Fahrradkurs und Soccer für Flüchtlinge

Mellendorfs Kontaktbeamter Andreas Kremrich gab den Flüchtlingen Verkehrsunterricht und wichtige Verhaltenstipps auf dem Verkehrsübungsplatz an der Bissendorfer Grundschule.

Gemeinde und Polizei engagieren sich für die Schutzsuchenden

Wedemark (awi). Mit Worten allein ist es nicht getan. Die Gemeinde Wedemark beweist mit ihrem Engagement für die in ihrer Zuständigkeit lebenden Flüchtlingen, dass ihr das sehr wohl bewusst ist. So gab es letzte Woche mehrere Fahrradkurse für Flüchtlinge vom Kind bis zum Erwachsenen in Zusammenarbeit mit der Polizei. Kontaktbeamter Andreas Kremrich wies die hauptsächlich aus dem Irak und Syrien kommenden Flüchtlinge in den wichtigsten Verkehrsregeln für Fahrradfahrer ein. Dazu gehörte vor allem auch die Bedeutung der Verkehrsschilder. Unterstützt wurde Kremrich bei dem Unterricht auf dem Verkehrsübungsplatz an der Bissendorfer Grundschule von Dolmetscher Avan Azad von der Arbeiterwohlfahrt. Bei jeweils fünf Kursen an zwei Tagen mit jeweils zehn Personen gelang es Eike Erdmann von der Stabsstelle und Sozialarbeiterin Mathea Müller viele Flüchtlinge in den Genuss des Unterrichtes zu bringen. „Das Problem ist, dass es zum Beispiel in Syrien und im Irak so gut wie keine Regeln gibt. Fahrradfahren ist daher dort sehr unfallträchtig und extrem gefährlich und viele vermeiden es. Hier bekommen sie dann Fahrräder als Fortbewegungsmittel und kommen mit den Regeln natürlich erst einmal nicht zurecht. Andreas Kremrich gelang es mit Hilfe des Dolmeterschers und vielen Gesten und Gebärden aber rasch, seine Schüler mit entscheidenden Dingen wie der Bedeutung der Ampelfarben und dem Handzeichen zum Abbiegen vertraut zu machen. Und er wies sie auch auf Schutzkleidung hin, damit sie gesehen werden. Vor dem praktischen Teil hatten alle bereits einen theoretischen absolviert. Ellen Bruns von der Gemeindejugendpflege verzichtete auf einen Dolmetscher, als sie auf dem Soccer Court an der Jugendhalle in erster Linie für die Kinder und Jugendlichen in den Sammelunterkünften in Mellendorf und Bissendorf ein Soccerturnier organisierte. Und es klappte hervorragend. Die schon ein bisschen Deutsch sprachen, übersetzten für die anderen und Ellen Bruns gelang es, sich mit kurzen klaren Anweisungen verständlich zu machen. Am Ende waren mit den „Mellendorfer Sterne“ und dem „Mellendorfer Regenbogen“ zwei Teams aus dem dezentralen Wohnen vorne vor dem mit deutschen Jugendlichen gemischten Team JGV Bolzkicker.