„Euro und Flüchtlinge drücken EU aktuell“

Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg stellte ges-tern in der Klasse 9.3 der IGS Wedemark beim EU-Projekttag den Schülern die aktuelle Situation der Europäischen Union und ihre Problematiken vor.Foto: A. Wiese

Editha Lorberg beim EU-Projekttag gestern in der IGS Wedemark

Mellendorf (awi). Den EU-Projekttag gestern nutzte die CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktkionsvorsitzende, um einer 9. Klasse der IGS Wedemark die EU und ihre aktuelle Problematik vorzustellen. Europa berühre viele Bereiche, weil viele Gesetze und Erlasse Landesrecht tangierten, so Lorberg, und hier umgesetzt werden müssten. Sie sparte sich bei den Neuntklässlern die Grundzüge der EU zu erläutern und stieg gleich mit Euro- und Flüchtlingsproblematik ein. Keiner der Schüler habe die Mark noch erlebt, alle seien mit dem Euro aufgewachsen. Ihn als europäische Währung einzuführen sei ein großer und richtiger Schritt gewesen, um den Zusammenhalt in der EU zu stärken und im Zahlungsverkehr der Ländern Vergleichbarkeit von Preisen und Leistungen zu garantieren. Doch jetzt sei der Euro in der Krise, weil einige Länder wie zum Beispiel Griechenland getrickst hätten, um in die EU aufgenommen zu werden. So könne es sehr schnell zu einer Schieflage in der EU kommen, warnte Lorberg.
Eine weitere Herausforderung für die EU sei die Flüchtlingspolitik. Noch seien nicht alle Länder in der EU so stabil, dass sie die Belas-tungen durch die Flüchtlinge tragen könnten, aber es ginge mittlerweile auch nicht mehr, dass nur die starken Ländern die Last auf ihren Schultern trügen. Eine Verteilung auf alle Mitgliedsstaaten sei notwendig. Die EU sei sehr freizügig, aber man brauche dringend stabile Grenzen, damit die Krisen nicht auf die EU überschwappten. Editha Lorberg berichtete den Schülern von der aktuellen Situation im Mittelmeer und dass in wenigen Wochen rund 7.000 Flüchtlinge allein über das Mittelmeer nach Europa gekommen seien. Viele kämen auf illegalen Wegen und riskierten dabei ihr Leben. Schleuserbanden organisierten die Flucht und kassierten dafür zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Allerdings würden für den Transport der Flüchtlinge nicht mehr seetaugliche Boote eingesetzt. Die Besatzungen gingen dann auf dem Meer von Bord und die Flüchtlinge würden sich selbst überlassen. Oft verließen sich die Schleuser auch darauf, dass die Patrouillen der EU den Flüchtlingen auf den Booten schon bald zur Hilfe kommen würden und gäben ihnen dementsprechend wenig Wasser und Lebensmittel mit oder sie brächten die Boote absichtlich zum Kentern, um die Retter schnell anzulocken. „Die EU ist in der Verantwortung, etwas zu tun“, so Lorberg und erklärte den Schülern dann noch den Unterschied dieser Flüchtlinge zu den Wirtschaftsflüchtlingen aus dem Kosovo und dem Balkan, in deren Ländern zwar eine stabile politische Lage vorherrsche, die aber aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nach Europa wollten.