Es summte wie im Bienenstock

Imker Martin Becker und Kaufmann Norbert Zwingmann freuten sich über das Interesse der Kinder an den Schaubienen und ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Foto: A. Wiese
 
Am Ende der praxisnahen „Unterrichtsstunde" überprüfte Martin Becker, was die Schüler von den Informationen behalten haben. Foto: K. Strauch

REWE lud Imker zu Infoveranstaltung mit Kindern ein

Mellendorf. (ks). „ Woran erkennt man denn eine Königin?“, fragte Ayla aus der Klasse 3a von Judith Soldo Imker Martin Becker. Zusammen mit zwei weiteren Klassen der Grundschule Mellendorf und einigen Kindergartenkindern waren die Grundschüler auf Einladung von REWE-Marktleiter Norbert Zwingmann zu einer Informationsveranstaltung über Honig, Bienen und Imkerei zum REWE-Markt gekommen. Zwingmann hatte die Schüler im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche bei REWE eingeladen, sich bei Imker Martin Becker aus Grethem schlau zu machen. Becker, der früher in Bennemühlen wohnte und imkerte, beliefert den Markt seit acht Jahren mit seinem eigenen Honig. Selbst Vater von zwei kleinen Mädchen, kann er nicht nur gut erklären, sondern hat auch ganz offensichtlich Spaß daran, den Kindern seine Bienen näher zu bringen. Zurück zur Eingangsfrage: Becker erklärte, dass die Bienenkönigin größer als die anderen ist und einen Punkt auf dem Rücken hat, den er als Imker angebracht hat. Während die Schulkinder sich sofort mutig um den Glasschaukasten mit den Bienen drängten, waren die Kindergartenkinder anfangs noch etwas zurückhaltend. Als alle sich um ein Schaubild mit den Lebenszeiten der Bienen und ihrer Entwicklung setzten, hörten die Kinder Martin Becker aufmerksam zu. „ Was ist denn eine Larve?“, fragte Garib interessiert. Becker antwortete, dass eine Larve ein Entwicklungsstadium der Biene ist und erklärte gleich, dass eine Biene 21 Tage braucht, bis sie voll entwickelt ist und ihre Lebensdauer sechs Wochen beträgt – solange wie die Kinder Sommerferien haben. In ihrem kurzen Bienenleben haben die fleißigen Arbeitsbienen verschiedene Aufgaben wie Saubermachen, füttern oder Flugloch bewachsen. Nachdem die vielen Fragen beantwortet waren, ließ der Imker seinen speziellen Hut rumgehen, den einige Schüler auch einmal aufsetzen durften. Sie schauten sich noch einen leeren Bienenstock an und fragten, was denn passiert, wenn die Bienenkönigin nicht mehr da ist und wie die anderen Bienen das merken. Martin Becker erklärte, dass die Bienen am fehlenden Geruch der Königin merken, dass sie fehlt und sich dann ein Ei aussuchen, dass sie mit besonderem Futter versorgen, um die Königin zu ersetzen. Denn nur das Futter macht aus einer Biene eine Königin. Zum Schluss verteilte Marktleiter Norbert Zwingmann an alle Kinder kleine Gläschen Honig und eine kleine Broschüre, in der erklärt wird, warum die Biene unersetzbar, aber eben nicht unsterblich ist. Da die Bienen jeden Tag aufs neue die Grundlage für das Leben sichert, hat sich REWE in seiner Nachhaltigkeitswoche ausführlich mit den Bienen beschäftigt und damit, wie wichtig sie genau für die Umwelt sind. Sie gehören zum Beispiel mit dem Rind und dem Schwein zu den wichtigsten Nutztieren der Menschen und bestäuben die Nutz- und Wildpflanzen. Laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zahlen sich ihre Bestäubungsleistungen sehr gut aus und werden weltweit mit rund 153 Milliarden Euro beziffert. Da sie den Winter meist gut überstehen, können im Frühjahr sofort viele Bienen mit der Bestäubungsarbeit beginnen. Doch man muss aufpassen, dass die Bienen nicht aussterben, denn ihre Lebensumstände werden durch die vielen Nutzpflanzen immer schwieriger. Sowie auch Martin Becker sind von den 9.465 Imkern 9.441 Freizeitimker und nur 24 betreiben die Imkerei als Vollerwerb.