Feuerwehrübung zur Personenrettung

Um ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbarhaus zu vermeiden, wird eine Riegelstellung aufgebaut.

Objekt Am Markt 10 in Bissendorf kurz vor dem Abriss perfekt geeignet

Bissendorf (awi). Auch wenn es der Feuerwehr Wedemark derzeit an Realeinsätzen nicht mangelt – Übungen sind trotzdem ausgesprochen wichtig, um Fehler erkennen und besprechen zu können, insbesondere wenn es um Personenrettung geht. Und die stand bei der Großübung am frühen Dienstagabend im Vordergrund. Ein solches Übungsobjekt wie das Haus Am Markt 10, das wie die Nachbarhäuser nach Ostern abgerissen wird, zur Verfügung gestellt zu bekommen, ist für die Feuerwehr ein ausgesprochener Glücksfall, betonten Ausbildungsleiter Dirk Thelow und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss, die die Übung seit einem Jahr vorbereitet haben. Die vorgegebene Lage bei diesen Gemeindeübungen sei immer gleich, erklärte Thelow. Aus einem kleinen scheinbar unbedeutenden Ereignis – in diesem Fall ein Papierkorbbrand – entwickelt sich eine Großeinsatzlage – im vorliegenden Fall ein brennendes Haus mit zum Teil verrauchten Wohnungen und verschlossenen Türen und Bewohnern, die kein Deutsch verstehen. Die Beobachter wollen wissen: Wie beurteilt der Einsatzleiter die Lage, welche Feuerwehren alarmiert er nach, wie übergibt er die Einsatzleitung? In diesem Fall war die Bissendorfer Wehr zuerst vor Ort, parkte mit ihrem Fahrzeug nicht die Zufahrt zum Haus zu, sondern blieb auf der Straße stehen, die von der Polizei fast zwei Stunden von Schilling-Kreuzung bis Kummerberg gesperrt wurde. Für die Entscheidung, die Lage zunächst zu Fuß zu erkunden und Raum für die Drehleiter zu lassen, gab es von den Übungsleitern jedoch bei der Besprechung im Nachgang ein ausdrückliches Lob. Wennebostel und Teile der Mellendorfer Wehr wurden nachalarmiert. Alle vermiss-ten Personen – Schüler der IGS – inklusive Dummy sieben Personen, wurden gefunden und teils über Steckleiter, teils mit Fluchthaube aus dem Haus geholt. Das Fazit der Beobachter war nach eineinhalb Stunden jedenfalls durchweg positiv. Verbesserungen gehen natürlich immer. Was auffiel war die durchweg hohe Motivation der Beteiligten, auch nachdem sie erkannt hatten, dass es eine Übung war. Der Einsatz war vorbildlich, und das bestimmt nicht nur, weil es hinterher Bratwürstchen gab.