Gemeinde setzt auf „Ventilwächter“

Säumige Zahler müssen in Zukunft zu Fuß gehen – Vollstrecker legen Auto lahm

Wedemark. Säumige Zahler in der Wedemark müssen in Zukunft unter Umständen zu Fuß unterwegs sein. Mit Ventilwächtern können die fahrbaren Untersätze effektiv als Pfand für die offenen Beträge sichergestellt werden, teilt Gemeindesprecher Hinrich Burmeister mit. Die Ventilwächter würden schon von vielen Kommunen in Deutschland für die Pfandsicherung eingesetzt. Sie funktionierten im Prinzip wie eine Parkkralle, die an die Räder von Autos geschlossen werde und eine Weiterfahrt unmöglich mache. Dabei seien Ventilwächter wesentlich kleiner, leichter und somit handlicher und funktionierten im Prinzip genauso. Sie würden auf die Ventile der Autoreifen geschlossen. Die Mechanik sorge dann dafür, dass ein Gewicht das Ventil des Reifens öffne, sobald sich das Rad drehe. Dadurch werde nach einer Fahrstrecke von maximal 600 Metern eine Weiterfahrt unmöglich gemacht. Wer glaube, durch Montage des Reserverades entkommen zu können, sei schief gewickelt: Es würden immer zwei Räder mit Ventilwächtern ausgestattet. Werde an den Ventilwächtern manipuliert oder versucht sie abzubauen, sei der Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt und die ganze Angelegenheit werde noch teurer, gibt Burmeister zu bedenken. Und da das betreffende Auto versiegelt werde, dürfe es ohnehin nicht bewegt werden. Die stillgelegten Wagen würden mit farbigen Aufklebern gekennzeichnet, so kann sich niemand herausreden, er habe die Ventilwächter nicht gesehen. Andere Kommunen hätten beste Erfahrungen gemacht, so Burmeister. So berichte die Vollstreckungsstelle in Hannover, dass die säumigen Zahler spätestens 60 Minuten, nachdem ihrem Auto die Ventilwächter angelegt wurden, bei der Kasse ihre Schulden begleichen würden. Die strenge Maßnahme des Ventilwächters werde natürlich nicht sofort und bei jedem säumigen Zahler eingesetzt. Das übliche Mahnverfahren werde weiter angewendet. Erst wenn nach Aufforderung nicht bezahlt werde, könne es passieren, dass das Fahrzeug bis zur Bezahlung der Schuld nicht mehr benutzt werden könne.