Flurbereinigung Hannoversche Moorgeest

Zirka 120 Teilnehmer, überwiegend Grundstückseigentümer der betroffenen Moorgebiete, nehmen im Forum des Schulzentrums Campus W an der Informationsveranstaltung über das Wertermittlungsverfahren in der Flurbereinigung Hannoversche Moorgeest teil. Foto: B. Stache
 
Karl-Ludwig Schulz, Susanne Brosch (von links), Lena Rühling und Susanne Winte haben sich für die Informationsveranstaltung über das Wertermittlungsverfahren in der Flurbereinigung Hannoversche Moorgeest auf dem Podium eingerichtet. Foto: B. Stache

Infos zum Wertermittlungsverfahren stoßen auf reges Interesse

Mellendorf (st). Mit großem Interesse verfolgten zirka 120 Teilnehmer die Informationsveranstaltung zum Wertermittlungsverfahren im Zuge der Flurbereinigung Hannoversche Moorgeest. Am Mittwochabend waren dazu vom Veranstalter, dem Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL LW) mit Sitz in Hildesheim, Karl-Ludwig Schulz, Lena Rühling und Susanne Winte in das Forum des Schulzentrums Campus W nach Mellendorf gekommen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wurde durch Susanne Brosch vertreten. Karl-Ludwig Schulz, Vermessungsoberrat und Projektkoordinator, begrüßte die Versammlung der Grundstückseigentümer der betroffenen Moorgebiete, den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft mit dem Vorsitzenden Heinrich Nädler sowie Vertreter vom Landvolk und Gäste. In einer umfassenden Präsentation erläuterte Schulz kompetent den Stand des Flurbereinigungsverfahrens, lieferte wichtige Informationen zur Wertermittlung und stellte Ablauf, Inhalt und Organisation der Planwunschtermine anschaulich dar. Das Flurbereinigungsgebiet mit einer Gesamtfläche von 2240 Hektar und zirka 900 betroffenen Grundstückseigentümern umfasst das Bissendorfer, Helstorfer, Otternhagener sowie das Schwarze Moor. „Das Gebiet ist identisch mit dem LIFE + Projekt „Hannoversche Moorgeest“, dessen Maßnahmen vom NLWKN betreut und geleitet werden“, führte Projektkoordinator Schulz aus. „Ziel des Flurbereinigungsverfahrens ist es, mit den Eigentümern möglichst einvernehmliche Regelungen bezüglich der künftigen Eigentumsstruktur zu finden“, heißt es seitens des Hildesheimer Amtes. Die Flurbereinigung bietet die Möglichkeit des Tauschs von Flächen, des Verkaufs oder auch der Gestattung. Karl-Ludwig Schulz gab hierzu umfassend Auskunft. Der Vermessungsoberrat schilderte auch sehr detailliert die erforderlichen Maßnahmen und Bewertungskriterien zur Wertermittlung von Grundstücken in den betroffenen Gebieten. Das Wertermittlungsverfahren steht vor dem Abschluss. „Wir hoffen, dass wir die Wertermittlungsergebnisse bis September 2015 dem Vorstand vorstellen und sie danach öffentlich in den Gemeinden auslegen können“, ließ Schulz die Versammlung wissen. „Wenn es eine Entscheidung gibt, mit der Sie als Eigentümer nicht einverstanden sind, dann haben Sie innerhalb einer Rechtsbehelfsfrist von einem Monat zu überlegen, ob Sie formellen Widerspruch gegen die Wertermittlungsergebnisse einlegen“, erklärte der Projektkoordinator, der die Informationsveranstaltung im offenen Dialog führte. Wichtig sei ihm auch der Hinweis, dass es bei der Wertermittlung von Flächen, die – häufig als freiwillige Leistung der Grundstückseigentümer in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz – entkusselt wurden und Flächen ohne Entkusselungsmaßnahmen keine Unterschiede gebe. Wenngleich der Torf für Eigentümer einen ideellen Wert darstellt, könne das ArL LW diesen aus rechtlichen Gründen nicht erstatten, machte Schulz deutlich. Grundstückseigentümer, die für sich in Anspruch nehmen, dass der Torf für sie neben dem ideelen auch einen finanziellen Wert besitzt, können einen Einzelantrag auf Bewertung des Torfes an das Amt in Hildesheim stellen. Karl-Ludwig Schulz bat die versammelten Grundstückseigentümer, die vor Kurzem umgezogen sind, dem ArL LW ihre aktuellen Adressen mitzuteilen, damit die Benachrichtigungen des Amtes auch die Adressaten erreichen. Die Frage eines Teilnehmers nach Veröffentlichung der Wertermittlungsergebnisse auch im Internet nahm Schulz zur Prüfung mit in sein Amt. In einem zweiten Vortragsteil lieferte NLWKN-Projektleiterin Susanne Brosch Wissenswertes zum LIFE + Projekt „Hannoversche Moorgeest“. Hierbei handelt es sich um die Revitalisierung der Hochmoore durch Regenerierung des beeinträchtigten Wasserhaushaltes. Die Wiedervernässung der vier Moore führe nicht dazu, dass dort Seenlandschaften entstehen, erklärte die Projektleiterin. Mit den ersten Arbeiten werde am Schwarzen Moor begonnen, dem kleinsten der vier, hieß es am Abend. Die dazu erforderlichen Planungsunterlagen liegen derzeit öffentlich aus. Dem ArL LW war es wichtig, an diesem Abendtermin in Mellendorf auch auf diese Tatsache hinzuweisen. Neben sachlichen Informationen zum gesamten Projekt zeigte Susanne Brosch in ihrer Präsentation ausdrucksstarke Fotos aus den Mooren und vermittelte einen nachhaltigen Eindruck von der erhaltenswerten Hannoverschen Moorgeest.