Frauen in die Feuerwehr!

Heike Helfers (v. r.), Katrin Freund und Heike Placzek gehören zu den sieben aktiven Brelinger Feuerwehrfrauen und sind mit der Ausrüstung des Einsatzfahrzeugs bestens vertraut. Foto: A.Wiese

Sieben aktive Frauen in Brelingen

Brelingen (awi). Als die Brelinger Feuerwehr 1987 unter ihrem damaligen Ortsbrandmeister Helmut Thomas als erste Wedemärker Wehr Frauen aufnahm, war sie noch allein auf weiter Flur. „Die Männer haben ganz schön verdutzt geguckt, als wir beim Grundlehrgang mit elf Frauen aufschlugen und auch noch Kaffee und Kuchen mitbrachten“, erinnert sich Heike Placzek schmunzelnd. Sie ist eine der sieben aktiven Damen unter den insgesamt 36 Feuerwehreinsatzkräften in der Freiwilligen Feuerwehr Brelingen. „Klar unterstützen wir die Aktion „Frauen in die Feuerwehr“, sagten die Brelinger Frauen und ihr Ortsbrandmeister Michael Helfers, als sie von der Aktion der Gemeindeverwaltung und des Gemeindekommandos hörten. Sieben Frauen in der Feuerwehr Brelingen, das sind Feuerwehrfrau Frauke Bohlmann, 21 Jahre alt, seit 2002 in der Jugendfeuerwehr und seit 2008 in der aktiven Wehr. Sie ist Atemschutzgeräteträgerin und Sprechfunkerin und nimmt im Ortskommando die Funktion der Schriftführerin wahr. Ihre Mutter Karin ist Hauptfeuerwehrfrau. Die 50-Jährige gehörte im Juli 1987 zu den Pionieren. Ihre zweite Tochter Maren ist Feuerwehrfrau-Anwärterin und ebenfalls 2003 in die Jugendwehr eingetreten. „Ich bin mit der Feuerwehr aufgewachsen, meine ganze Familie war in der Feuerwehr, da wollte ich auch“, sagt Heike Helfers (44), ebenfalls Pionierin von 1987, Sprechfunkerin, Zeugwartin und Ehefrau des Ortsbrandmeis-ters. Hauptfeuerwehrfrau Melanie Helfers (39) trat 1996 ein und ist seit 1998 Jugendbetreuerin. Hauptfeuerwehrfrau Heike Placzek (45), in der Feuerwehr seit 1988, ist Maschinis-tin, kennt sich wie ihre Kolleginnen mit dem Einsatzfahrzeug und allem Gerät bestens aus. Und die siebte im Bunde ist Katrin Freund (32), Gründungsmitglied der Jugendwehr und seit letztem Jahr Schulklassenbetreuerin. Ortsbrandmeister Michael Helfers kann und will auf „seine Frauen“ nicht verzichten. Sie erhöhen nicht nur die Tagesverfügbarkeit der Wehr – im voll besetzten Einsatzfahrzeug sitzen Alarmfall meist drei bis vier Frauen –sondern haben auch sonst unverzichtbare Aufgaben und verbessern das Betriebsklima. Dass aus der Brelinger Feuerwehr sieben „Feuerwehrpartnerschaften“ hervorgegangen seien, sei ebenfalls kein Zufall, ist sich Helfern mit seinem Stellvertreter Marcus Karp einig. Die „Kinderbetreuung“ im Einsatzfall ist übrigens in den meisten Fällen interfamiliär mit Unterstützung von Schwägerinnen, Großeltern oder Nachbarn geregelt. Aber es ist auch schon vorgekommen, dass die größeren Kinder der einen Feuerwehrfrau im Gerätehaus auf die kleineren der anderen aufgepasst haben. „Wir sind hier voll akzeptiert, die Männer unterstützen uns bei körperlich schwereren Aufgaben, wir werden gebraucht, vor allem auch in der Betreuung der Opfer“, erzählen die Frauen. Kann es bessere Argumentationshilfen für Frauen in der Feuerwehr geben?