Frühjahrsempfang der SPD Wedemark

Die drei Redner beim Frühjahrsempfang der SPD Wedemark im Mooriz: Professor Dr. Christian Pfeiffer (links), Caren Marks und Jürgen Benk. Foto: B. Stache
 
Caren Marks (rechts) begrüßt die Gäste zum Frühjahrsempfang der SPD Wedemark im MOORiZ. Foto: B. Stache

Ehrenamtliches Engagement der Bürger ist Thema aller Redner

Resse (st). Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin und SPD-Ortsvereinsvorsitzende, konnte zum Frühjahrsempfang der SPD Wedemark am Freitagabend im Moorinformationszentrum (Mooriz) zahlreiche Gäste begrüßen. „Wir haben Menschen eingeladen, die sich in unserer Wedemark engagieren. 31 Millionen engagieren sich ehrenamtlich in unserem Land und viele von Ihnen sind Teil dieser Millionen. Sie machen das Zusammenleben besser“, erklärte sie. Mit dem bürgerlichen Engagement gehe es bergauf, ob im Kindergarten, in der Schule oder bei der Flüchtlingshilfe, befand Caren Marks. „Engagement hilft anderen, macht aber auch Freude und einen selber stark.“ Als Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion sprach anschließend Jürgen Benk. Auch er thematisierte die Bereitschaft der Bürger bei der Flüchtlingshilfe. Besonderen Dank richtete er an die Verwaltung. „Der Bürgermeister und seine Mannschaft im Rathaus haben sich weit über das übliche Maß hinaus engagiert, um dem plötzlichen Strom an Flüchtlingen Herr zu werden. Die Verwaltung hat geholfen und auch die Ehrenamtlichen“. Jürgen Benk erinnerte an die zahlreichen Unterstützerkreise, die sich ebenfalls in der Flüchtlingshilfe engagierten: beispielsweise bei der Ausstattung der Mehrzweck- und Jugendhalle mit Mobiliar, bei der Lernhilfe Deutsch für Flüchtlinge, der Beschaffung und Reparatur von Fahrrädern sowie dem Betrieb von Möbellagern. „Überall finden wir diese großartige Hilfe.“ Anfängliche Bedenken und Ängste zu Beginn der Flüchtlingsaufnahme – mittlerweile zirka 800 in der Wedemark – seien durch Dialog abgebaut worden. „Wir sind zu Recht eine Wohlfühlgemeinde, die geprägt ist von Toleranz und Hilfsbereitschaft“, betonte Jürgen Benk. Als Gastredner sprach der Niedersächsische Justizminister a.D. und ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen Professor Dr. Christian Pfeiffer über das Thema Flüchtlingsintegration und Zivilgesellschaft. Vor 20 Jahren wurden die ersten Bürgerstiftungen in Hannover gegründet und alle leisten gute Flüchtlingsintegrations- und Jugendarbeit. Der Kriminologe spannte einen weiten Bogen von den Russlanddeutschen, die Ende der achtziger Jahre in großer Zahl als Aussiedler nach Deutschland kamen, bis zur heutigen Situation der Flüchtlinge. Gegenüber den Spätaussiedlern, deren Integration gelungen ist, habe es anfangs Ängste und Ressentiments gegeben, aber auch eine große Spendenbereitschaft. Die Integration der aktuellen Flüchtlinge, von denen viele in Deutschland bleiben wollen, kann mit Unterstützung der Bürger ebenfalls gelingen, lautete sein Votum. „Damit der Wirtschaftsstandort Deutschland so stark bleibt wie er jetzt ist, sind wir darauf angewiesen, pro Jahr zwischen 350.000 bis 600.000 junge Menschen zu integrieren“, führte Professor Pfeiffer mit Hinweis auf die geringe Geburtenquote in Deutschland aus. Die zirka 1,7 Milliarden Euro, die Niedersachsen in diesem Jahr für die Integration von Flüchtlingen investieren wolle, sei daher gut angelegtes Geld. Der Gastredner sprach auch das Thema Kriminalität an. In einer Zeit, in der die Zahl der Migranten von 16 auf 20 Prozent gestiegen ist, sei – anders als von manchen Medien suggeriert – die Kriminalität gesunken. „Seit dem Jahr 2000 haben beispielsweise die vorsätzlichen Tötungsdelikte um 43 Prozent abgenommen. Die Gesamtkriminalität ist in den vergangenen zehn Jahren auch um knapp zehn Prozent zurückgegangen“, erklärte der Gastredner. „Es ist uns ganz gut gelungen, mit dieser starken Migration klar zu kommen und zu verhindern, dass sie sich zu einem Kriminalitätsrisiko ausweitet.“ Professor Pfeiffer nannte eine Reihe von Integrationsbestrebungen, wie es sie auch in Niedersachsen zahlreich gibt, beispielsweise durch Fußball- oder Gesangsvereine, aber auch nur durch Gespräche mit den Flüchtlingen. Wenn die Mischung aus einem guten Integrationsgesetz, dem bürgerschaftlichen Engagement und den vielen Bürgerstiftungen funktioniert, werde die Integration gelingen, ist sich Professor Pfeifer sicher: „Wenn das alles klappt, sage ich, wir schaffen das.“ Die Zuhörer dankten dem Gastredner mit lang anhaltendem Applaus, Caren Marks überreichte ihm zum Dank ein Präsent. Mit einem kalten Büfett, Getränken und vielen Gesprächen fand der Frühjahrsempfang der SPD Wedemark seine Fortsetzung.