„Für uns gibt es keinen weiteren Abbau“

Bürgermeister Tjark Bartels sah sich durch die große Resonanz beim spontan organisierten Protestkonzert in seiner Ansicht bestätigt. Foto: A. Wiese

Bürgermeister Tjark Bartels will Protest weiterhin aufrecht erhalten

Wedemark (sch). Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Freitagmittag bezog Bürgermeister Tjark Bartels noch einmal Stellung zum neuesten Stand der Dinge. Angesichts der ungeklärten Umstände, unter denen die brisante Änderung nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens in die Verodnung aufgenommen wurde, sieht er trotz des offensichtlichen Rückziehers der Landesregierung keinen Grund zur Entwarnung. Er sprach Papenburg und der Landesregierung in diesem Vorgang sein grundsätzliches Misstrauen aus und kündigte an, die Proteste der Gemeinde und deren Bürger aufrecht erhalten zu wollen, bis auch die Frage der etwaigen Ausweichflächen restlos und unter entsprechend transparenter Verfahrensweise geklärt werde. „Für uns gibt es keinen weiteren Abbau“, bezog Bartels für die Gemeinde Position. Die Wedemark habe ohne eigenen Nutzen oder Ausgleich die volle Last des Kiesabbaus zu tragen, dies sei mehr als genug. „Wir sind seit Jahrzehnten belastet vom Kiesabbau. Wenn wir nicht wissen, was hier verlässlich kommt, werden wir nur noch das machen, was von Dritten einklagbar ist“, lautete Bartels Kampfansage in Richtung Papenburg und Landesregierung. Auch eine klare Zuständigkeit in den Ministerien forderte der Bürgermeister ein: „Wir wollen eine Antwort von Herrn Lindemann und nicht von Herrn Bode“, betonte er. Bei allem Ärger zeigte sich Bartels aber auch sehr erfreut über die starke und spontane Reaktion der Bürgerinnen und Bürger, die seiner Auffassung nach die wahren Gewinner des Protestes seien. „Ich bin ziemlich angetan davon, wie sich die Wedemärkerinnen und Wedemärker engagiert haben“, lobte er. Das Einlenken der Landesregierung sei jetzt durch dieses Bürgerengagement erreicht worden. Hart ins Gericht ging Bartels dagegen mit der Landtagsabgeordneten Editha Lorberg, die ihm Aktionismus vorgeworfen habe. Er fühle sich durch die Aussagen von Frau Lorberg diskreditiert und warf ihr seinerseits schlechte Umgangsformen vor.