Gesunde Drillingskälber bei Sadlers Fleckvieh

Achim und Sylvia Sadler mit den gesunden Drillingskälbern und Mutter Emma im Hintergrund. Foto: A. Wiese

Landwirt konnte positive Überraschung gut gebrauchen

Elze (awi). Sie sind am 1. April geboren, aber ein Aprilscherz sind sie nicht: drei gesunde Kuhkälber, die Fleckvieh-Kuh Emma am Freitag letzter Woche im Kuhstall von Achim Sadler in Elze zur Welt brachte. Drillinge, das kommt bei Rindern im Schnitt einmal bei 100.000 Kalbungen vor. Achim Sadler hat jetzt in 23 Jahren Rindviehhaltung das dritte Mal eine Drillingsgeburt im Bestand gehabt – aber zum ersten Mal sind alle drei Kälber wohlauf und können, da sie gleichgeschlechtlich sind, auch zur Weiterzucht eingesetzt werden. Bei verschiedengeschlechtlichen Drillingen sind die weiblichen Tiere nämlich fortpflanzungsunfähig. Achim Sadler freut sich. Ihm ist jedoch bewusst, dass er Glück gehabt hat, dass alles gut gegangen ist, weil die Kuh tagsüber gekalbt hat und er und seine Frau rechtzeitig eingreifen konnten. Während nämlich das erste Kälbchen am Freitagmorgen schon munter im Stall umherlief, als der Sadler junior in den Stall kam, passierte dann mehrere Stunden gar nichts. Mit Zwillingen hatte der Landwirt aufgrund des Aussehens der Kuh gerechnet, mit Drillingen jedoch nicht. Als die Geburt drei Stunden lang nicht voranging, untersuchten Sadler und seine Frau die Kuh und zogen das zweite Kalb raus. Das hätte es auch alleine nicht geschafft, denn es lag genauso wie das dritte Kalb falsch herum und kam rückwärts zur Welt. Nun springen drei zwar recht kleine, aber doch putzmuntere Kälber im Sadlerschen Kuhstall herum, die allerdings nur für den Fototermin noch einmal zu Mutter Emma durften. Die sechsjährige Fleckvieh-Kuh hat in diesem Jahr zum vierten Mal gekalbt und ist wie ihre Kolleginnen für die Milchproduktion zuständig. Ihre drei kleinen Töchter bekommen die ersten Tage Muttermilch, dann werden sie zwar weiter mit Kuhmilch gefüttert, aber die ist dann ein Mix von allen milchgebenden Kühen, erklärt Achim Sadler. Er hat in einem Jahr bereits sieben Zwlllingsgeburten erlebt und schreibt diese Fruchtbarkeit zum einen der Rasse, zum anderen der Fütterung zu. Drei Kälber aus einer Kuh, das sei möglicherweise auch ausgleichende Gerechtigkeit, sinniert der Landwirt, denn er habe im letzten Jahr fünf zum Teil hochtragende Kühe auf einen Streich durch einen Blitzschlag auf der Weide verloren. Ungeachtet des materiellen Schadens von rund 15.000 Euro, den die Versicherung nicht übernahm, war dies für den Züchter auch ein hoher ideeller Verlust. Doch manches ist nun einmal „höhere Gewalt", ansonsten hat Achim Sadler ein glückliches Händchen bei der Rinderzucht. Das beweisen auch zwei hohe Prämierungen für von ihm gezogene Tiere der Rasse Blonde d' Aqutaine bei der Bundesschau im November letzten Jahres in Cloppenburg. Zwei Bundestitel konnte sich der Elzer sichern, der diese reine Fleischrasse seit 2002 züchtet. Erfolge, die ihm Auftrieb geben und ihn motivieren in einer Zeit, in der es mittlerweile mehr als eine gehörige Portion Idealismus brauche, um als Landwirt hauptberuflich durchzuhalten, lässt Achim Sadler anklingen.