„Genug Testosteron in der Welt“

Freuten sich über die prominente Unterstützung durch Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (Mitte) im Wahlkampf: Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg und der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt. Foto: A. Wiese

Saarlands Ministerpräsidentin unterstützt CDU im Wahlkampf

Mellendorf (awi). „Kim Jong Un, Trump, Putin , Erdogan – wir haben zurzeit in der Welt genug Tes-tosteron – und deshalb wäre es gut, wenn Deutschland in der Hand einer Frau bleibt!“ Ein markiger Satz, für den Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Wahlkampfauftritt mit CDU-Landtagskandidatin Editha Lorberg und CDU-Bundestagskandidat Hendrik Hoppenstedt im Ice House von den rund 40 Zuhörern kräftigen Applaus bekam – auch von den männlichen. „Happy Hour mit Annegret“ war der Titel der Veranstaltung, und eine Stunde hatte die gefragte Ministerpräsidentin auch nur Zeit, dann rauschte sie mit ihren beiden mit Blaulicht bestückten Limousinen wieder ab. Doch in der Wedemark hinterließ sie einen guten Eindruck. „Eine Powerfrau“, waren sich die Zuhörer einig. Mit Hoppenstedt und Lorberg war sich Kramp-Karrenbauer einig: „Am wichtigsten ist, dass diejenigen, die die CDU weiter in der Regierungsverantwortung sehen möchten, wählen gehen. Es mag so aussehen, als wenn als schon gelaufen ist, aber das ist nicht so.“ Es sei wichtig, eine andere Alternative als die große Koalition zu haben, meint Kramp-Karrenbauer und speziell den Niedersachsen gibt sie mit auf den Weg: „Sie kämpfen im Bundestagswahlkampf schon um den eigenen Landtag!“ Sicher ist sie auch, dass Wahlkampf altmodisch ist: „Menschen wollen von Menschen überzeugt werden!“ Alle, die von der CDU überzeugt seien und Angela Merkel als Bundeskanzlerin wollten, legt sie daher ans Herz, sich ins Zeug zu legen und wenn sie nicht die Möglichkeit hätten, zur Wahl zu gehen am 24. September, unbedingt vorher Briefwahl zu machen. Kramp-Karrenbauer hat ihre Vielseitigkeit in der Vergangenheit unter anderem dadurch unter Beweis gestellt, dass sie diverse Ministerämter ausgefüllt hat. Lediglich das Finanzministerium und das Gesundheitsministerium hatte sie nicht unter sich. „Da kann man nur verlieren“, ist ihr Kommentar dazu. Mit ihrem Sieg im Saarland zu einem Zeitpunkt, zu dem sich Deutschland gerade im Schulz-Hype befand, hat sie Zeichen gesetzt in Deutschland. Jetzt motiviert sie ihre Parteifreunde in ganz Deutschland, es ihr gleichzutun und das Wahljahr, das für die CDU so schwierig begonnen hat, zu einem guten Abschluss zu bringen. Dass es in Niedersachsen einen Regierungswechsel gibt, sei ihr ein persönliches Anliegen, verrät sie und spricht von „Wiedergutmachung für McAllister“. Fragen der Zuhörer zur Maut und zur Zukunft der Renten beantwortete Kramp-Karrenbauer kurz und knackig: Die Einsetzung einer Rentenkommission, um offene Fragen zu klären, sei geplant und die Maut sei nun mal beschlossene Sache. Sie selbst habe da für ihr Bundesland, das viele Einpendler aus Frankreich habe, auch persönlich eine andere Sicht drauf. Doch im Zweifel gehe das Landesinteresse vor. Auf ein Einwanderungsgesetz angesprochen erklärte Kramp-Karrenbauer: „Gesteuerte Einwanderung und Asylbewerber gehören zu einem starken Staat dazu.“