Flüchtlinge in der Wedemark

SPD unterstützt Verwaltungskonzept und Initiativen

Wedemark. Die provisorische Unterbringung von zwei Asylbewerberfamilien Anfang des Jahres in der Turnhalle und dem Drei-Dörfer-Treff in Scherenbostel veran-lasste die SPD-Fraktion, die Verwaltung aufzufordern, schnellstens Pläne vorzulegen, wie weitere Flüchtlinge und Asylbewerber in der Wedemark untergebracht werden können. Bereits im Februar hatte die Fraktionsvorsitzende Rebecca Schamber erklärt, dass Prognosen von steigenden Zahlen an Flüchtlingen und Asylbewerber für 2015 ausgehen.
„Im Februar haben die Bissendorfer Sportvereine Solidarität mit den Sportlern in Scherenbostel bewiesen und sie in Bissendorf, Mellendorf und anderen Orten aufgenommen. Für dieses vorbildliche Engagement sind wir allen Beteiligten dankbar“, so Rebecca Schamber am Rande der Gemeinderatssitzung am 11. Mai.
Die SPD-Wedemark will so lange wie möglich zentrale Unterbringungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern vermeiden. Sie sind für eine Intergration in die Gemeinschaft kontraproduktiv. Auf der kommunalen Ebene wird in der Wedemark bereits viel getan. So haben sich dankenswerter Weise private ehrenamtliche Initiativen gebildet, die direkte Hilfe leisten und in persönlichen Kontakten zu Kriegsflüchtlingen wichtige Unterstützung bei der Eingewöhnung anbieten und auch direkte Hilfe leisten. Mit dem Runden Tisch Flüchtlinge, dem Interkulturellen Treff und weiteren Aktivitäten in verschiedenen Ortsteilen wird zielgerichtet und strukturiert geholfen. Die Pläne der Verwaltung für Anmietung von weiterem Wohnraum in verschiedenen Orten finden ebenfalls Anerkennung und Unterstützung durch die SPD-Fraktion. Derzeit sind 52 Wohnungen mit Flüchtlingen und Asylbewerbern bewohnt. Für weitere Flüchtlinge kann bei Bedarf noch Wohnraum angemietet werden. Da nicht absehbar ist, ob nicht noch weitere Flüchtlinge von der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB) der Wedemark zugewiesen werden, ist die Verwaltung weiter auf die Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen, die Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Die umgebauten Räume des Drei-Dörfer-Treffs in Scherenbos-tel sind nur noch für Notlagen eingeplant. „Wir sind dem Fachbereich Ordnung und Soziales und besonders Herrn Auhage für seinen großartigen Einsatz dankbar“, so Schamber.
Kein Verständnis hat die SPD-Fraktion dafür, dass es trotz steigender Flüchtlingszahlen immer noch kein abschließendes Konzept zwischen Bund und Ländern hinsichtlich der Kostenübernahme für Flüchtlingsunterbringung gibt. „Wir fühlen uns als Kommunalpolitiker von der Bundesregierung ziemlich allein gelassen. Es kann nicht angehen, dass der Bundesfinanzminister ständig seine schwarze Null im Bundeshaushalt wie eine Monstranz vor sich herträgt und gleichzeitig die Kommunen im Regen stehen lässt“, so die Fraktionsvorsitzende. Abschließend dankte Schamber allen Menschen in der Wedemark, die sich weiter um diejenigen kümmern und ihnen helfen, die aus unterschiedlichen persönlichen Notlagen heraus ihre Heimat verlassen mussten. „Menschlichkeit ist ein besonders hohes Gut.“