Ganztagsschule in Bissendorf ab 2016/17

Stellten am Donnerstag das Konzept für die offene Ganztagsschule an der Grundschule Bissendorf ab dem Schuljahr 2016/2017 vor: die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf (von links), Fachbereichsleiter Jörg Clausing, Schulleiterin Andrea Grunwald-Seitz, Bürgermeister Helge Zychlinski und Hortlleiterin Heike Wienberg. Foto: A. Wiese

Gemeinde, Schulleitung und Hortleiterin stellen ihr Konzept vor

Bissendorf (awi). Die offene Ganztagsschule an der Grundschule Bissendorf soll zum Schuljahresbeginn 2016/2017 an den Start gehen. Der Bildungsausschuss bekommt die entsprechende Drucksache nächste Woche auf den Tisch, der Rat am 20. Juli. Im August wird die Gemeinde den offiziellen Antrag bei der Region stellen. Zeit dazu hätte sie theoretisch bis Dezember diesen Jahres.
Die Grundschule Bissendorf – mit über 300 Schülern die größte Grundschule in der Wedemark – ist der Vorreiter, doch andere Grundschulen werden folgen, ist Bürgermeister Helge Zychlinski überzeugt. Ganz bewusst habe man sich Zeit genommen, um in Bissendorf ein umfassendes Konzept aufzustellen. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Als Partner hat sich die Bissendorfer Grundschule die Gemeinde Wedemark und damit den bereits seit vielen Jahren gut kooperierenden Hort ins Boot geholt. In der offenen Ganztagsschule werden die Schüler, wenn ihre Eltern sie dafür anmelden, montags, dienstags und mittwochs nach Schulschluss bis 15.30 Uhr mit Mittagessen versorgt, bei den Hausaufgaben beaufsichtigt und in den letzten eineinhalb Stunden mit Beschäftigungs- und Freizeitangeboten versehen. Die Eltern können ihre Kinder nur einen der drei Tage, aber auch zwei oder drei Tage anmelden. Sie können sie um 15.30 Uhr abholen oder das ergänzende Hortangebot bis 17 Uhr sowie am Donnerstag und Freitag nutzen. Nur wer in der Ganztagsschule angemeldet ist, kann allerdings auch auf die Ferienbetreuung im Hort zurückgreifen. Sie muss von den Eltern separat gezahlt werden ebenso das ergänzende Hortangebot von 15.30 bis 17 Uhr von montags bis mittwochs sowie donnerstags und freitags von Schulschluss bis 17 Uhr. Doch unter dem Strich wird es für die Eltern billiger. Denn die Zeit, die ihr Kind montags bis mittwochs bis 15.30 Uhr in der Ganztagsschule verbringt, ist für die Eltern kostenfrei. Die Schule wird 60 Prozent der Betreuungszeit in der Ganztagsschule mit Lehrerstunden abdecken und dafür zusätzliche Lehrer bekommen. Die restlichen 40 Prozent werden durch die Hortkräfte abgedeckt, die den Kindern, die bereits jetzt den Hort besuchen, vertraut sind. Bis zum Start des Ganztagsschulmodells im Sommer nächs-ten Jahres wird die Gemeinde die Nachfrage nach Hortplätzen auch weiterhin mit dem sechsgruppigen Hort plus dem ergänzenden Angebot von 40 Plätzen bis 15 Uhr inklusive Mittagessen erfüllen, bestätigte Fachbereichsleiter Jörg Clausing. Sowohl Schulleitung, Eltern und Lehrern als auch der Verwaltung sei wichtig gewesen, ein vernünftiges pädagogisches Konzept vorweisen zu können. Und so etwas brauche Zeit. Erschwerend sei dazu gekommen, dass im letzten Jahr noch gar nicht klar gewesen sei, was in der Schulgesetznovelle stehen würde. Diese habe für die Ganztagsschule eine völlig neue Rechtslage geschaffen. Die Arbeitsgemeinschaft aus Eltern, Lehrern und Hort-Vertretern haben bei ihren Überlegungen zum Konzept all dies berücksichtigt. Man sei übereingekommen, mit drei Tagen in der Woche zu beginnen, um überhaupt erst einmal Erfahrungen sammeln zu können. Geplant ist eine Art Schichtsystem: Die Erst- und Zweitklässler kommen nach Schulschluss nach 12 Uhr in die Horträume zum Essen, gehen gegen 13 Uhr zur Hausaufgabenbetreuung in speziell dafür vorgesehene Räume und machen damit den Platz für die Dritt- und Viertklässler frei, die dann zum Essen kommen. In den Angeboten ab 14 Uhr treffen sich dann alle Schüler und können ihren Neigungen nachgehen, die sportlicher, musischer, künstlerischer Natur sein können. Das Angebot werde sehr vielfältig sein und anders als der Hort auch die schuleigene Bücherei oder den Werkraum miteinbeziehen können, erklärte Grunwald-Seitz. Nach 15.30 Uhr endet dann die offene Ganztagsschule und die Hortmitarbeiter übernehmen komplett bis um 17 Uhr. Das Konzept sehe vor, dass die Kinder auf jeden Fall immer einen festen Ansprechpartner und die gleichen Gruppen vorfänden, betonten Schulleiterin und Hortleiterin Heike Wienberg übereinstimmend. Das sei auch für die Eltern ein ganz wichtiger Aspekt bei der Konzeption gewesen.