„Ganz ohne Zuschuss geht es nicht“

Der Vorsitzende des Vereins der Kinderfreunde, Tim Arndt (2. v.r.) im Gespräch mit den Vertretern der SPD-Ratsfraktion (v. l.) Jürgen Benk, Christian Killig und Heiner Peterburs sowie Nadine Becker vom Mentoring Programm der SPD Wedemark in den Räumen der

SPD sagt dem Verein der Kinderfreunde für seine Spielkreis Unterstützung zu

Mellendorf (awi). Der Brief, den Tim Arndt von der Gemeindeverwaltung bekam, versetzte den Vorsitzenden des Vereins der Kinderfreunde in Alarmstimmung: Bereits in diesem Jahr war der Zuschusstopf für die Spielkreise im Gemeindegebiet halbiert worden – 5000 Euro werden zum Jahresende nach Anzahl der Kinder unter den Spielkreisen aufgeteilt. Für das Jahr 2011 würden die Zuschüsse ganz gestrichen, habe Gemeindemitarbeiterin Ellen Zöge angekündigt, berichtete Tim Arndt. Doch seit Mittwoch ist er wieder entspannter: Die SPD-Ratsfraktion hat dem Verein der Kinderfreunde Unterstützung zugesichert und versprochen: „Der Zuschusstopf soll auf dem Stand dieses Jahres bleiben und nicht noch einmal reduziert werden.“
Seit 30 Jahren gibt es den Verein der Kinderfreunde, seit 25 Jahren nutzt der Verein das gemeindeeigene Haus am Teich kostenfrei, muss jedoch Sach- und Personalkosten tragen. Das sei auch bei großem Engagement der Eltern nicht immer einfach, führte Tim Arndt aus, denn der Verein möchte sein Spielkreisangebot der verschiedenen Gruppen am Vor- und Nachmittag, mit und ohne Elternbeteiligung, nicht reduzieren. Insbesondere die Vormittagsgruppen seien gut nachgefragt, bestätigte Arndt im Gespräch mit den SPD-Politikern. Deren sozialpolitischer Sprecher Heiner Peterburs betonte, die SPD habe großes Interesse daran, dass die Kinderbetreuung noch weiter ausgebaut werde. „Diese Art der Betreuung in den Spielkreisen ist im Gesamtpaket von großer Bedeutung“, so Peterburs und versprach: „Wir nehmen die Sorgen der Kinderfreunde ernst und werden uns dafür einsetzen, dass der Verein auch 2011 mit Mitteln rechnen kann.“ Die SPD wolle diese Arbeit des Vereins absichern helfen, bei der ein großer Teil von den Eltern selbst geleistet werde. Anders als beim Spielkreis der Zwergenburg, den die SPD in der Vorwoche besucht hatte, konnte Tim Arndt nicht bestätigen, dass die Spielkreis parallel zum Ausbau der Krippenplätze weniger Nachfrage zu verzeichnen hätten. Lediglich Vormittagsplätze seien beliebter als Nachmittagsplätze und Eltern verzichteten zunehmend darauf, gemeinsam mit ihren Kindern an den Gruppen teilzunehmen, berichtete Arndt. Die Angebote der Kinderfreunde seien schon deswegen so beliebt, weil die Gruppen verschiedene Schwerpunkte hätten: So sei eine Vormittagsgruppe auf Sport focussiert, die andere unternehme mehr Ausflüge.
Demnächst werde eine Gruppe eingerichetet, in der es auch musikalische Früherziehung geben werde. Die bereits erfolgte Halbierung der Zuschüsse treffe die Kinderfreunde zwar auch, bringe sie aber noch nicht in existenzielle Nöte. Das sehe jedoch anders aus, wenn die Zuschüsse wie von der Verwaltung in ihrem Schreiben angekündigt, 2011 komplett gestrichen würden, so Arndt. Im laufenden Jahr könne der Verein noch mit rund 1000 Euro Zuschuss rechnen, wenn von Zahlen wie im Oktober vergangenen Jahres ausgegangen werde. Sparpotential gebe es jedoch nicht mehr. Die Personalkosten könnten nicht gedrückt werden und die Unterstützung der Eltern durch Eigenleistungen werde auch bereits maximal eingefordert. Die Einbindung gestalte sich ohnehin zunehmend schwieriger. Auch von den Vorstandsmitgliedern, von denen die meisten keine eigenen Kinder mehr im Spielkreis hätten, werde ein Optimum an zeitlicher und körperlicher Leistungsbereitschaft erwartet und auch erbracht. Die SPD-Politiker beendeten ihren Besuch im Haus am Teich mit einem Rundgang und zeigten sich von dem gemütlichen und optimal ausgenutzten Altbau sowie dem großzügigen Grundstück sehr angetan.