Geschichten werden weitererzählt

Die Feuerwehr leistet Nachbarschaftshilfe, ist präventiv tätig und hilft

Wedemark (awi). Ein Schwelbrand im Fachwerkhaus, ein schwerer Autounfall mitten in der Nacht und wenn es auf der Autobahn mal wieder kracht – das waren die Geschichten flankierend zur Plakataktion in den letzten Monaten.Florian, der Schutzpatron der Feuerwehr ist der Namenspatron der Öffentlichkeitskampagne der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark, unterstützt vom Wedemark ECHO. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark, stehen stellvertretend für Florian. Gemeinsam wollen die Feuerwehrmänner und -frauen als ehrenamtliche Mitglieder der 15 Ortsfeuerwehren der Gemeinde Wedemark ihren Mitmenschen zeigen, wie vielfältig ihr Aufgabenspektrum ist und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden. Eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr, die im Notfall schnell und effektiv helfen kann, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, da sie auf dem ehrenamtlichen Engagement des Umfelds basiert. Jede Wedemärker Ortsfeuerwehr erzählt eine Geschichte, in der die Mitglieder der Feuerwehr einem anderen Menschen geholfen haben. Durch Zufälle, ungünstige Fügungen und viel Pech sind ihre Mitmenschen in Situationen gekommen, in denen sie auf Hilfe angewiesen waren. Die Wedemärker Feuerwehrleute haben ihnen als Freund, Bekannter oder auch Nachbar im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr geholfen.
Insgesamt rund 550 Männer und Frauen engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Feuerwehr – ohne Bezahlung. Ihre Aus- und Fortbildung leisten sie in den Abendstunden – nach dem regulären Arbeitstag – oder an den Wochenenden ab. Mehr als 200 Mal im Jahr werden sie von den Bürgern der Wedemark zur Hilfe gerufen – auch mitten in der Nacht. Die notwendige Ausrüstung stellt die Gemeinde Wedmark zur Verfügung, damit die Hilfe möglichst effektiv und schnell erfolgen kann. Für Einsätze während der Arbeitszeit verlassen die Feuerwehrmänner und -frauen ihre Arbeitsplätze auf der Grundlage einer gesetzlichen Regelung – die Arbeitgeber und selbstständige Feuerwehrmitglieder werden dafür vond er Gemeinde Wedemark finanziell entschädigt – wenn sie es beantragen, was viele gar nicht tun. Darüberhinaus ist die Feuerwehr präventiv tätig, informiert mit ehrenamtlichen Brandschutzerziehern in Schulen und Kindergärten, machen Jugendarbeit in 14 Jugendfeuerwehren und vier Kinderfeuerwehren und leben Dorfgemeinschaft: bei Müllsammelaktionen, Osterfeuern, Laternenumzügen und Maiaufstellen oder Schützenausmärschen. Die Feuerwehr unterhält einen Fanfarenzug in Bissendorf und einen Musikzug in Elze. Mit ihren Ausbildungskonzepten ermöglicht sie nicht nur Kindern und Jugendlichen auf Grund ihrer Mitgliedschaft in den Kinder- und Jugendfeuerwehren den Eintritt in den aktiven Einsatzdienst, sondern auch allen interessierten Bürgern der Wedemark – unabhängig davon, über welche Vorkenntnisse sie verfügen. Es gibt für jeden die passende Aufgabe.
„Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr ist auch heute noch von Motiven der gegenseitigen Hilfe bei Feuer und Unfall innerhalb einer örtlichen Gemeinschaft geprägt. Insbesondere mit dem Gemeindefeuerwehrtag konnten wir „unsere“ Feuerwehr in der Wedemark den Bürgerinnen und Bürgern näher bringen. Dieser Tag war eingebettet in die von Feuerwehr, Verwaltung und Politik zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements gegründete Kampagne „Danke Florian“ bei der auch die Geschichten zur unseren Einsätzen erzählt und die Menschen dahinter vorgestellt wurden. Beides hat dazu geführt, dass wir viele Interessierte für unsere Arbeit gewinnen konnten – Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene, die als Quereinsteiger am aktiven Dienst teilnehmen. Daher werden wir unsere „Geschichten“ weitererzählen.“
(Wedemarks Gemeindebrandmeister Maik Plischke) Foto: A. Wiese


„Dramatische Rettung von Smarty“
Resse/Mellendorf. Es sollte nur ein entspannender Ausritt werden – doch plötzlich kam alles anders, berichtet Pferdebesitzerin Nicole Lütz aus Resse: „Meine Stute Smarty trat bei einem Ausritt im Resser Moor versehentlch in ein Wasserloch und versank sofort im Morast! Auch ich landete im Schlamm, konnte mich aber schnell wieder befreien, doch mein Pferd strampelte sich in seiner Not immer tiefer ins Moor. Vergeblich versuchte ich, das arme Tier zu beruhigen; ihr lauter, panischer Herzschlag ließ mich das Schlimmste befürchten. Glücklicherweise war bei unserem Sturz zumindest mein Handy trocken geblieben, und als ich merkte, dass ich uns allein nicht würde befreien können, rief ich über Notruf die Feuerwehr. Aber wie sollte ich den Helfern beschreiben, wo mein Pferd und ich uns befanden? Das Gelände ist sehr weitläufig und schwer zu überblicken, aber die Feuerwehrleute, die aus allen Richtungen von ihrer Arbeit zur Einsatzstelle geeilt waren, hatten die rettende Idee: Sie riefen einen Polizeihubschrauber, der so lange direkt über meinem Pferd und mir kreiste und die Helfer über Funk zur Unglücksstelle lotste, bis sie uns nach über einer Stunde mühsamen Fußwegs endlich erreichten. Und dann begann erst die eigentliche Arbeit. Sofort machten sich die Männer und Frauen der Feuerwehr aus Resse als örtliche Wehr und Spezialist für Tierrettung und Mellendorf als größte Feuerwehr mit der besten technischen Ausstattung daran, mein völlig erschöpftes und verängstigtes Tier mit ihrer Ausrüstung langsam aus dem Morast zu ziehen. Ich konnte es kaum glauben - meine Stute war unverletzt! Ich kann kaum beschreiben, wie dankbar und erleichtert ich war, als dieser Alptraum ein Ende hatte. Das Mindeste, was ich tun konnte, war Fördermitglied der Feuerwehr zu werden, meinen mutigen Helfern selbstgebackenen „Pferde-Kuchen“ zu bringen und mich noch einmal von Herzen zu bedanken. Damit anderen Reitern, die in Zukunft in eine solche Situation geraten sollten, noch besser geholfen werden kann, habe ich der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark spezielle Ausrüstung gespendet – einen Bergegurt –, die bei der Rettung von Pferden genutzt werden kann. Meine Stute und ich streifen weiterhin durch die Wedemärker Wälder und über die Wiesen – nur ums Moor machen wir seitdem immer einen großen Bogen... Danke, Florian!“