„Europa ist nie ganz fertig“

Die Schüler Nico Wolf (von links), Paulina Daebler, Alicia Möhlenbrink und Jean-Pascale Schramke befragen den Europaabgeordneten Bernd Lange. Foto: B. Stache

IGS-Schüler haben viele Fragen an den Europaabgeordneten Bernd Lange

Mellendorf (st). „Wir haben in einer Unterrichtseinheit mit dem zehnten Jahrgang das Thema Europa und Europäische Union behandelt“, erklärte IGS-Lehrerin Carmen Mucha, Didaktische Leitung und Jahrgangsleitung 10, am Freitagvormittag im Forum Campus W. Dort waren die fünf Klassen der IGS-Jahrgangsstufe 10 zusammengekommen, um sich noch einmal dem Thema Europa zu widmen. Das Programm war von den Schülern eigenständig initiiert worden. „Der Schüler Jean-Pascale Schramke hatte die Idee, den Europaabgeordneten Bernd Lange für ein Hearing einzuladen“, so Mucha. Der SPD-Abgeordnete war der Einladung nach Mellendorf gefolgt. „Solche Veranstaltungen mit Schülern mache ich oft und gerne, weil ich der festen Überzeugung bin, dass Europa nur von unten wachsen kann. Menschen, gerade im jugendlichen Alter, sollten sich mit europäischen Themen auseinandersetzen, damit sich dieses Projekt weiterentwickelt“, erklärte Lange zu Beginn. Zwei Schüler der Theaterklasse spielten zunächst den humorvollen Sketch „Das genormte Frühstücksei“. In einer ersten Gesprächsrunde beantwortete der Europaabgeordnete bereitwillig alle Fragen, die von den Schülern Paulina Daebler, Alicia Möhlenbrink, Jean-Pascale Schramke und Nico Wolf an ihn gerichtet wurden. Er habe keine schlechten Erinnerungen an seine Schulzeit. Daher käme er gerne in Schulen, antwortete Lange auf die erste Frage, warum er freiwillig zu dieser Veranstaltung gekommen sei. Er bedankte sich für die Einladung und forderte alle auf, über Europa zu diskutieren. Im weiteren Verlauf sprach Lange über die 24 Amtssprachen der Europäischen Union, die Umgangssprache Englisch im Parlament sowie über seinen beruflichen Werdegang und die politische Arbeit im Europäischen Parlament. Bernd Lange, der elf Jahre als Lehrer am Gymnasium Burgdorf gearbeitet hatte, erwähnte auch die mitunter kontroversen politischen Parlamentsdiskussionen und ging auf die Jugendarbeitslosigkeit ein. „Wenn Jugendliche keine Perspektive haben, werden sie anfällig für populistische Strömungen“, warnte der Politiker. Auf die Frage, was er an seiner heutigen Aufgabe schätzt, erklärte er, dass er den Kontakt zu seinen 750 Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern im Europaparlament besonders mag. „Das ist total spannend und immer wieder faszinierend. Europa wird nur funktionieren, wenn Menschen sich begegnen.“ In einer kurzen Gesprächspause stellte die Europaklasse ihren selbst produzierten Film zum Thema Stromsparen in der Europäischen Union vor. Im zweiten Frageteil sprach Bernd Lange auch über die Bedeutung erneuerbarer Energien. Den aufmerksamen Schülern erklärte er: „Europa ist nie ganz fertig.“ Zum Abschluss der informativen Veranstaltung spielte die Bläserklasse die Europahymne.