Gemeinde Wedemark und Gislaved intensivieren Kontakte

Schwedenbesuch in der Wedemark vorm Bürgerhaus: v.l. Tjark Bartels, Marie Johansson, Holger Bleich, Niclas Palmgren, Anders Ahlström, Konstanze Beckedorf und Carsten Niemann. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Konkrete Planungen zu gegenseitigen Messebesuchen

Wedemark (hhs). Vom vergangenen Sonntag bis gestern Nachmittag hatte die Gemeinde Wedemark Besuch aus dem hohen Norden: Drei Vertreter der schwedischen Gemeinde Gislaved waren hier zu Gast. Grund des Besuches das nähere Kennenlernen mit dem Ziel, unter Umständen eine Partnerschaft der beiden Gemeinden abzuschließen. Im Mittelpunkt des Programms dieser drei Tage standen dann Besuche bei Wirtschaftsunternehmen in der Gemeinde Wedemark, ein volles Programm, durch das der Wirtschaftsförderer der Gemeinde Carsten Niemann führte. Im März vergangenen Jahres hatten Vertreter der Gemeinde Wedemark Gislaved einen Besuch abgestattet.
Am Montagmorgen wurden die Gäste aus Gislaved, Bürgermeister Niclas Palmgren, seine Stellvertreterin Marie Johansson und der Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Gislaved Anders Ahlström von Bürgermeister Tjark Bartels, der ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf und von Carsten Niemann begrüßt, von der Wedemärker CDU war Holger Bleich anwesend.
Gislaved ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, liegt im südwestlichen Schweden in der Provinz Jönköping/Smaland, hat etwa 30.000 Einwohner und ist bislang im Hannoverschen nur einmal in den Schlagzeilen gewesen: Der kleine Industrieort hatte sich einen Namen gemacht im Bereich der Autoreifenherstellung. Diese Pneus wurden unter dem Namen „Gislaved“ vertrieben. 1992 übernahm die Hannoversche Continental AG den Hersteller. Die schwedischen Werke wurden im Jahr 2001 geschlossen, deren Produktion nach Portugal ausgelagert unter Beibehaltung des Markennamens „Gislaved“. Allerdings: Der gegenwärtige gute Kontakt zu der schwedischen Gemeinde sei auf Betreiben des ehemaligen Leiters des von der Continental übernommenen Reifenwerkes entstanden, hieß es.
Etwa 1.100 Unternehmen ganz unterschiedlicher Größe gebe es in Gislaved, führte Wirtschaftsförderer Ahlström aus. „Unsere Unternehmen sind mehrheitlich in der Fertigungsindustrie tätig, insbesondere in den Bereichen Kunststoff, Holz und Metall. Kleine Betriebe dominieren, aber wir haben auch mittelständische Unternehmen, die auf dem Weltmarkt agieren“, beschreibt Anders Ahlström die erfolgreiche Entwicklung. Und es gibt auch schon konkrete Vorstellungen, wohin die Entwicklung führen soll: „In Gislaved arbeiten viele hoch automatisierte und effektive Unternehmen im Kunststoffbereich und der Metallbranche. Wir möchten nationale Plattform für Forschung und Entwicklung in diesem Segment werden“. Und es lockten auch hervorragende Lebensbedingungen...
Gleich zu Beginn des offiziellen Teils trat eine große Gemeinsamkeit der vielleicht zukünftigen Partnergemeinden zutage: Wie in der Wedemark wird auch in Gislaved alle zwei Jahre eine lokale Messe durchgeführt. Carsten Niemann, der Wirtschaftsförderer, machte die Gäste mit dem hiesigen Konzept vertraut und stellte das „Schaufenster Wedemark 2011“, das am Wochenende 4./5. Juni kommenden Jahres stattfinden soll, vor. Die Messe in Gislaved soll am 26./27. Mai dort stattfinden. Gegenseitige Einladungen zu den beiden Veranstaltungen wurden ausgesprochen.
Anschließend begannen die Firmenbesichtigungen. Am Montag ging es zunächst zur Spedition Ebeling, dann weiter zum genossenschaftlichen Markt in Resse, zu Jesco und schließlich zur Firma Rodenbostel. Abends stand ein Empfang mit den Beigeordneten und den Wirtschaftsverbänden im Bürgerhaus an. Schon hier wurde vereinbart, dass Firmen aus beiden Gemeinden sich mit einem Gemeinschaftsständen auf der Messe des Partners präsentieren werden. Die Kosten für die Stände übernehmen jeweils die einladenden Kommunen. Eine positive Bilanz alles in allem auch für die Firmen, die Teil des Besuchsprogramms waren. Beinahe alle haben sich für eine Teilnahme an der Messe in der schwedischen Partnergemeinde ausgesprochen.
Am Dienstag besichtigten die Gäste zunächst den Schulneubau. Es folgte der Besuch des FSZM Meitze, der Milchhof Hemme und schließlich der Besuch bei Sennheiser. Abends reiste die Delegation wieder zurück nach Schweden.