Frauke Heiligenstadt informierte sich

Tauschten sich in der Grundschule Elze zum Thema Inklusion aus (v.r.): Bürgermeister Tjark Bartels, die Schulleiter Walter Zychlinski und Doris Rommel, Frauke Heiligenstadt, Kandidat Rüdiger Kauroff, Förderschulleiterin Jana Semeradt-Möller und die SPD-Ratspolitikerinnen Rebecca Schamber und Christa Bogenschütz. Foto: A. Wiese

SPD-Schattenkabinettsministerin besuchte IGS Wedemark und Grundschule Elze

Mellendorf/Elze (awi). Am Donnerstag besuchte auf Einladung des SPD-Landtagskandidaten Rüdiger Kauroff Frauke Heiligenstadt die Wedemark. Heiligenstadt ist vom SPD-Ministerpräsidentenkandidaten Stephan Weil als Kultusministerin in seinem Kabinett vorgesehen. Sie informierte sich zunächst in der IGS Wedemark bei Schulleitung, Elternrat und Schülerrat und setzte sich dann in der Grundschule Elze mit Vertretern dieser Schule, der Förderschule, der Grundschule Brelingen und Bürgermeister Tjark Bartels zum Thema Inklusion auseinander. In der IGS ging es zunächst um die gebundene Ganztagsschule für alle, ein Modell, das Heiligenstadt als Kultusministerin gerne einführen möchte, außerdem um die Vereinheitlichung von Schulsozialarbeit und natürlich die von der Verwaltung für die IGS Wedemark beantragte Oberstufe. Hier seien von der Landesschulbehörde noch Unterlagen nachgefordert worden, erfuhren die SPD-Politiker in der IGS Wedemark.
An der Grundschule Elze ging es dann um ein ganz spezielles Thema: Die Inklusion und die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür. Frauke Heiligenstadt möchte sich ein Bild davon machen, wie die Situation im Land zurzeit ist, die Problematik an den Schulen aus Sicht der Förder- und Grundschulen thematisieren. „Mit dem Gesetzesbeschluss zur Inklusion hat die Arbeit erst begonnen“, stellte Heiligenstadt fest und erklärte: „Wir dürfen die Schulträger jetzt nicht allein lassen, ebensowenig die Schulen und Kollegien, und müssen auch für die Eltern ein offenes Ohr haben.“ Inklusion, das steht für sie fest, „ist eine Frage der Haltung“. Sie finde an den Schulen viel Bereitschaft Inklusion umzusetzen, kritisierte aber, dass bis heute nicht bekannt sei, wieviele Ressourcen da hinein gegeben werden sollen. So sei bei den Lehrern die Bereitschaft zur Fortbildung vorhanden, diese werde aber nicht ermöglicht. Bürgermeister Tjark Bartels bestätigte diesen Eindruck: „Wir fühlen uns damit ein gutes Stück allein gelassen und stellen in Frage, ob die, die die Inklusion beschlossen haben, auch den Schwenk in Gedanken gemacht haben.“ Inklusion könne gesellschaftlichen Nutzen bringen, aber das koste Geld und sei keine einmalige Angelegenheit, sondern ein Prozess, der begleitet werden müsse. „Wir müssen in Frage stellen, ob die Ernsthaftigkeit dazu da ist. Die Umsetzung lässt darauf nicht schließen“, so der Bürgermeister. Die SPD habe beschlossen, einen Inklusionsbeirat einzurichten, berichtete Heiligenstadt, in dem Vertreter von Schulen und Praktiker an einen Tisch geholt würden. Die Erfahrungen der Schulen, die sich schon jetzt mit Inklusion beschäftigten, müssten in eine solche Runde unbedingt mit einfließen, forderte die Brelinger Grundschulleiterin Doris Rommel. Sie mache sich große Sorgen, so Frauke Heiligenstadt, ob bundesweit ausreichend Förderpädagogen vorhanden seien. Gebraucht werde ein berufsbegleitendes Aufbaustudium. Die Kollegen, die sich dazu entschlössen, müssten aber auch entsprechend unterstützt werden. So sieht es auch Förderschulleiterin Jana Semeradt-Möller und brachte praktische Beispiele ein. „Mehr Zeit und mehr Köpfe“ seien notwendig, um die Inklusion erfolgreich auf den Weg zu bringen, bilanzierte Elzes Grundschulleiter Walter Zychlinski: „Wir merken, wie gut uns das gut, dass wir uns hier mit Inklusion beschäftigen, aber wir brauchen Unterstützung, um diesen Weg weiter zu gehen. Wenn wir ein Fahrzeug als Vergleich heranziehen, würde ich sagen „Wir wissen, wo es knirscht und freuen uns, dass wir sagen konnten, wo die Ölkanne angesetzt werden könnte“, gab Zychlinski Frauke Heiligenstadt als möglicherweise nächster Kultusministerin mit auf den Weg.