Flugblätter erläutern neue Gebühren

Die Leiterin der Henstorf Kita in Bissendorf, Katharina Ebrecht, und der Praktikant der Gemeindeverwaltung, Thees Herzberg (hinten) hängen die Informationsblätter für die Eltern auf. (Foto: L. Irrgang)

Gemeinde klärt in Horten, Krippen und Kitas über geplante Satzungsänderung auf

Wedemark (ig). In allen Einrichtungen der Gemeinde Wedemark werden Flugblätter der Gemeindeverwaltung über den Entwurf der Änderung der Gebührensatzung die Eltern der insgesamt 1.278 Kinder in Horten, Krippen und Kindergärten informieren. „Dies ist eine umfassende Angabe über den Entwurf, der so dem Rat vorgelegt werden wird“, teilte Fachbereichsleiter Jörg Clausing bei der Verteilung der Flugblätter in der Henstorf-Kita in Bissendorf mit. Im Haushaltsjahr 2009 sei ein Defizit in diesem Bereich von 4,9 Millionen Euro angewachsen, zudem müsse die Gemeinde bis spätestens 2013 laut Gesetz für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Hortplatz anbieten können. Für dies seien schon jetzt zusätzliche Gruppen geplant. Da die Gemeinde den Bedarf weitaus höher erwartet, sollen die Vorgaben sogar ein wenig übertroffen werden, so Clausing. „Das gesetzliche Ziel werden wir 2012 erreichen“, versicherte Clausing. Wegbrechende Einnahmen etwa aus Gewerbe- und Einkommenssteuer seien mit eine Veranlassung gewesen, „die Einnahmensituation zu überprüfen“, erläuterte Clausing. Bislang habe der Deckungsgrad des Eltern-anteils am finanziellen Betreuungsaufwand zwischen 23 und 39 Prozent betragen. In dem Flugblatt verweist die Gemeinde darauf, dass man auch mit den neuen Sätzen im Krippenbereich an zweitunterster Stelle im Regionsvergleich läge, im Kindergartenbereich sogar an der untersten. An andere Stelle des Blattes wird aber die Erhöhung deutlich. Denn gerade im Krippenbereich, wo im Regionsvergleich bei der ganztägigen Be-
treuung nur Langenhagen günstigere Sätze hat, erhöhen sich beispielsweise die Gebühren zum 1. August von 143 auf 226 Euro. Es sei jedoch gerade auch dieser Bereich, welchen die Gemeinde in der Vergangenheit stark ausgebaut habe, so Clausing. Die Gemeinde habe zudem Betriebsabrechnungen, Kosten, Erlöse und Gebühren verglichen und daraus die neuen
Beitragssätze ermittelt. Die Erhöhungen im Kindergartenbereich, wo die Wedemark im Regionsvergleich an günstigster Stelle steht, beträgt in der Dreivierteltags-Betreuung zehn Euro, von 118 auf 128 Euro, die sechsstündige Vormittagsbetreuung vergünstigt sich sogar von 102 auf 100 Euro. In dem Vorschlag für die neuen Gebühren sei nun bei allen Betreuungsangeboten der gleiche Deckungsgrad von 40 Prozent angesetzt worden, so Clausing. Somit seien die Gebühren angepasst und auch gerechter. Auch die Sozialstaffel (auf Antrag werden hier nach der Höhe des Einkommens gestaffelte Gebühren erhoben) sei nun an das Wohngeld gekoppelt, die Verpflegungskosten in den Krippen um zehnEuro vergünstigt worden, das Getränkegeld wird nicht weiter erhoben und die Geschwisterermäßigung sei auch verändert worden. Hier fällt für das zweitjüngste Kind nur noch die Hälfte der Gebühren an, für jedes weitere ältere Kind werden keine Gebühren erhoben. „Die oberste Grenze für eine Familie liegt bei 420 Euro, dabei ist dann auch egal, wie viele Kinder betreut werden.“ Durch die Änderung der Gebührensatzung erwartet die Gemeinde jährliche Mehreinnahmen in Höhe von circa 250.000 Euro. Gerne beantwortet die Gemeinde unter (0 51 30) 58 14 66 Rückfragen, zudem sind unter www.wedemark.de weitere Informationen zu finden.