Geburtstagsfeier im Seniorenheim Curata

Alma Krüger wurde am Sonntag 103 Jahre alt. Sie blickt auf ein langes Leben zurück. Die Betreuungsleiterin Nadine Kuhn und der Wohnbereichsleiter Akram Ahmi aus dem Haus Curata in Abbensen begleiteten sie an diesem Tag. Foto: N. Mandel

Alma Krüger wurde am Sonntag 103 Jahre alt

(nm). Ein ganz besonderer Tag war der letzte Sonntag für Alma Krüger und die Bewohner im Seniorenheim Curata, Haus Abbensen. Es war der 103. Geburtstag von Alma Krüger. Am 26. Juli 1912 wurde sie in Roddau im damaligen Regierungsbezirk Königsberg in Ostpreußen geboren. „An meinen achten Geburtstag kann ich mich noch genau erinnern“, sagt die alte Dame, die mittlerweile zwar blind ist, aber noch sehr wach und munter, wie die Betreuungsleiterin Nadine Kuhn versichert. „Ich bekam von meiner Mutter damals Himbeeren aus dem eigenen Garten, da gab es noch keine Schokolade zu jeder Gelegenheit!“ Heute mag sie allerdings gerne mal ein Mon Cherie naschen, wie Betreuerin Nadine Kuhn schmunzelnd verrät.
Die nächste Erinnerung, über die sie spricht, ist ihre tagelange Flucht aus Ostpreußen. Es verschlug sie und ihre Familie direkt nach Negenborn in die Wedemark. Dort kamen sie bei einem Bauern unter. Alle mussten hier mit anpacken, Alma Krüger war für das Melken der Kühe zuständig und ihre Geschwister arbeiteten auf dem Feld. Eine Freundin spielte Schicksal und gab für die Anfang 30-Jährige eine Heiratsanzeige auf. Auf diesem Wege lernte Alma Krüger ihren Mann Paul, der auch aus Ostpreußen stammte, kennen. Bald wurde Tochter Agnes geboren. Diese glückliche Zeit währte nur kurz, knapp zwei Jahre später fiel der Ehemann im 2. Weltkrieg. Einen anderen Mann, das hatte sich Alma Krüger geschworen, wollte sie nicht haben. Das ist heute noch ihr Credo, sie betont es immer wieder, wie Wohnbereichsleiter Akram Ahmi zu berichten weiß.
In Negenborn ist die Seniorin vielen noch bekannt als „Tante Alma“. Viele Jahre engagierte sie sich ehrenamtlich beim DRK, schenkte Kaffee aus und schmierte Schnittchen bei den Blutspendeterminen und hatte für alle ein offenes Ohr. „Ich habe immer gerne gearbeitet!“ betont sie, für eigene vier Wände habe es so auch immer gereicht.