Fortbildung zur Kindeswohlgefährdung

Bärbel Stöcker ist eine erfahrene Fachkraft und arbeitet seit drei Jahren bundesweit als freiberufliche Beraterin bei Kindeswohlgefährdung. Foto: A. Wiese

Bärbel Stöcker vom Verein Gegenwind schulte Fachkräfte aus Kita, Krippe und Hort

Bissendorf (awi). Wenn Kinder erzählen, dass sie geschlagen werden, wenn sie mangelhaft oder falsch ernährt sind, wenn sie häufig vor dem Fernseher und Computer sitzen, Anzeichen von körperlicher oder emotionaler Vernachlässigung zu erkennen sind oder aber auch der Verdacht auf übertriebene Fürsorge besteht, weil die Eltern ihrem Kind ganz offensichtlich nichts zutrauen und es nirgends alleine hingehen lassen. In allen diesen Fällen ist das Kindeswohl gefährdet. Wie man einen solchen Verdacht eingrenzt und welche Schritte zu unternehmen sind, darüber hat Bärbel Stöcker, Kindergärtnerin in Resse und seit drei Jahren als erfahrene freiberufliche Fortbildnerin und Beraterin bei Kindeswohlgefährdung bundesweit im Einsatz, am Mittwoch 16 Fachkräfte aus den Kitas, Krippen und Horten im Gemeindegebiet informiert. Sie bedankte sich für die sehr gute Kooperation mit der Gemeinde, die den Bürgersaal des Bürgerhauses in Bissendorf sowie das Equipment für die Veranstaltung zur Verfügung stellte. Die Teilnehmerinnen beschäftigten sich mit der Definition von Kindeswohlgefährdung, sprachen über Gefährungsfaktoren für Kinder. Sexueller Missbrauch wurde dabei ebenso thematisiert, wie Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt, wobei die Bandbreite von der Zeugung durch eine Vergewaltigung über die Misshandlung der Mutter und eigene Gewalterfahrunge bis zu Zeugenschaft von Gewalt und dem Aufwachsen in einer Atmosphäre der Gewalt und Demütigung reicht. Die Mitarbeiterinnen wurden jedoch nicht nur in der Erkennung dieser Hinweise geschult, sondern auch über das weitere Vorgehen aufgeklärt, das von der Beobachtung und Dokumentation und Einschätzung durch kollegiale Beratung über die Hinzuziehung einer erfahrenen Fachkraft, Beteiligung von Eltern und Kind bis zum Hinwirken auf Hilfen im Elterngespräch und als letzter Schritt der Information an Träger sowie das Jugendamt, wenn Hilfen nicht angenommen werden und auch andere Maßnahmen nicht greifen. Informationen zu diesem Thema und auch den Flyer „Gewalt ist keine Lösung“ gibt es beim Verein Gegenwind e.V., Am Alten Freyhof 25, in Bissendorf, Telefon (0 51 30) 79 01 23.