Gemeinde hält am Windpark fest

Heute steht hier im Morgenneben noch der Kranich auf der Wiese, doch genau an dieser Stelle möchte die Gemeinde Windräder errichten lassen.

Windpark Wedemark 03 – Brelingen Süd immer noch akut!

Brelingen. Trotz fragwürdiger avifaunistischer Auswertung der Flächen – Rotmilan und Kraniche brüten in 200 Meter Abstand zum geplanten Windpark –, einer Ferngas-Hochdruckleitung entlang der K103, auf der vorgesehenen Windvorrangfläche in nur 80 Zentimetr Tiefe, bedenklicher Nähe zum Flughafen Hannover Langenhagen und der Wohnbebauung sowie Unwirtschaftlichkeit der Anlagen, halte die Gemeinde Wedemark am geplanten Windpark Brelingen fest, haben jetzt Jörg Siervers und Volker Paulsen von der Initiative Brelingen 03 mitgeteilt. Ihrer Ansicht nach weiß die Gemeinde, dass die Brelinger Windkraftanlagen ohne Subventionen nicht wirtschaftlich betrieben werden können, und forciert daher die Genehmigung der Anlagen noch in diesem Jahr, indem sie die Änderung des Flächennutzungsplans so schnell wie möglich anstrebt. Anschließend ist dann der BImSch-Antrag (Antrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz) durch den Betreiber zu stellen.
„Wir alle wollen den Ausstieg aus der Atomkraft und schaffen gerade mit dem weiteren, unbegrenzten Ausbau der Windenergie das genaue Gegenteil. Solange der Wind weht ist fast alles gut. Atomkraftwerke werden abgeschaltet. Weht der Wind nicht oder nur schwach, wird der Strom trotzdem benötigt. Ersatzenergiequellen müssen einspringen. Doch welche sind das, wenn der Windstrom ausfällt und alternativer ökologischer Strom nicht in genügender Menge produziert werden kann?", fragen Sievers und Paulsen. Da andere regenerative Energieformen aufgrund des stark subventionierten Windbooms nicht genügend ausgebaut würden, blieben die Altklassiker wie Kohlestrom – produziert in Deutschland – wie auch Atomstrom, importiert aus den wesentlich unsichereren AKW der EU-Nachbarländer. Wehe der Wind hingegen zu stark, zu lange oder einfach nur zur falschen Zeit, müssten die Windkraftanlagen oftmals aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden oder der Stromüberschuss, der nicht verbraucht werden könne, müsse ans benachbarte Ausland abgegeben werden. Hierfür erhielten die Stromproduzenten wegen der Häufigkeit, mit der dies geschehe, aber oft schon kein Geld mehr, sondern müssten für die Abgabe des überschüssigen Stroms noch zusätzlich Geld bezahlen. Nur ein vernünftiger Mix aus verschiedenen Energiequellen könne den Weg aus der Atomkraft bedeuten, sind die Sprecher der Brelinger Interessengemeinschaft überzeugt. Mit dem einseitigen Ausbau der Windenergie sei bereits ein Sättigungsgrad erreicht, bei dem kein Atomstrom eingespart werde, sondern im Gegenteil, der Ausbau im Ausland noch gefördert, anschließend importiert und schließlich von allen teuer bezahlt werde, geben Sievers und Paulsen zu bedenken. Die Bundesregierung werde die Rahmenbedingungen des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) ab 2017 ändern, die Subventionen kürzen und ein Ausschreibungsmodell einführen. Um sicher zu stellen, dass nur wirtschaftlich rentable Anlagen installiert werden könnten, bekomme nur derjenige den Zuschlag, der die geringsten Subventionen beantrage. Gleichzeitig soll damit erreicht werden das der Strom für jeden bezahlbar bleibt.
Eine wirklich gewollte Energiewende sehe deutlich anders aus. Offensichtlich aber habe die Macht der Windkraftlobby längst die Macht der Atomlobby nicht nur eingeholt, sondern bereits erfolgreich in großem Stil übertroffen, so die Meinung der Mitglieder der Brelinger. Vor diesem Hintergrund müsse man sich fragen, ob es bei diesem Projekt überhaupt noch um die Energiewende gehe oder die Windkraftlobby auch in der Wedemark schon vollen Einzug gehalten habe, so die Bedenken von Jörg Sievers und Volker Paulsen von der IG Brelingen 03.