Folk Jazz aus Norwegen in Brelingen

Andreas Ulvo am Flügel, Karl Seglem (Saxophon), Sigurd Hole (Bass) und Schlagzeuger Jonas H. Sjøvaag nehmen ihre Zuhörer beim Jazz-Konzert in der St.-Martini-Kirche Brelingen mit auf eine Reise. Foto: B. Stache

Karl Seglem Acoustic Quartet spielt auch Ziegenhorn in der St.-Martini-Kirche

Brelingen (st). Es war ein außergewöhnliches Jazz-Konzert, das den zirka 150 Zuhörern am Sonnabend in der St.-Martini-Kirche in Brelingen geboten wurde – außergewöhnlich gut! Mit feinstem Folk Jazz begeisterte das Karl Seglem Acoustic Quartet aus Norwegen. Die Musiker Karl Seglem (Saxophon, Ziegenhorn), Andreas Ulvo (Klavier), Sigurd Hole (Bass) und Schlagzeuger Jonas H. Sjøvaag spielten überwiegend Stücke aus ihrem neuen Album „Nordic Balm“ sowie ältere Songs. Der musikalische Abend begann mit einer gefühlvoll anmutenden Komposition, die sich schon bald zu kraftvoller Stärke entwickelte, um dann wieder zu sanfteren Tönen zurückzufinden. Dazu lieferte Karl Seglem ein fast schon verstörendes Glöckchengeläut, um wenig später zum Ziegenhorn zu greifen, dem er ganz besondere Töne entlockte. Es folgte ein beschwingter Jazzvortrag, der so manche Zuhörer im Takt mitwippen ließ. Diese Mischung aus mal sanften, melancholischen, und dann wieder kraftvollen, dynamischen Passagen zog sich wie ein roter Faden durch das Konzert. Die starken Lichteffekte sowie Bild- und Schriftpräsentation auf der riesigen Leinwand vor dem Altar gaben dem Musikvortrag einen zusätzlichen Reiz. Nach 45 Minuten nonstop-Jazz wurden die norwegischen Musiker mit starkem Beifall in die verdiente Pause verabschiedet. „It`s fantastic here, it`s fantastic to play here“, begeisterte sich Komponist, Saxophonist und Ziegenhornbläser Karl Seglem. „Im zweiten Teil möchten wir die Zuhörer auf eine Reise mitnehmen. Dabei sollen alle ihre eigenen Bilder entwickeln. Das kann von norwegischer Natur sein bis hin zu… – alles ist möglich“, kündigte er an. Karl Seglem ist seit acht Jahren mit seinen drei Musikern zusammen. Jedes Jahr unternimmt das Quartett eine Tour durch Deutschland. Am Sonntag kehrte die Band nach Norwegen zurück, wo sie am Abend in Oslo ihren nächsten Auftritt hatte. Das Konzert in St.-Martini wurde vom Kulturverein Brelinger Mitte und dem Orgelbauverein St. Martini Brelingen im Rahmen des WinterJazz veranstaltet. Zu Beginn dankte Dietrich von Mirbach den Sponsoren und Förderern, der Stiftung Kulturregion Hannover, Region Hannover, Gemeinde Wedemark sowie dem Flughafen Hannover Airport. Mit seiner humorvollen Einleitung – „Sollte ein vegetarischer Gitarrenspieler ganz auf Darmsaiten verzichten?“ oder „Darf ein Veganer Ziegenhorn blasen?“ – und anderen vergnüglichen Wortspielen hatte von Mirbach das Publikum auf den Abend eingestimmt. Noch am Nachmittag hatten Ulrike Bruhn-Grimsehl, Lisa und Gerd-Richard Sacht, Peter Arasin, Peter Junker, Harald Platte und Nicolas Merchan den Bühnenaufbau im Altarraum der St.-Martini-Kirche abgeschlossen. Nach dem Konzert habe es viele Rückmeldungen gegeben, wie sehr die Musik die Zuhörer berührt habe, berichtete von Mirbach. „Manche sagten, es sei für sie einmalig gewesen. Wir haben noch bis tief in die Nacht mit den Musikern und Gästen in der Brelinger Mitte zusammengesessen und uns über die Musik ausgetauscht.“