FDP sorgt sich um Schuldenabbau

FDP-Vorsitzende Andrea Giese: „Die FDP ist selbstbewusst genug, sich nicht irgentwo anzuhängen.“ Foto: A. Wiese

Wedemarks Liberale stellen keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf

Wedemark (awi). Die FDP in der Wedemark wird nicht mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten bei der Wahl zum Verwaltungsoberhaupt am 9. Februar antreten und sie wird auch keine Empfehlung für einen der beiden Kandidaten von CDU und SPD geben. Das teilte die Parteivorsitzende in der Wedemark, Andrea Giese, am Mittwoch der Presse mit.
„Wir haben im Vorstand lange diskutiert und wir waren auch nicht einer Meinung“, räumte Giese ein. „Doch wir hätten jemanden von außerhalb anwerben müssen, und nur, damit wir als FDP in der Wedemark stattfinden, wollten wir keinen verheizen“, fügt sie hinzu. Die FDP Wedemark habe es nicht nötig, eine Stichwahl zu erzwingen, um ihr Ego zu stärken. Eine Wahlempfehlung für Hallmann oder Zychlinski werde es ebenfalls nicht geben, „da wir davon ausgehen, dass der Bürger weiß, was er will“. Beide Kandidaten würden die Wedemark gut kennen, beide hätten ihre Stärken und Schwächen. „Grundsätzlich ist die FDP selbstbewusst genug, sich nicht irgendwo anzuhängen“, erklärte Giese. Auf den politischen Ebenen arbeite die FDP mit allen Parteien gut zusammen und werde das auch mit einem neuen Bürgermeister tun, egal welcher Partei er angehöre. „Uns ist es vor allem wichtig, Schulden abzubauen und keine weiteren zu machen. Viele der Investitionen waren zwar notwendig, aber ich betrachte die finanzielle Entwicklung der Wedemark mit Sorge“, sagte die Parteivorsitzende. Investitionen in die Kinderbetreuung seien zwar grundsätzlich gut, doch die schullische Ganztagsbetreuung komme in absehbarer Zeit und „die Schulden holen uns ein, wenn die Zinsen steigen“, gab sie zu bedenken. Die FDP setze auf weitere Wirtschaftsentwicklung, sehe aber mit Sorge, dass beispielsweise die Grünen sich vehement gegen Flächenversiegelungen zur Wehr setzten. Diese seien aber nötig, um der Nachfrage aus der Wirtschaft, insbesondere der Logistikbranche, gerecht zu werden. Giese lobt im Nachgang die Arbeit des früheren Bürgermeisters Tjark Bartels. Er habe seine Kontakte genutzt und vieles vorangebracht, „was vorher verschlafen wurde“. Eine ähnliche Dynamik wünsche sie sich vom neuen Bürgermeister, allerdings eine Dynamik, die keine weiteren Millionen koste. „Er soll die Attraktivitäten der Gemeinde steigern, die Wohnbebauung fördern, aber trotzdem sparsam mit den Flächen umgehen“, wünscht sich Giese vom künftigen Bürgermeister. Er solle gute Kontakte zur Wirtschaft haben und die großen Unternehmen in der Wedemark unterstützen. „Auf jeden Fall sollte der neue Bürgermeister primär Enscheidungen des Rates umsetzen“, fügte Giese hinzu.
Bei der nächsten Kommunalwahl 2016 will die FDP mit einer ausreichend dicken Kandidatendecke antreten. „Was uns vor allem fehlt sind Frauen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Ich würde mir mehr Mut wünschen“, so Giese abschließend.