Geblasen klang es einfach fantastisch

Alle Mitglieder des Musikzuges spielten hochkonzentriert und brachten gemeinsam ein fantastisches Konzert auf die Bühne.

Solosängerin stahl dem Musikzug nicht die Show, sondern verstärkte die Wirkung

Elze (awi). „Geblasen klingt‘s so“ lautete in diesem Jahr der Titel des Frühjahrskonzerts des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Elze. Das Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Gasthauses Goltermann bekam ein Konzertprogramm serviert, das einen großen Bogen von Pop-Klassikern, bekannten Klassik-
Titeln bis zu den beliebten böhmisch-märischen Themen schlug. Wie das Konzertmotto erahnen ließ, waren viele der Titel nicht in erster Linie durch Blasorchester bekannt, aber geblasen außerordentlich hörenswert. Traditionell war jedoch die Eröffnung dem Elzer Feuerwehrmarsch vorbehalten, gefolgt von einer flotten und schwungvollen Ouvertüre namens „Europarty“. Der „Second Waltz“ von Dimitri Schostakowitsch hat nicht erst schwungvollen Hit-Charakter, seit ihn André Rieu populär machte. Als Euphonium-Solist präsentierte sich Musikzugleiter Klaus Breitkopf gemeinsam mit einer Soloflötistin und schaffte es dennoch routiniert, sein Orchester zu leiten, während Variationen von Grandfather‘s
Clock das Publikum verzauberten. Dass der ungarische Tanz Nummer fünf von Johannes Brahms eine besondere Herausforderung für das Blasorchester darstellte, dürfte dem Publikum gar nicht so aufgefallen sein, genoss es doch sichtlich den klassischen Ohrwurm. In musikalische Höhen entführte der Astronauten-Marsch und danach direkt in die Pause. Den Stilwechsel nach der Unterbrechung ist der eingefleischte Fan – und davon gab es eine Menge unter den über 200 Zuhörern beim Frühjahrskonzert – vom Elzer Musikzug bereits gewöhnt und so ging es nach dem herrlichen klassischen Marsch „Laridah“ hinein in die Pop-Welt: Nach der Moonlight-Serenade folgte der Höhepunkt des Nachmittags und für den Musikzug eine absolute Rarität: Er hatte sich mit Suzi Ebersberger eine hochklassige Sängerin eingekauft, die den eigentlich für A-Capella-Chor und Solo-Gesang geschriebenen Filmhit „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ mit Blasmusikbegleitung sang – eine Kombination, die den Zuhörern Schauer über den Rücken laufen ließ. Sologesang zu begleiten, das war für die Elzer Musiker absolutes Neuland, doch sie meisterten es souverän und beide - Blasorchester wie Sängerin – kamen um eine Zugabe nicht herum. „Can‘t help falling in love“ von Elvis Presley setzte den Ausflug in den Bereich der Evergreens und emotionaler Unterhaltungsmusik fort und wurde dann ziemlich abrupt von dem unverzichtbaren böhmischen Block abgelöst. Bei der Polka „Mein Herz schlägt nur für dich“ wurde das schlagende Herz zum Hörgefühl, beim Walzer „Herzeleid“ dann eine weitere Beziehungsschiene in Musik gefasst, ehe sich das Konzert mit dem temperamentvollen „böhmischen Traum“ und dem Niedersachsen-Lied zum Mitsingen zum Crescendo steigerte, bis es dann mit der besinnlich-anrührenden Hymne Donna nobis pacem nach einem Arrangement des verstorbenen Musikzugleiters Günter Rudolph harmonisch ausklang.