Feuerwehr setzt auf „Danke Florian“

Haben seit Sonnabend einen neuen Dienstrang: Löschmeister David Pausewang (von links) aus Meitze, Oberbrandmeister Henning Schwentker aus Resse, Löschmeister Christian Görries aus Hellendorf, Brandmeister Markus Kablitz aus Wennebostel, Erster Hauptbrandmeister Dr. Maik Plischke, Löschmeister Rico Lautenschläger aus Duden-Rodenbostel, Löschmeister Sebastian Jagau aus Abbensen, Oberlöschmeister Hendrik Schliep und Oberlöschmeister Benjamin Meyer aus Mellendorf. Foto: A. Wiese

Gemeindekommando und Verwaltung betonen harmonische Zusammenarbeit

Wedemark (awi). Im Jahr 2014 waren es mit 190 Einsatzstellen für die Feuerwehren der Wedemark ein paar weniger als im Jahr zuvor, doch berücksichtigt man den Trend im Januar dieses Jahres wird sich diese Tendenz nicht fortsetzen. Diese Erkenntnis trug Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke am Sonnabend auf der Gemeindekommandositzung der Feuerwehr Wedemark vor.
Bei den Brandeinsätzen hielten sich 17 Objektalarme, 15 Brände außerhalb geschlossener Ortschaften – meistens PKW-Brände – und zwölf Kleinbrände einigermaßen die Waage, bei den Technischen Hilfeleistungen dominieren mittlerweile die Einsätze für den Ziehfix (Türöffnungen) mit 33, 21 mal wurde die Feuerwehr wegen auslaufender Betriebsstoffe alarmiert, 28 mal zu kleineren Hilfeleistungen. Acht größere Verkehrsunfälle forderten die Hilfe der Einsatzkräfte und achtmal waren die Tierretter aus Resse im Einsatz. Die meisten Einsätze lagen zeitlich zwischen 18 Uhr und Mitternacht (77), 51 zwischen 12 und 18 Uhr, sieben zwischen 6 und 12 Uhr und 18 zwischen 0 und 6 Uhr. Der Gemeindebrandmeister möchte in 2015 die Ausbildung in der Notfallseelsorge vertiefen und in die Fortbildung der Führungskräfte aufnehmen, um die regionalen Strukturen zu stärken. Die öffentlichkeitswirksame Kampagne „Danke Florian“, die sowohl als Image- als auch zur Nachwuchswerbung dienen soll, wird beispielhaft mit Kameraden aus Brelingen, Elze, Gailhof und Mellendorf beginnen. „Wir wollen zeigen, wer wir sind, und dass wir als Feuerwehr nicht nur bei Einsätzen da sind, sondern immer Gewehr bei Fuß stehen. Wir sind Ihr rechter oder linker Nachbar, fahren im Auto vor oder hinten Ihnen“, verdeutlichte Plischke die Intention der Kampagne, die die Feuerwehr in enger Kooperation mit einer Werbeagentur und dem Wedemark ECHO in diesem Jahr durchstarten möchte. Ein weiterer Schwerpunkt in 2015 soll auf der Optimierung der Abstimmungsprozesse zwischen Feuerwehr und Verwaltung liegen. Unabhängig davon betonten sowohl Gemeindebrandmeister Plischke als auch die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf ausdrücklich die am Sonnabend den erkrankten Bürgermeister vertrat, die ausgesprochen harmonische Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr- und Gemeindeführung. Er habe 2014 gelernt, so Plischke, dass Haushaltsplanung schwieriger als gedacht ist, jede Ortswehr ihre Eigenheiten habe, die man akzeptieren lernen müsse und er sich künftig bei den Ausbildungsdiensten noch mehr selbst einbringen wolle.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss ging kurz auf die Lehrgangssituation ein: An der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz habe die Wedemärker Feuerwehr 2014 nur 55 Prozent der beantragten Lehrgänge bekommen, an der Feuerwehrtechnischen Zentrale der Region immerhin 90 Prozent. Die Problematik sei bekannt, so Boss. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer berichtete von 350 Beschaffungsvorgängen 2014 und einem neuen transparenten Kennzahlen-System. Da in Kürze neue Überjacken eingeführt werden, sollen möglichst keine alten mehr bestellt werden, sondern über den Gemeindegerätewart die Poolware geprüft werden. Spätestens zur Interschutz, nach Möglichkeit früher, sollen drei Hersteller ihre Produkte vorstellen, in Abwägung von Schutzstufen, Finanzierung und Service wird die Feuerwehrführung in Abstimmung mit der Verwaltung dann entscheiden. Ziele des Gemeindekommandos für 2015 sind die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans und der Beginn der Umsetzung des Fahrzeugkonzepts, die Standardisierung der laufenden technischen Ausbildung, die Vereinheitlichung
der erweiterten persönlichen Schutzausrüstung sowie Überarbeitung der digitalen Alarmierung. Gemeindejugendwart Christoph Meyer berichtete mit Stand vom 31. Dezember 2014 von 14 Jugendfeuerwehren und vier Kinderfeuerwehren in der Gemeindejugendfeuerwehr mit 173 Jugendlichen – im Vorjahr waren es noch 212 – und 50 Kindern. Insgesamt wurden 105 Tage Lager und Fahrten, 4.893 Stunden allgemeine Jugendarbeit, 6.705 Stunden Feuerwehrtechnik, 3.207 Stunden Arbeit der 45 Jugendwarte und Betreuer in der Gemeindejugendfeuerwehr geleistet, sowie 800 Stunden von den Gemeindejugendwarten und Fachbereichsleitern. In der Kinderfeuerwehr haben die Betreuer 150 Stunden geleistet. Unterm Strich seien das 15.297 Stunden Jugendfeuerwehrarbeit in und für die Gemeinde Wedemark, so Christoph Meyer. Ausbildungsleiter Dirk Thelow berichtete von einer erfolgreichen Truppmannausbildung in Elze mit 38 Teilnehmern bei Truppmann I und zwölf Teilnehmern bei Truppmann II und einem besseren Durchschnitt als 2013. Ein ausdrückliches Dankeschön sprach Thelow dem Enercity-Wasserwerk aus, das wiederum sein Gelände für die Ausbildung zur Verfügung stelle. Neu ist die spezielle Kettensägeausbildung. Geplant ist hier ein einheitlicher Standard. Nach erfolgter Schulung der Ausbilder soll noch in diesem Jahr mit der Ausbildung begonnen und ein eigenes Zertifikat dafür geschaffen werden. Die ersten Einheiten zur Grundlagenfeststellung der Führungskräfteweiterbildung werden am 14. März in Celle abgeschlossen. Bei Atemschutzgeräteträgern und Technischer Hilfeleistung sieht das Konzept eine Vereinheitlichung der Ausbildung vor. Lobend erwähnte Thelow die überarbeiteten Richtlinien für die Gemeindewettkämpfe, die 2014 ini Negenborn erstmals zur Anwendung gekommen seien und für mehr Spannung sorgten.