Frauen in die Feuerwehr!

Wiebke Kracke ist Atemschutzgeräteträgerin, ihre Mutter Marina Maschinistin. Beiden fahren auch das 7,5 Tonnen schwere Einsatzfahrzeug. Foto: A. Wiese

Marina und Wiebke Kracke stehen in der Meitzer Wehr seit Jahren ihren Mann

Meitze (awi). Sie steuern das 7,5 Tonnen schwere Einsatzfahrzeug, wuppen die Pumpe und schließen die Mitteldruckleitung an – Marina Kra-cke und ihre Tochter Wiebke sind aktive Feuerwehrfrauen in der Ortsfeuerwehr Meitze und stehen dort ganz selbstverständlich ihren Mann oder besser die Frau. Denn es kann auch durchaus von Vorteil sein, eine Feuerwehrfrau zu sein. „Eine Frau braucht weniger Luft“, sagt zum Beispiel die als Atemschutzgeräteträgerin ausgebildete Wiebe Kracke. Die 29 Jahre alte Grundschullehrerin und Tochter des früheren Ortsbrandmeisters ist in der Jugendfeuerwehr groß geworden und nach einer kurzen Pause mit 18 Jahren in die aktive Wehr eingestiegen. Truppmann 1, Truppmann II, dann Lehrgänge als Atemschutzgeräteträgerin – Wiebke Kracke ist ein ebenso vollwertiges Feuerwehrmitglied wie ihre Mutter Marina. Die machte als erste Feuerwehrfrau in Meitze vor 13 Jahren den entscheidenden Schritt und hat ihn nie bereut. „Mein Mann hat sich schon immer für Frauen in der Feuerwehr ausgesprochen und als meine Kinder alle zur Schule gingen, bin ich quereingestiegen. Die 53-jährige Oberfeuerwehrfrau ist Maschinistin und hat einen Funkerlehrgang. Den 7,5- Tonner steuert sie noch mit ihrem alten Führerschein, während ihre Tochter den Lkw-Führerschein machen musste. „Gerade in den kleinen Dörfern ist es wichtig, dass tagesverfügbare Kräfte da sind“, sagt die Pflegesekretärin, die meistens mittags zu Hause ist. Wenn die Feuerwehr Meitze alarmiert wird, lassen Marina und Wiebke Kracke, wenn sie zu Hause sind, alles stehen und liegen und flitzen zum Feuerwehrhaus, rüsten sich ein, gu-cken, wer da ist, fahren das Auto raus und los geht es zum Einsatzort, um zu helfen. „Ich war eins der ersten Mädchen in der Jugendwehr“, erinnert sich Wiebke Kracke. Sechs Frauen wurden in der Meitzer Wehr mittlerweile ausgebildet, zwei sind übrig geblieben. Die anderen verließen den Ort wegen Ausbildung und Studium oder hatten deswegen keine Zeit mehr für die Feuerwehr. Denn ernst nehmen muss man diese Aufgabe, bestätigen Marina und Wiebke Kra-cke. Regelmäßig erscheinen sie zum Dienst und bringen sich auch sonst überall ein, wo die Feuerwehr gebraucht wird. „Es ist einfach eine ganz wichtige Sache, dass sich jeder einbringt. Wir brauchen ja alle mal die Feuerwehr“, sagt die 29-Jährige ernst. Sie ist froh, dass sie ihre Arbeitszeit so flexibel handhaben kann, dass sie der Feuerwehr treu bleiben kann. „Frauen sind wichtig, nicht nur um die Zahl der Einsatzkräfte überhaupt zu erhöhen, sondern sie bringen sich auch speziell ein, denken an andere Dinge als Männer, zum Beispiel, wenn es darum geht, Feste auszurichten und auch an die schweren Seiten des Feuerwehrjobs gehen wir emotional anders ran“, bestätigt ihre Mutter Marina. Beide gehören übrigens auch der Wettkampftruppe an, sowohl der der Meitzer Wehr, als auch der reinen Frauentruppe, die bei den Gemeindewettkämpfen seit drei Jahren für Furore sorgt. Die Feuerwehr, betonen Mutter und Tochter, sei ein nicht wegzudenkender Teil der Dorfgemeinschaft, von der alle sehr profitieren.
Und profitieren von der Kampagne „Frauen in die Feuerwehr“, für die ein Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr sich diese Serie mit den Meitzer Feuerwehrfrauen als Auftakt ausgedacht hat, soll die Feuerwehr in der Wedemark. In loser Folge wollen die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf, Gemeindebrandmeister Michael Hahn, Feuerschutzausschussvorsitzender Jürgen Benk und die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Rebecca Schamber und Mona Achterberg andere aktive Feuerwehrfrauen präsentieren und Wedemärker Frauen zum Quereinsteigen ermutigen. Jede, die auf den Geschmack gekommen ist, kann sich einfach bei ihrer Ortswehr beziehungsweise beim Ortsbrandmeister melden. Denn alle Wedemärker Wehren stehen hinter dem Motto „Frauen in die Feuerwehr!“