Exkursion ins Helstorfer Moor

Dr. Eberhard Gärtner (links) leitet die Exkursion in das Helstorfer Moor mit 20 Teilnehmern.
 
Vor der Exkursion in das Helstorfer Moor erklärt Dr. Eberhard Gärtner (dritter von rechts) im Mooriz am Panorama die Fauna im Otternhagener Moor. Foto: B. Stache

20 Naturliebhaber informieren sich über einzigartige Flora und Fauna

Wedemark (st). Der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest, ein Zusammenschluss regionaler Natur- und Umweltschutzverbände, hatte am Wochenende zu den Moor-Erlebnistagen 2016 in das Moorinformationszentrum (Mooriz) nach Resse eingeladen. Insgesamt fünf Exkursionen in die vier Hochmoore wurden angeboten – Otternhagener, Helstorfer, Bissendorfer und Schwarzes Moor. Die dritte, gut dreistündige Exkursion am späten Sonnabendnachmittag leitete Dr. Eberhard Gärtner von der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore (FAM). Mit 20 interessierten Naturliebhabern, darunter Dr. Annemarie Schacherer vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), machte er sich auf den Weg ins Helstorfer Moor. Zuvor schon hatte er Besuchern im Mooriz Flora und Fauna der Moore am Panorama des Otternhagener Moors erläutert. Am großen Graben, der das Helstorfer Moor im Osten begrenzt, erhielten die Exkursionsteilnehmer erste Informationen und Verhaltensregeln für das Betreten des Naturschutzgebiets. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten alle die kompetenten Ausführungen des Mediziners Dr. Gärtner, der als sich als Gebietsbetreuer des Helstorfer Moors im Auftrag der Region Hannover engagiert. So erfuhren die Exkursionsteilnehmer auch Details über die Ausbreitung der Kulturheidelbeere, die sich besonders stark im Süden des Moors vermehrt hat und mit ihren Früchten als Leckerbissen für Baummarder gilt. „Das Helstorfer Moor ist vermutlich eine Schmelzwasserrinne aus der Eiszeit. Es ist knapp 5000 Jahre alt und damit ein noch junges Weißtorf-Moor“, führte der Exkursionsleiter aus. Es folgten Hinweise auf den seltenen Fieberklee, den es noch an zwei Stellen im Helstorfer Moor gibt, sowie die Rosmarinheide. „Sie sagt uns, hier ist Hochmoor“, so Dr. Eberhard Gärtner. Er gab Erläuterungen zur Moosbeere, der wichtigsten Futterpflanze für die vielen Schmetterlinge im Moor, sowie zum Sonnentau und der Krähenbeere, einer Pflanze aus den nordischen Ländern. Aber auch Schmalblättriges Wollgras, Scheiden-Wollgras und Preiselbeere fanden Beachtung beim Gang durch das Moor. „Der bronzefarbene Laufkäfer ist ein Zeichen für ein gutes Moor“, führte das FAM-Mitglied aus. Bis 1975 habe es Birkhühner gegeben und auch der Große Brachvogel sei im Helstorfer Moor ausgestorben. Heimisch ist das Schwarzkehlchen und bis zu drei Kranich-Paare brüten hier, hieß es. „Wir haben hier viele Rehe und Wildschweine“, erklärte Dr. Gärtner. Zum Beweis zeigte er Spuren, die von den Tieren an Bäumen und Pflanzen zurückgelassen wurden. Währenddessen sprang ein Reh aus seiner Deckung im Moor und wechselte in den nahegelegenen Wald. Die Besuchergruppe konnte auch zwei Baumfalken im Flug beobachten und sah sich die deutliche Spur eines Blitzeinschlags am Stamm einer Kiefer an. „Dafür werden sich viele Insekten interessieren“, führte Dr. Eberhard Gärtner aus. „Die Exkursion war sehr interessant. Es wurden viele Pflanzen gezeigt, die auch schützenswert sind“, lautete das Fazit von Heike Brandes aus Scharrel. Sie wies zudem darauf hin wie wichtig es sei, das Helstorfer Moor zu erhalten, beispielsweise durch Arbeitseinsätze zum Entkusseln der vielen Flächen. Die nächste Entkusselungsaktion der FAM findet am Sonnabend, 22. Oktober, im Helstorfer Moor statt. „Treffpunkt ist um 9 Uhr bei der Bäckerei in Negenborn. Festes Schuhwerk ist ratsam sowie etwas Verpflegung“, gab Robert Conrad bekannt, der schon seit vielen Jahren im Helstorfer Moor mithilft.