Facebook und Co sorgen für Gefahr

Hoffen auf gute Aufklärung der Fünftklässler sowie ihrer Eltern und Lehrer (v.l.): Karen Rotter, Elke Schäfer, Cornelius Scheier, Tanja Opitz, Swantje Klapper und Hans-Joachim Rödiger. (Foto: S. Birkner)

Gegenwind und Wedemärker Schulen leisten Präventionsarbeit

Mellendorf (sb). Im Laufe der Jahre, sagt Elke Schäfer, habe sich das Thema Internetprävention zu einer allgegenwärtigen Debatte entwickelt. Die Vorsitzende des Wedemärker Vereins Gegenwind fühlt sich davon in ihren Bestrebungen bestätigt, Kinder möglichst früh an die Probleme, die das neue Leitmedium mit sich bringt, heranzuführen. Vorgestern stellten die Schulleiterinnen des Gymnasiums Mellendorf und der Realschule Wedemark, Swantje Klapper und Karen Rotter, ein Kooperationsprojekt mit Schäfer und ihrem Verein vor, das die Fünftklässler der jeweiligen Schulen vor den Gefahren des Internets schützen soll. Erstmals nehmen auch die IGS Wedemark und die Berthold-Otto-Schule an der Aktion teil.
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder den sicheren Umgang mit den Netz eigentlich nicht früh genug erlernen können“, erklärt Schäfer im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Motivation, das Projekt bereits in der fünften Jahrgangsstufe durchzuführen. „Die Heranwachsenden müssen lernen, dass sie praktisch alles, was sie in Portalen wie Facebook oder SchülerVZ preisgeben, der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt sie. Es sei für die Kinder eine Art „gemütlichen Geborgenheitsgefühls“, das ihnen das Internet biete. Genau an dieser Stelle solle angesetzt und auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden.
Die Durchführung der bereits dritten Auflage des Projekts wird wieder in Zusammenarbeit mit geschulten Mitarbeitern der Landesstelle für Jugendschutz Niedersachsen (LSJ), den so genannten „Eltern-Medien-Trainern“, in Angriff genommen. Ziel sei es, auf der einen Seite die erwachsenen Teilnehmer als Multiplikatoren zu qualifizieren, auf der anderen Seite die Kinder selbst möglichst gut auf unangenehme Situationen im Internet vorzubereiten. Das Präventionsprogramm besteht für jede Klasse aus zwei Doppelstunden, in denen die Heranwachsenden phasenweise auch geschlechtsspezifisch lernen, an welcher Stelle sie im Internet besondere Acht geben müssen. Sie lernen den sicheren Umgang mit dem Internet und haben in der Klasse anschließend die Gelegenheit, mögliche negative Erfahrungen zu reflektieren und aufzuarbeiten.
In den Augen Schäfers reiche es nicht, allein die Kinder zu schulen. „Sie brauchen spätestens dann kompetente Hilfe und Unterstützung, wenn sie auf Inhalte stoßen, bei denen sie nicht mehr weiter wissen“, meint sie. Aus diesem Grund bestehe des Konzept aus drei Bausteinen: Neben den Kindern stehen auch Eltern und Lehrer im Fokus und werden systematisch geschult und an den sicheren Umgang der Kinder mit dem Internet herangeführt. „Das Projekt soll nicht zuletzt auch die Medienkompetenz der Erwachsenen schulen“, begründet Schäfer.
In diesem Jahr leiten die Eltern-Medien-Trainer Tanja Opitz, Stefan Schaper, Raquel Vazquez Perez und Cornelius Scheier das Aufklärungsprojekt. Der Verein Gegenwind trägt mit 300 Euro pro Schulklasse drei Viertel zur Finanzierung der Aktion bei. Die Fördervereine der Schulen übernehmen die restlichen Kosten. Neben Schäfer und dem Verein Gegenwind gilt ihnen dafür der ausdrückliche Dank der Schulleiterinnen.