FFW Abbensen sucht neue Mitglieder

Ortsbrandmeister Hartmut Jagau (von links) befördert Tabea Precht zur Feuerwehrfrau, Dieter Sampolski zum Ersten Hauptfeuerwehrmann und Axel Nitschke zum Oberfeuerwehrmann. Foto: B. Stache

Ortsbrandmeister Hartmut Jagau hat noch viel vor mit der Freiwilligen Feuerwehr

Abbensen (st). Der dienstälteste Ortsbrandmeister der Wedemark heißt Hartmut Jagau. 1973 trat der damals Dreizehnjährige in die Freiwillige Feuerwehr Abbensen ein, seit 1994 hat er als Ortsbrandmeister das Sagen. Der 57-jährige Hartmut Jagau ist verheiratet, hat fünf Kinder und zwei Enkelkinder. Er arbeitet als Industriemeister bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken. Neben seiner ehrenamtlichen Aufgabe als Ortsbrandmeister ist er im heimischen Schützenverein Tyrol in Abbensen aktiv. „Schießsport ist mein Hobby“, erklärte er am Sonnabend anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Abbensen im Dorfgemeinschaftshaus, in dem auch der Schützenverein seinen Schießstand betreibt. Zur Versammlung konnte Hartmut Jagau Bürgermeister Helge Zychlinski, Wolfgang Kasten als Vorsitzenden des Ausschusses für Feuerschutz und Öffentliche Ordnung, Ortsbürgermeister Peter Reuter sowie den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christoph Boss begrüßen. Für Helge Zychlinski war der Abend eine Premiere – seine erste Teilnahme an einer FFW-Jahreshauptversammlung in Abbensen. „Ich freue mich sehr, dass ich heute bei Ihnen sein kann. Abbensen ist eine bedeutsame Wehr in der Wedemark“, stellte der Bürgermeister mit Hinweis auf die besondere regionale Randlage der Ortsfeuerwehr fest. Die Gemeinde werde auch weiterhin die FFW Abbensen unterstützen. In diesem Jahr würden zirka eine Million Euro in die Freiwilligen Feuerwehren der Wedemark investiert, gab Helge Zychlinski bekannt. In seinem Grußwort berichtete Wolfgang Kasten als neuer Vorsitzender des Ausschusses für Feuerschutz und Öffentliche Ordnung über die aktuelle Aufgabenstellung: „Anpassung der Satzung für die freiwillige Feuerwehr – Abrechnung von Einsätzen, aber auch Anpassung der Entschädigungssatzung für die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden.“ Ortsbürgermeister Peter Reuter hob das ehrenamtliche Engagement der Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Abbensen hervor. „Ohne euch, ohne die Freiwilligen, ginge vieles nicht.“ Reuter zitierte dabei mehrfach Altbundespräsident Theodor Heuss: „Demokratie lebt vom Ehrenamt.“ In seinem anschließenden Jahresbericht präsentierte Ortsbrandmeister Hartmut Jagau wichtige Zahlen und Fakten. „Wir haben im Jahr 2016 mit unseren Gruppen 3830 Dienststunden abgeleistet.“ Daran beteiligt waren 42 Aktive und 149 passive Mitglieder der FFW Abbensen. Jagau berichtete von zahlreichen Aktivitäten, darunter sechs Technische Hilfeleistungen sowie drei Brandeinsätze. Die Ortsfeuerwehr ist in der Dorfgemeinschaft fest verankert. So unterstützt sie beispielsweise den Dorfverschönerungsverein beim Weihnachtsmarkt oder den Schützenverein beim Schützenfest und Maibaumaufstellen. Mit Blick auf die Mitgliederentwicklung richtete der Ortsbrandmeister einen Appell an seine Feuerwehrkameraden. Alle Freunde und Bekannte sollten zum Mitmachen in der Freiwilligen Feuerwehr motiviert werden. 2016 sind elf Mitglieder aus den aktiven Dienst ausgeschieden, überwiegend aus privaten Gründen. Ein Angehöriger der Jugendfeuerwehr konnte in die Aktiven-Abteilung übernommen werden, die damit aktuell nur noch über 32 Mitglieder verfügt. Jugendwart Christopher Kappus gab in seinem Bericht die aktuellen Zahlen der Jugendfeuerwehr bekannt. Demnach gehören ihr derzeit 15 Jugendliche an, davon fünf Mädchen. Ob Umwelttag oder Osterfeuer, die Jugendfeuerwehr hat sich bei zahlreichen Veranstaltungen im Ort eingebracht. Für 2017 kündigte der Jugendwart bereits folgende Veranstaltungen an: Umwelttag am Sonnabend, 25. März, Osterfeuer am Sonnabend, 15. April, Gemeindewettbewerb am Sonnabend, 6. Mai sowie Laternenumzug am Freitag, 10. November. Drei Beförderungen und zwei Ehrungen sprach Ortsbrandmeister Hartmut Jagau am Abend aus – Tabea Precht wurde zur Feuerwehrfrau, Axel Nitschke zum Oberfeuerwehrmann und Dieter Sampolski zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Achim Knorr überreichte die neuen Dienstgradabzeichen. Für Manfred und Adolf Sackmann, die beide nicht an der Versammlung teilnehmen konnten, verlas Jagau den Überreichungstext für die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbands Niedersachsen (LFV-NDS) für 50 Jahre Mitgliedschaft. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss hatte für Uwe Peters die Ehrennadel des LFV-NDS mitgebracht. In seinem Grußwort teilte Boss mit, dass Anfang 2018 alle Angehörigen der FFW Abbensen mit der neuen Schutzbekleidung ausgestattet sein werden. Er nutzte die Gelegenheit, allen Feuerwehrkameraden für ihre Einsatzbereitschaft zu danken. Angehörige der Ortsfeuerwehr Duden-Rodenbostel hatten am Abend in Abbensen Getränkeausschank und Bedienung übernommen. „Ich arbeite mit super tollen Feuerwehrkameraden zusammen. Das motiviert mich als Ortsbrandmeister seit vielen Jahren. Es gibt noch einiges zu tun, um die Ortsfeuerwehr Abbensen auch technisch weiterzubringen. Ich hoffe, dies alles noch in meiner Dienstzeit zu schaffen“, erklärte Hartmut Jagau nach der Jahreshauptversammlung voller Optimismus. Dem offiziellen Teil folgte ein gemeinsames Abendessen – die Landschlachterei Backhaus aus Brelingen hatte reichlich aufgetischt.