Gemeinde muss Flüchtlinge unterbringen

Bürgermeister Helge Zychlinski (r.) und der zuständige Fachbereichsleiter Jürgen Auhagen appellieren an die Bevölkerung, der Gemeinde Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Foto: A. Wiese

Dringender Appell des Bürgermeisters, Mietwohnungen zur Verfügung zu stellen

Wedemark (awi). Bisher hat es die Gemeinde mit ihrem zuständigen Fachbereichsleiter Jürgen Auhagen – auch mit Hilfe der Bevölkerung, die auf entsprechende Aufrufe reagierte – immer irgendwie hingekriegt, allen hilfesuchenden Personen angemessenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Doch jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Behörde hat das Kontingent für die Gemeinde Wedemark um weitere 100 Personen aufgestockt. Für sie hat die Gemeindeverwaltung zurzeit keinen Wohnraum zur Verfügung. Bürgermeister Helge Zychlinski wendet sich daher mit einem äußerst dringlichen Appell an die Bevölkerung: „Bitte stellen Sie uns Wohnraum von der Einzimmer-Wohnung bis zum Haus egal in welchem Ortsteile zur Anmietung zur Verfügung. Wir sind solvente Mieter, stellen die Mietsicherheit und übernehmen die Renovierungskosten!“
Der Bürgermeister hofft inständig, dass – wie in der Vergangenheit – der Aufruf an die Bevölkerung auch diesmal auf Resonanz stößt. Dennoch macht er keinen Hehl daraus, dass er und sein Stab sich präventiv auch mit Alternativplanungen beschäftigen müssen, denn wenn die Flüchtlinge da sind, müssen sie untergebracht werden. Und da sie auch kurzfristig kommen können, muss die Gemeinde vorbereitet sein. Die Alternativen sind Wohncontainer – im Amtsdeutsch mobile Raumsysteme –, so ungern Helge Zychlinski dies auch ausspricht und wirklich auch nur für den absoluten Notfall in Betracht zieht. Doch die Verwaltung muss prüfen, wo sie die entsprechenden Container kurzfristig anmieten kann und sie muss die baurechtlichen Voraussetzungen dafür an einem Standort schaffen, zu dem sich Zychlinski zu diesem frühen Zeitpunkt jedoch nicht weiter äußern möchte. Es werde allerdings nicht wie vor Jahren einmal der Festplatz in Mellendorf dafür optional gehandelt, erklärten Zychlinski und Auhagen. 25 Wohnungen hat die Gemeindeverwaltung bereits für die Unterbringung der Personen angemietet, für die sie zuständig ist. 186 Flüchtlinge leben zurzeit in der Wedemark, darunter allein 45 Syrer. Jetzt soll das Kontingent der Gemeinde um weitere 90 bis 100 aufgestockt werden. „Damit spitzt sich die Situation dramatisch zu“, brachte es der Bürgermeister in einem Pressegespräch am Montagmorgen auf den Punkt. Zwölf Flüchtlinge sind in den letzten zwei Wochen angekommen, sieben weitere werden am 8. Juli erwartet. Für sie hat Jürgen Auhagen, der sich dieser Aufgabe mit großem Einsatz widme, so Zychlisnki, noch Wohnraum organisieren können. Doch jetzt hat er keinerlei Reserven mehr für die nächsten, die kommen. Ausdrücklich betont Bürgermeister Helge Zychlinski: „Wir nehmen die Menschen gerne auf und werden alles tun, um sie gut unterzubringen. Wir haben in Deutschland insgesamt die Verantwortung, zu helfen und nehmen dies gern als unsere Aufgabe an. Doch wir brauchen dafür die Unterstützung aus der Bevölkerung. Bitte denken Sie permanent an uns, sobald ein Haus oder eine Wohnung frei wird!“ Ihm sei klar, so Helge Zychlinski, dass Wohnraum, insbesondere Mietwohnraum, in der Wedemark ohnehin knapp sei. Doch sei er überzeugt, dass es noch leer stehende Räume gebe, die aus den verschiedensten Gründen zurzeit nicht auf dem freien Markt angeboten würden. Diese Eigentümer bittet er inständig, die Möglichkeit zu prüfen, diesen an die Gemeinde – zumindest für einen gewissen Zeitraum – zur Verfügung zu stellen. Alle Angebote nimmt Jürgen Auhagen unter Telefon (0 51 30) 581-210 entgegen.