Feueralarm – nur eine Übung

Gut ausgeleuchtet und unter Atemschutz retten die Feuerwehren aus Bissendorf und Wennebostel Übungsverletzte aus dem „brennenden Haus“. Foto: B. Stache

Realistischer Einsatz in Bissendorfer Falkenstraße fordert Atemschutzträger

Bissendorf (st). In der ansonsten ruhigen Falkenstraße in Bissendorf wurde es am Mittwochabend betriebsam – viel Blaulicht, helle Scheinwerfer und starke Motorengeräusche erfüllten die abendliche Szenerie vor dem Haus Nummer 1a. Grund hierfür war eine realistische Einsatzübung der beiden Freiwilligen Feuerwehren Bissendorf/Scherenbostel und Wennebostel. Als die ersten Kräfte am Brandort eintrafen, stieg bereits leichter Rauch aus dem Einfamilienhaus. Eine Person stand auf dem Balkon, winkte und rief um Hilfe. Das Übungsszenario sah zwei weitere Personen vor, die bewusstlos im Inneren des Hauses lagen, das von künstlich erzeugtem Rauch erfüllt war. Diese mannsgroßen Stoffpuppen mussten von den Atemschutzträgern gefunden und gerettet werden. 26 Einsatzkräfte aus beiden Ortswehren waren an der Übung beteiligt. Die Bissendorfer waren mit einem Löschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Gerätewagen-Gefahrgut und dem Kommandowagen vor Ort. Aus Wennebostel kam das neue Löschgruppenfahrzeug-Logistik. Über drei Eingänge verschafften sich die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Zugang ins Haus: mit einer Steckleiter über den Balkon sowie durch Haus- und Kellertür. „Das Haus wird in absehbarer Zeit abgerissen. Die Versorgungsleitungen wie Strom und Wasser sind bereits abgestellt. Das Objekt wurde uns vom Eigentümer für diese Übung zur Verfügung gestellt“, erklärte Holger Bauer als Pressesprecher der Ortsfeuerwehr Bissendorf/Scherenbostel. Die Übung diente der internen Ausbildung – das Öffnen von Türen mit der Feuerwehraxt und einem leistungsstarken Trennschleifer sowie der Einsatz von Atemschutzträgern und Menschenrettung waren ein Teil davon. Zur besseren Beleuchtung der Einsatzstelle wurde unter anderem ein Powermoon (Beleuchtungsballon) aufgebaut. Anwohner der Falkenstraße verfolgten das Geschehen mit großem Interesse. Erich Marks, Vater des Eigentümers Haus 1a, lieferte die Geschichte zu dem abrissfähigen Gebäude. „Mein Sohn Sebastian ist Vater geworden. Auf Vorschlag meiner Frau sollte die junge Familie in ein eigenes Haus ziehen. Dieses abrissfähige Haus in der Falkenstraße konnten wir kaufen.“ Sebastian Marks hatte sich mit Partnerin Ria Neumann und Sohn Henry die Feuerwehrübung angesehen. „Hier bauen wir unser neues Zuhause“, erklärten sie. Der Bissendorfer Ortsbrandmeister Jörg Pardey zeichnete mit einem Schiedsrichterteam alles für die spätere Übungsauswertung im Feuerwehrgerätehaus Bissendorf auf.