Fest der Kulturen auf dem Campus W

Die vierzehnjährige Wajiha (von rechts), Rama (13), Gundula Kopiez und Zaker (15) betreuen den Stand der Realschule Wedemark, ganz zur Freude der sechsjährigen Paula an der Erbsen-Klopf-Maschine. Foto: B. Stache
 
Die achtzehnjährige Jubinka (rechts) aus Montenegro bietet den Besuchern köstlichen Nudelsalat an. Foto: B. Stache

Musik, Essen und Tanz bringen Menschen aller Kulturen einander näher

Mellendorf (st). Wo während der Woche Wedemärker Schüler ihre Pausen verbringen, herrschte am Sonntag reges Treiben – beim Fest der Kulturen auf dem Campus W in Mellendorf. Lediglich die Rasenflächen, auf denen das interkulturelle Picknick geplant war, blieben wegen des instabilen Wetters mit seinen Regenschauern unbenutzt. Das fröhliche Fest war vom Runden Tisch Flüchtlinge Wedemark ins Leben gerufen und organisiert worden. Die Gemeinde hatte das Vorhaben unterstützt. Zum Feststart gab es Grußworte der Ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf und Rebecca Schamber, stellvertretende Bürgermeisterin. Es folgte ein bewegendes, multireligiöses Friedensgebet, das Pastor Michael Brodermanns als Vertreter der evangelischen Kirche, Gemeindereferent Thomas Schenk für die katholische, Imam Usman Naveed von der muslimischen Gemeinde Hannover-Stöcken und Moshe Harel von der liberalen jüdischen Gemeinde Celle gemeinsam gestalteten. Sie trugen dazu Friedenstexte aus den Schriften ihrer Religionen vor und sprachen ein gemeinsames Bekenntnis zum Glauben und Frieden. Unter den vielen Gästen waren auch Sibylle und Erwin Pawlack aus Neuwied am Rhein. Das Ehepaar nutzte den Besuch in Wennebostel, um am Fest der Kulturen teilzunehmen. „Wir sind gerne hierher gekommen. Neuwied ist eine Stadt, die sich wie Mellendorf offen für alle Religionen zeigt“, erklärte Sibylle Pawlack. Den Gästen wurde beim Fest der Kulturen, an dem sich auch zahlreiche Flüchtlingsfamilien beteiligten, allerlei geboten. „Beim Aufbau haben ganz viele Flüchtlinge geholfen“, freute sich Anke Jürgensen vom Runden Tisch Flüchtlinge Wedemark. Musikalisch erfreuten auch Thomas Beste Band und die Musikschule Wedemark die Besucher. Die sudanesische Band vom Weißekreuzplatz in Hannover trat mit Musik und Tanz auf. „Alles Asylsuchende aus dem Zeltcamp Hannover“, berichtete Helga Tänzer, ebenfalls Mitglied beim Runden Tisch, nachdem sie auch die Anmoderation für die Tanzgruppe der jüdischen Gemeinde aus Celle vorgenommen hatte. Großen Zuspruch fand Andreas Kremrich, Kontaktbeamter vom Polizeikommissariat Mellendorf, bei den kleinsten Besuchern mit seinen blauen Luftballons, die er großzügig verteilte. Darüber freuten sich besonders der fünfjährige Achmed und die zehnjährige Fatima. Im Forum Campus W konnten sich die Besucher eine eindrucksvolle Bilderausstellung zum Thema Flüchtlinge ansehen, die auf großes Interesse stieß. Nebenan zeigte die sechsjährige Paula ihre Geschicklichkeit an der Erbsen-Klopf-Maschine, die am Stand der Realschule Wedemark aufgebaut war. Dort betreute Lehrerin Gundula Kopiez mit den Schülern Wajiha, Rama und Zaker auch noch ein Länder-Ratespiel. Für das leibliche Wohl war an langen Büfetts voller süßer und herzhafter Köstlichkeiten gesorgt. Die Vielfalt der Speisen, von Salaten über vegane Bratlinge bis hin zu Rohkostsalaten und Süßspeisen, und die große Spendenfreudigkeit der Gäste erfreuten Almuth Blanck und Gerlinde Bucerius. Gemeinsam mit der achtzehnjährigen Jubinka aus Montenegro boten sie den Besuchern für eine Spende auch köstlichen Nudelsalat an. Die Speisen waren von Flüchtlingen und Wedemärkern zubereitet worden. „Alles wurde mit Begeisterung probiert“, erklärte Almuth Blanck, während Familie Sabri noch warme Falafel vorbeibrachte – frittierte Bällchen aus pürierten Kichererbsen, Zwiebeln, Knoblauch, Koriander und Eiern. An dem gelungenen Programm waren auch Organisationen wie UNICEF, Vereine, beispielsweise der Mellendorfer Turn-Verein MTV, Jugendpflege, Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark, Musik- und Tanzgruppen, aber auch Wedemärker Schulen beteiligt. Fazit vieler Besucher: Das Fest der Kulturen war ein Beweis für gelebte Integration und die großartige Willkommenskultur in der Wedemark.