Förderverein für Heimatmuseum gegründet

Der Vorstand des neugründeten Museumsfördervereins: Vorsitzende Sandra Koch (Mitte), der zweite Vorsitzende Peter Schulze und Beisitzer Werner Renders rechts daneben sowie Schriftführer Friedrich Thümler und Kassierer Dr. Dietmar Döpke links daneben. Foto: A. Wiese

Vorstandsmitglieder: „Museum soll für die ganze Wedemark da sein“

Bissendorf (awi). Aus dem Kreis der Freunde und engagierten Unterstützer des Richard-Brandt-Heimatmuseums heraus ist jetzt ein Förderverein gegründet worden, der sich vor allem auf die Fahne geschrieben hat, sich für finanzielle Mittel zur Ausstattung des Museums einzusetzen. Die Vereinsmitglieder um die Vorsitzende Sandra Koch aus Berkhof wollen aber auch erreichen, dass das Heimatmuseum trotz seines Standortes in Bissendorf als Museum für die ganze Wedemark verstanden wird.
Schon gleich nach dem Neustart des Museumsteams im Jahre 2012 war die Idee zur Gründung eines Fördervereins geboren worden. Sie wurde jedoch zurückgestellt, bis sich die Situation stabilisiert hatte, um eine sichere Grundlage für einen dauerhaft funktionierenden Verein zu haben. Die Arbeit im Museumsteam habe gezeigt, dass dieser Zeitpunkt jetzt gekommen sei, so die Vorstandsmitglieder bei ihrem ersten Pressetermin. Mit dem Verein könne ein Instrument geschaffen werden, dem Museum bei der Präsentation und Beschaffung neuer Exponate behilflich zu sein und durch Veranstaltungen für das Museum zu werben.
Dem Museum steht zwar ein Budget der Gemeinde zur Verfügung, aber damit kann das ehrenamtliche Team keine großen Sprünge machen. Peter Schulze, der zweite Vorsitzende des neuen Fördervereins schildert ein Beispiel: Vor etwa zwei Jahren sei eine Sammlung von etwa 450 historischen Ansichtskarten aus nahezu allen Ortschaften der Wedemark zum Verkauf angeboten worden, doch das Museum hatte die Mittel für einen Ankauf nicht. Und Anfang September 2016 stand i Kunstauktionshaus im Schloss in Ahlden ein Gemälde des 1810 in Bennemühlen geborenen Kupferstechers, Radierers und Malers Georg Heinrich Busse zur Versteigerung, von dem bereits einige Werke im Besitz des Museums sind. Gemälde von Busse erscheinen recht selten auf dem Kunstmarkt. Es wäre daher ein Glückfall gewesen, dieses Exemplar in die Wedemark holen zu können, doch auch dieses Objekt konnte aus den dem Heimatmuseum seinerzeit zur Verfügung stehenden Mitteln nicht finanziert werden. Weiterhin soll die Qualität der Präsentation im Museum verbessert werden, indem beispielsweise mittelfristig die Papierschildchen mit Beschreibung der Exponate durch haltbare Schriftträger ersetzt werden. Ebenso werden die vorhandenen, nicht beleuchteten Vitrinen heutigen Präsentationsansprüchen nicht mehr gerecht, sodass ein Ersatz durch moderne Vitrinen mit LED-Innenbeleuchtung wünschenswert ist. Aber auch die Reparatur und Ergänzung schadhafter Museumsexponate sollte im Einzelfall von professionellen Restauratoren vorgenommen werden. Handwerkliche Eigenleistungen sind dem langfristigen Erhalt solcher Stücke oft abträglich, geben die Vereinsmitglieder zu bedenken. Das Richard-Brandt-Heimatmuseum Wedemark ist eine Einrichtung der Gemeinde Wedemark. Die Gemeinde hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Haushalt des Museums bei nachgewiesenem Bedarf kontinuierlich erhöht. Das weiß das Museumsteam sehr zu schätzen. Dennoch können damit nicht alle Ziele erreicht werden. Hier möchten sie mit der Vereinsgründung anknüpfen: Die oben genannten Beispiele sollen deutlich machen, wie und wo der Förderverein einspringen möchte, um mit seinen Mitteln Leistungen und Objekte zu finanzieren, die sonst im Rahmen des normalen Budgets kaum oder gar nicht realisiert werden können. Am 10. November ist der Verein offiziell gegründet worden und muss jetzt zunächst ins Vereinsregister eingetragen werden, damit dann der Antrag auf Gemeinnützigkeit beim Finanzamt gestellt werden kann. Dieses ist in Vorbereitung. Wenn diese Formalitäten erledigt sind, werden die wesentlichen Aufgaben sein, weitere Mitglieder zu werben, Spenden zu sammeln und steuerlich anerkannte Spendenquittunen dafür auszustellen sowie das Museum und den Verein in der Öffentlichkeit weiter bekanntzumachen. Am Abend der Vereinsgründung haben 13 Wedemärker die Satzung unterschrieben und sind somit Gründungsmitglieder. Aus diesen Gründungsmitgliedern wurden in offener Wahl folgende Funktionsträger gewählt: Sandra Koch aus Berkhof als erste Vorsitzende, Peter Schulze aus Bissendorf als zweiter Vorsitzender, Friedrich Thümler aus Mellendorf als Schriftführer, Dr. Dietmar Döpke aus Bissendorf als Kassierer und Werner Renders aus Bissendorf als Beisitzer. Aktuell besteht der Verein aus 15 Mitgliedern. Als Mitgliedsbeitrag wurden 18 Euro pro Person und Jahr festgelegt. Der Verein wird im ersten Quartal 2017 zu einer ersten Mitgliederversammlung einladen, um die bis dahin entwickelten Ideen des Vorstandes den Mitgliedern vorzustellen. Wer Mitglied werden möchte, kann sich mit der Vorsitzenden Sandra Koch oder dem Museumsteam in Verbindung setzen, die Anfrage gerne weiterleiten.