Flüchtlingsunterkünfte in Hellendorf

Ortsrat stimmt zeitweiliger Unterbringung an zwei benachbarten Standorten zu

Hellendorf (awi). Der Ortsrat hat dem Bebauungsplan „Sportanlage Hellendorf“ am Montagabend mehrheitlich zugestimmt und damit auch sein Einverständnis zu einem Projekt des sozialen Wohnungsbaus auf einem Teil des jetzigen Butenhoff- und künftigen Bauhofgeländes gegeben, in dem die Gemeinde zumindest zunächst auch Flüchtlinge unterbringen möchte. Die Politiker ermöglichten durch ihre Zustimmung zu einer Erweiterung des Gewerbegebietes in südlicher Richtung auf der jetzigen „Osterfeuerwiese“ zudem das vorübergehende Aufstellen von Wohncontainern für Flüchtlinge. Die Gemeinde hat bereits Gespräche mit dem jetzigen Eigentümer der Wiese, Martin Schönhoff, aufgenommen, der sich aus diesem Grund bei diesem Tagesordnungspunkt von der Beratung und Beschlussfassung zurückzog.
Schönhoff nahm an dieser Ortsratssitzung trotz des angekündigten Mandatsverzichts noch regulär teil, weil dieser noch nicht offiziell anerkannt ist. CDU-Ortsratsmitglied Lindy Bötel enthielt sich beim Unterpunkt der südlichen Gewerbegebietserweiterung, da sie sich daran störe, dass die Gemeinde die geplante, wenn auch zeitlich begrenzte, Nutzung des Grundstücks nach Ankauf für mit Flüchtlingen belegte Wohncontainer nicht offen kommuniziere. Ausdrücklich betonte der Ortsrat, dass er von der Gemeinde eine Information und Einbindung in den weiteren Gang der Dinge erwarte. In einem entscheidenden Punkt möchte der Ortsrat zudem ausnahmslos eine Änderung der Planung erreichen und hat der Gemeinde einen Prüfauftrag erteilt: So soll die Fläche des Bauhofs direkt an den Friedhof heran verschoben werden und der auf der urspünglich als Friedhofserweiterungsfläche geplante soziale Wohnungsbau dafür nach Süden in Richtung Mellendorf auf die andere Seite des künftigen Bauhofsgeländes verlegt werden. Diese Anregung kam aus den Reihen der Zuhörer – 21 hatten sich zur Ortsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus eingefunden – und wurde vom Ortsrat einstimmig aufgenommen. So werde die Gefahr umgangen, dass möglicherweise die Friedhofsruhe gestört werde, die Container vom Friedhof könnten ihren angestammten Platz behalten und problemlos abgefahren werden und für den Fall, dass die Bebauung irgendwann von Mellendorf in Richtung Hellendorf erweitert werde, ergebe sich dann ein geschlossener Bebauungsblock, der nicht durch das Bauhofgelände unterbrochen werde. Dass die Optionsfläche für den Friedhof nicht mehr benötigt werden würde, das sahen auch die Zuhörer so.
Ortsbürgermeister Hartmut Pflüger stimmte den Bedenken einiger Zuhörer zu, dass die geplanten Sozialbauten, die zwar aktuell mit Flüchtlingen, später aber mit sozial schwächeren Bewohnern belegt werden sollen, möglicherweise zu dicht am Friedhof lägen. So sei der Friedhof auch bei einer Nutzung mit Containern vor Jahren als Kinderspielplatz genutzt worden. Das gelte es zu vermeiden, waren sich die Ortsratsmitglieder Heiner Peterburs und Ute Ruddat mit Pflüger und Bötel einig. Peterburs betonte die unbedingte Notwendigkeit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die auf dem Butenhoff-Gelände heute noch befindliche Tankstelle wird von dem Unternehmer beim Verlassen des Geländes zurückgebaut. Die vom Bauhof noch benötigte Halle könnte dann auf der ursprünglichen Friedhofserweiterungsfläche entstehen. Planer Oliver Schulz informierte den Ortsrat darüber, dass der Bauhof voraussichtlich zur Jahresmitte das Gelände beziehen werde. Eile sei schon deshalb geboten, weil die Gemeinde das Butenhoff-Gelände gekauft habe und daher die angemietete Immobilie in Wennebostel möglichst bald räumen wolle. Zurzeit würde untersucht, ob die Lärmemssionen des Bauhofs ein Problem für die geplante Mehrfamilienhausbebauung – egal auf welcher Seite des Bauhofes – darstellen würden. „Aber früher lag der Bauhof in Mellendorf auch in einem Wohngebiet. Wir gehen daher nicht davon aus, dass Lärm ein Problem ist, auch wenn im Winter die Fahrzeuge mal nachts ausrücken müssten“, erklärte Oliver Schulz, warum ein schalltechnisches Gutachten zwar in Auftrag gegeben sei, die Verwaltung aber nicht davon ausgehe, dass ihre Pläne daran scheitern könnten.
Der Ortsrat ließ in seinen Beschluss zudem einfließen, dass der Spazierweg zur Kuhle bei der Überplanung berücksichtigt und erhalten bleiben soll und regte an, eine mit Kiefern bewachsene Baulücke an der Ecke Sandbergweg/Am Bos-telberge so in den Bebauungsplan mitaufzunehmen, dass dort eine vom Eigentümer geplante Bebauung möglich sei. Zurzeit werde das Grundstück ohnehin nur zur Ablagerung von Laub und Rasenschnitt verwendet. Nun muss sich zeigen, welches Ergebnis der Prüfauftrag an die Verwaltung ergibt und wie Fachausschüsse und Rat mit dem abgeänderten Beschlussvorschlag des Ortsrates umgehen werden.