„Gemeinde lässt sich nicht erpressen“

Letzter Besuch von Regionsdezernent Axel Priebs (rechts) in der Wedemark. Zusammen mit Bürgermeister Helge Zychlinski diskutierte er Wedemärker Antworten auf die Wohnungsproblematik in der Region. Foto: A. Wiese

Region und Gemeinde wollen Wohnungsbau – aber nicht zum jeden Preis

Wedemark (awi). In der gesamten Region Hannover fehlen Wohnungen. Die große Nachfrage beschränkt sich nicht alleine auf die Landeshauptstadt. Welche Auswirkungen dieser Fehlbestand auf Städte und Gemeinden hat, und wie die Wedemark gemeinsam mit der Region zur Entspannung beitragen kann, war Thema eines Treffens zwischen Dezernent Dr. Axel Priebs und Bürgermeister Helge Zych-
linski. Bautätigikeit gebe es in der Region ebenso wie in der Wedemark, allerdings fehlten nach wie vor bezahlbare Wohnungen, während die Nachfrage an teuren und großzügigen Eigentumswohnungen gut bedient würde. 28.300 Wohneinheiten müssen bis 2025 gebaut werden, doch wer koordiniert diese Bautätigkeit, sagt, wo was gebaut werden soll?
„Wir erarbeiten gerade die Rahmenbedingungen. Das ist wichtig, damit die Bürgermeister vor Ort mitziehen können. Die Räte müssen das Ganze auf den Weg bringen“, erklärte Dezernent Axel Priebs. Die Wedemark stelle sich diesen Herausforderungen engagiert, da gebe es eine gute Zusammenarbeit auf der
Fachebene. Die Wedemark zeige Initiative und die Region unterstütze den Prozess gerne. „Denn wir müssen Wohnraum schaffen“, so Priebs: „für normale Verdiener vor Ort. Nicht jeder möchte ein Einfamilienhaus kaufen oder bauen oder kann es bezahlen.“ In der Wedemark sähen Verwaltung und Politik den Entwicklungsschwerpunkt vor allem an der S-Bahn-Linie, so Zychlinski. Das heiße aber nicht, dass man die anderen Ortschaften grundsätzlich links liegen lasse. So würden auch in Resse als entwicklungsfähiger Ort mit Sicherheit noch Baugrundstücke ausgewiesen, indem zum Beispiel der Innenbereich weiter verdichtet werde. Auch die Eigenentwicklung Brelingens werde in den nächsten Jahren in Angriff genommen. In Abbensen habe die Bautätigkeit auf dem ehemaligen Naumannschen Hof bereits begonnen. Dort entständen Mehrfamilien- und Doppelhäuser. In Elze gebe es prozentual das größte Potenzial. Nach Ostern würden Entscheidungen zum Baugebiet Bäckkamp getroffen, das voraussichtlich noch dichter bebaut würde als zunächst geplant. Auf der alten Festwiese entstehe eine Seniorenwohnanlage mit betreutem Wohnen. Auch hier rechne er nach Ostern mit der Vertragsreife, erklärte der Bürgermeister. Die Baugebiete Diersrahe in Bissendorf und Mühlengrund – ein Pilotprojekt mit Kinderbeteiligung – in Wennebostel, die raumordnerisch ein Bereich seien schritten in der Planung gut voran und auch das ehemalige Engelmanngelände werde überplant. Manchmal gebe es bei der Planung Probleme mit Grundstückseigentümern, doch grundsätzlich lasse sich die Verwaltung nicht erpressen, betonte Zychlinski: „Der eigene Profit ist nicht über alles zu stellen!“ Da sei die Region hunderprozentig mit der Gemeinde auf einer Linie, stimmte Dezernent Axel Priebs zu, der von Bürgermeister Zychlinski mit einem Korb regionaler Spezialitäten aus einem Hofladen in der Wedemark verabschiedet wurde.