FDP freut sich über grünen Pfeil

Doch das Problem Verkehr auf der L190 ist noch nicht gelöst

Wedemark (awi). Stolz weisen FDP-Ratsherr Erik van der Vorm und FDP-Landtagsabgeordneter Stefan Birkner auf den kurz aufblinkenden grünen Pfeil an der Ampelkreuzung am Husalsberg an der L190 in Scherenbostel. "Das ist in erster Linie unser Werk, und seitdem der Linksabbieger Pfeil für zwei Richtungen installiert ist – Kosten für die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr rund 5.000 Euro – läuft der Verkehr schon viel flüssiger", betont van der Vorm. Man müsse zwar das Ende der Ferienzeit und die volle Belastung durch den Berufsverkehr abwarten, fügt er ehrlicherweise hinzu, aber eine Verbesserung sei auf jeden Fall erkennbar. Vorher habe es teilweise Rückstaus bis nach Bissendorf zur Gärtnerei Klipphahn gegeben. Doch gelöst sei damit nur eines von zwei dringenden Verkehrsproblemen in diesem Bereich, sind sich van der Vorm und Birkner einig. Allerdings zeichne sich auch für den zweiten neuralgischen Punkt, die Kreuzung in Schlage-Ickhorst, bereits eine Lösung ab. Da Friedhelm Fischer von der Landesbehörde die Problematik genauso dringlich einschätze wie die FDP und auch Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski, werde gerade eine Vereinbarung zwischen der Behörde und der Gemeinde erarbeitet, die die Gemeinde berechtige, den Planungsauftrag für die Umgestaltung der Kreuzung zu erteilen. Dazu muss zunächst einmal ermittelt werden, ob Landankauf für die Erstellung einer zusätzlichen Linksabbiegespur Richtung Schlager Chaussee erforderlich ist oder vielleicht auch die Verrohrung der Gräben ausreicht. Davon wiederum hängt ab, ob ein Planfeststellungsverfahren notwendig wird, was die Angelegenheit in die Länge ziehen würde, oder ob es ohne geht. Wäre das der Fall, könnte nach vorsichtigen Schätzungen die Kreuzung in zwei bis zweieinhalb Jahren fertig umgebaut sein, so van der Vorm und Birkner, die seit mittlerweile eineinhalb Jahren intensiv an dem Thema dran sind und dabei Unterstützung sowohl von Bürgermeister Helge Zychlinski als auch von der CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg bekommen haben. Das erste Mal offiziell den Finger in die Wunde gelegt und eine Lösung der Verkehrsprobleme speziell auf der L 190 im Bereich Scherenbostel und Schlage-Ickhorst hat der FDP-Ratsherr bereits Mitte 2015, als im Rat der Umzug der Firma Butenhoff von Hellendorf nach Bissendorf publik wurde. Es folgten diverse Anträge und Gespräche, in Politiker- und Pressekreisen war bereits von der berühmten unendlichen Geschichte die Rede. Jetzt tut sich auch in Schlage-Ickhorst endlich was. Dabei solle die Kommune die Planungskosten selbstverständlich nur vorstrecken, weil es bei der Landesbehörde personelle Engpässe gebe, habe Fischer dem Bürgermeister versichert, weiß van der Vorm. Hilfreich für die Sache war und ist auch, dass die Kreuzung in Schlage-Ickhorst mittlerweile doch als Unfallschwerpunkt eingestuft wird. Nicht außer Acht gelassen werde dürfte natürlich, dass durch die L190 zurzeit ständig Umleitungsstrecke durch die von Baustellen und Unfällen gebeutelte Autobahn 7 sei, so die FDP-Politiker. Stefan Birkner, Spitzenkandidat seiner Partei im Landtagswahlkampf, sprach im Fall Kreuzung Schlage-Ickhorst von einem schönen Beispiel für das gelungene Zusammenspiel von Landes- und Kommunalpolitik, die viel gemeinsam auf die Beine stellen könnten. Erik van der Vorm ergänzte, die FDP sei zu Recht stolz auf das, was sie zugunsten der Autofahrer bereits erreicht habe und gerade noch im Begriff sei, zu erreichen.
Nicht aus dem Blick geraten dürfe dabei natürlich das Verkehrskonzept für die gesamte Wedemark, betonte van der Vorm. Ein erster Entwurf solle am 21. August im Ausschuss für Planen und Bauen öffentlich vorgestellt werden. Aus den Ortsräten seien 100 Anregungen eingegangen, von denen Fachbereichsleiter Bauen, Kay Petersen, die Hälfte an die externen Planer weitergeleitet habe, nämlich die "mit dem größten gemeinsamen Nenner", so van der Vorm. Das Verkehrskonzept müsse dazu führen, dass der Verkehr störungsfrei in die Wedemark hinein und auch wieder herausgebracht werde, ohne Staus und Verzögerungen inklusive der Entschärfung von Gefahrenstellen. Dabei spiele vor allem die L190 als offizielle Umleitungsstrecke für die A7 eine entscheidende Rolle. Zweite Priorität komme den Schrankenschließzeiten an den Bahnübergängen zu. Hier müsse sich die Bahn gesprächsbereit zeigen und dürfe das Thema nicht immer mit dem Hinweis auf geltende rechtliche Bestimmungen, in denen sie sich mit ihren Schließzeiten bewege, der Diskussion entziehen.