Flüchtlingskinder Thema in Schwarmstedt

Fortbildung für Erzieher und Lehrer von Flüchtlingskindern: Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge stellte Referenten zur Verfgügung.

PaC veranstaltet Fortbildung für KiTas und Schulen

Schwarmstedt. Wie unterstützen wir Kindertagestätten und Schulen im Umgang mit Flüchtlingskindern? Diese Frage hat sich die Samtgemeinde Schwarmstedt mit dem Programm „Prävention als Chance” gestellt und mit finanzieller Förderung des Präventionsrates ein zweitägiges Seminar für Beschäftigte in Kindertagesstätten und Schulen organisiert. Mit dabei waren Vertreter der Diakonie, die die örtliche Willkommensgruppe für Flüchtlinge bilden. Für Schulen und Kindertagesstätten bedeutet dieses Thema eine neue Herausforderung, der sich die Samtgemeinde Schwarmstedt stellen will. Ziel ist es, Beschäftigte in Kindertagesstätten und Schulen Wissen zu vermitteln, was sie im Umgang mit Geflüchteten beachten sollten und welche hilfreichen Handlungsoptionen es im pädagogischen Alltag gibt, erläutert Nicole Mittelstaedt, die das Programm PaC – Prävention als Chance in Schwarmstedt koordiniert. Über 20 Erzieherinnen, Kinderpfleger und Lehrkräfte nutzten die Chance, um sich zu diesem Thema weiterzubilden. Im Fall von Geflüchteten ist es wahrscheinlich, dass einige Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag schwerste seelische Verletzungen erlitten haben. Erlebnisse auf der Flucht und in der Familie haben nicht bewältigbaren Stress bedeutet. Kinder wirken abwesend, sie zeigen sich gereizt, verängstigt oder grenzverletzend, sie stehen unerwartet auf und gehen, setzen sich unter den Tisch, sind nicht erreichbar und nicht regulierbar –oder sie weichen der Erzieherin oder Lehrkraft nicht von der Seite.
Wie gehe ich mit diesem herausfordernden Verhalten eines Kindes um? Wie erkenne ich, ob ein Kind professionelle therapeutische Hilfe benötigt? Wie kann ich im Alltag kleine „sichere Orte“ schaffen? Und wen kann ich bei Fragen, die entstehen ansprechen? Als Experten hierzu konnten Sohila Abtehi und Diplom-Psychologe Marcus Beyer vom Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachen e.V. (NTFN ) gewonnen werden, die sich trotz vieler Anfragen landesweit die Zeit nahmen diese Themen intensiv in Schwarmstedt zu erörtern. Wie können die Kinder und Jugendlichen geschützt und dabei unterstützt werden, sich vor dem Hintergrund ihrer besonderen Verletzlichkeit wieder sicher und stark zu fühlen? Vor allem konkrete Handlungsmöglichkeiten der Lehrkräfte und Beschäftigte in Kindertagesstätten wurden bei dieser Fortbildung in den Blick genommen. Wichtig ist es uns, die Kindertagesstätten und Schulen mit diesem Thema nicht allein zu lassen, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs.