Feuerwehr-Imagekampagne geht weiter

Eike Brünn (links) von der Freiwilligen Feuerwehr Elze betreute den verunglückten Hanno Stöver (rechts) – selbst Mitglied der Feuerwehr Duden-Rodenbostel – im Autowrack, bis ihn die Kameraden aus dem völlig zerstörten PKW befreit hatten. „Ich kannte Hanno von gemeinsamen Lehrgängen“, sagt Eike Brünn, der hauptberuflich als Rettungssanitäter arbeitet. Er sei froh gewesen, dem Unfallopfer beistehen zu können.
 
Elzes Ortsbrandmeister Dieter Fenske (vorne links) stellte am Dienstag gemeinsam mit mehreren Kameraden die Plakate in Elze auf. Foto: A. Wiese

„Jeder kann unverschuldet in Situationen kommen, in denen er Hilfe braucht“

Elze. Mit der Veröffentlichung dieser Geschichte, bei der die Freiwillige Feuerwehr Elze im Mittelpunkt steht, möchte die Freiwillige Feuerwehr Wedemark zeigen, dass das Aufgabenspektrum der ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht nur die klassische Brandbekämpfung umfasst. Besonders technische Hilfeleistungen, zu denen die Feuerwehr Situationen vom Autounfall, über den umgestürzten Baum bis zur Ölspur zählt, machen heutzutage einen Großteil der Feuerwehreinsätze aus.
Autounfälle stellen die Feuerwehrleute in der Wedemark vor besondere Herausforderungen – denn auch hier sind ausschließlich ehrenamtliche Helfer aktiv, die aus ihrer Freizeit heraus helfen oder für einen Feuerwehreinsatz ihren Arbeitsplatz verlassen. Die ständige technische Weiterentwicklung der Autos auf den Straßen erfordert ein hohes Maß an technischem Verständnis und Hintergrundwissen. Dieses wird den Ehrenamtlichen in der Wedemark auf Lehrgängen und bei Übungen in ihrer Freizeit vermittelt. Regelmäßig üben die Helfer aber auch den praktischen Umgang mit den Rettungsgeräten, mit deren Hilfe sie eingeklemmte Autofahrer aus ihren PKWs befreien können.
Jeder von uns kann schnell und unverschuldet in Situationen kommen, bei der er auf die Mithilfe seines Umfelds angewiesen ist. Mit der Darstellung des vielseitigen Aufgabenspektrums zeigen die Ortsfeuerwehren zusammen mit dem Wedemark ECHO als Medienpartner, wie es gelang, anderen Bürgerinnen und Bürgern aus misslichen Situationen zu helfen. Mit der Kampagne „Danke Florian!“ werden die Menschen in den Feuerwehrjacken gezeigt und welche Möglichkeiten des Engagements für jedermann in der Feuerwehr vorhanden sind – vielleicht ist ja sogar Ihr Nachbar schon mit dabei?
Wer sich genauer über die vielfältige Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark informieren möchte, erhält auf www.danke-florian.de genauere Informationen. Dort gibt die Feuerwehr eine Übersicht über ihre Tätigkeitsfelder und wird in den kommenden Wochen weiter spannende Einbli-cke in Situationen geben, in denen Wedemärker anderen Wedemärkern geholfen haben. Und wer selbst einmal lernen möchte, wie man anderen Menschen helfen kann, erhält hierzu auch genauere Informationen.

Schwerer Autounfall mitten in der Nacht
Hanno Stöver war schwerverletzt in seinem Wagen eingeklemmt
Elze. „Ein schwerer Autounfall mitten in der Nacht. Die Feuerwehr leistete blitzschnell Erste Hilfe und sorgte vor allem dafür, dass ich bei Bewusstsein blieb. Ich weiß jetzt sehr genau, wie sich jemand fühlt, der die Hilfe der Feuerwehr benötigt –danke, Florian!“ So lautet der Text auf dem Plakat, das seit Dienstagabend an vier markanten Stellen in Elze zu sehen und der zweite Teil der Imagekampagne „Danke Florian“ der Feuerwehr Wedemark ist.
Hanno Stöver erzählt: „Ich bin selbst Feuerwehrmann in der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark und war schon bei vielen Einsätzen dabei – doch als ich einen schweren Autounfall hatte, erlebte ich die Arbeit der Kollegen mal aus einer ganz anderen Perspektive – und die war ganz schön schmerzhaft...
Auf dem Weg nach Hause, nachts um 4 Uhr, war ich von der Straße abgekommen. Nach dem Aufprall war ich wohl kurz bewusstlos gewesen, und nach dem Aufwachen merkte ich gleich, das eine ganze Menge nicht stimmte: Mein Arm war gebrochen, mein Kiefer ausgerenkt, und mein Fuß eingeklemmt – ich konnte mich nicht selbst aus dem zerstörten Auto befreien. Nach dem ersten Schrecken war mir klar: Jetzt hilft nur Ruhe bewahren und auf Hilfe warten. Und das im tiefsten Winter bei bitterer Kälte! Erst nach rund 45 Minuten bemerkte mich ein anderer Autofahrer und rief sofort die Feuerwehr, die auch blitzschnell am Unfallort war und Ers-te Hilfe leistete. Die Kameraden legten mir eine Halskrause an, versorgten meinen Arm und versuchten, mich aus meinem Auto zu befreien – aber das Wichtigste: Ein Feuerwehrkamerad, Eike Brünn, kümmerte sich die ganze Zeit an der Unfallstelle um mich, indem er mit mir sprach und damit dafür sorgte, dass ich bei Bewusstsein blieb. Währenddessen wurde von den anderen Feuerwehrmännern und -frauen die Tür aus dem Auto geschnitten, um mich schnell befreien zu können.
Die bekannten Stimmen und auch die Gewissheit, dass die Männer und Frauen der anwesenden Ortsfeuerwehren genau wissen, was sie tun, halfen mir, in dieser misslichen Lage nicht zu verzweifeln. Mittlerweile bin ich auf dem Weg der Besserung und konnte mich bei meinen Rettern bedanken. Und in Zukunft weiß ich ganz genau, wie sich jemand fühlt, der die Hilfe der Feuerwehr benötigt…“