Fahrradführerschein für Flüchtlinge

Dagmar Dietrich (von rechts), Silas Elkarra, Katharina Winkler, Willi Heiermann und Sandra Winkler schauen dem Kontaktbeamten Andreas Kremrich bei der Einweisung der jungen Flüchtlinge auf die Fahrradprüfung zu. Foto: B. Stache

Verkehrswacht Wedemark kooperiert mit Kontaktbeamten der Polizei

Bissendorf (st). Der Verkehrsübungsplatz bei der Grundschule in Bissendorf war mit seiner Ampelanlage, Verkehrszeichen und Straßenmarkierungen für das Fahrradtraining bestens geeignet. Am Freitagvormittag nahmen daran 20 Flüchtlingskinder teil – unbegleitete Minderjährige im Alter von 15 bis 18 Jahren, die derzeit im Jugendheim Gailhof untergebracht sind. „Der Anfrage, für die jugendlichen Flüchtlinge ein Fahrradtraining zu organisieren, sind wir gerne nachgekommen. In Zusammenarbeit mit dem Kontaktbeamten Andreas Kremrich führen wir heute hier auf dem Verkehrsübungsplatz die praktische Fahrradprüfung durch“, erklärte Sandra Winkler, 2. Vorsitzende der Verkehrswacht Wedemark. Andreas Kremrich, Kontaktbeamter beim Polizeikommissariat Mellendorf, hatte am Vortage in der Gailhofer Flüchtlingsunterkunft für vier unterschiedliche Nationalitäten je eine Stunde lang die theoretische Unterweisung der Jugendlichen (alles Jungen) vorgenommen. „Einschließlich praktischer Tipps zur Teilnahme am Straßenverkehr“, berichtete der Polizeibeamte. „Alle Teilnehmer waren nach anfänglicher Skepsis sehr dankbar für die Unterweisung.“ Dagmar Dietrich, die als Erzieherin in der Jugendhilfeeinrichtung in Gailhof arbeitet, hatte die Jugendlichen mit dem Fahrrad nach Bissendorf begleitet. Um die Arbeit der Übersetzer zu erleichtern, wurden die Prüflinge in Sprachgruppen eingeteilt. Danach schwangen sie sich aufs Rad und fuhren ihren Parcours: unter den Augen des Kontaktbeamten und der Verkehrswachtmitglieder Katharina Winkler (stellvertretende Jugendbeauftragte), Willi Heiermann (ehemaliger Vorsitzender und Ehrenmitglied) sowie Silas Elkarra (Zeugwart und Technischer Leiter der Verkehrshelfer). Wer in Theorie und Praxis bestanden hatte, erhielt vor der Rückfahrt nach Gailhof seinen persönlichen Fahrradführerschein ausgehändigt. „Wir brauchen dringen Fahrräder für unsere jugendlichen Flüchtlinge. Derzeit haben wir nur fünf eigene Räder“, erklärte Sozialarbeiterin Brigitte Negelmann. Wer Fahrräder abgeben möchte, kann sich mit der Flüchtlingsunterkunft in Gailhof in Verbindung setzen, Telefon (0 51 30) 37 46 08. Die Räder sollten in verkehrssicherem Zustand sein.