabei“, erklärte Karsten Helms zur Geschichte seiner feuerwehrbegeisterten Familie. Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oegenbostel nahm Ortsbrandmeister Guido Plesse noch den Vorschlag auf, sich einmal Gedanken über die Gründung einer Kinderfeuerwehr zu machen.