Gewässerentwicklung in Elze vorgestellt

Michael Jürging (rechts) von der hannoverschen Ingenieurgemeinschaft agwa GmbH informiert in Elze über Ausbaumöglichkeiten der Großen Beeke zu einem erlebbaren Gewässer. Foto: B. Stache
 
Ortsbürgermeister Jürgen Benk (von links) hatte die Wedemärker Umweltschutzbeauftragte Ursula Schwertmann, die Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Karin Bukies (Planungsgruppe Stadtlandschaft) aus Hannover sowie Wilhelm Lucka als Gemeinderatsmitglied zur Informationsveranstaltung über die Große Beeke nach Elze eingeladen. Foto: B. Stache

Große Beeke soll zu einem erlebbaren Gewässer ausgebaut werden

Elze (st). Ortsbürgermeister Jürgen Benk hatte die Mitglieder des Arbeitskreises „Dorferneuerung Elze“ sowie des Ortsrates Elze/Meitze zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Große Beeke in Elze“ am Donnerstagabend in das Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Hintergrund: Die Gemeinde hatte einen Gewässerentwicklungsplan in Auftrag gegeben, der die Erlebbarkeit von Gewässern in der Wedemark und damit auch der Großen Beeke in Elze zum Ziel hat. Jetzt möchte Benk die Chance nutzen, frühzeitig Ideen zu sammeln und in die weitere Planung der Gemeindeverwaltung einfließen zu lassen. „Im Rahmen der Bebauungspläne Uferweg und Bäckkamp können wir sehr zeitnah Überlegungen für die Gestaltung der Beeke in diesen Bereichen erarbeiten“, so der Ortsbürgermeister. Auch im Bereich der alten Kläranlage gebe es Gestaltungsmöglichkeiten. „Hier können wir uns als Gemeinde austoben, da wir dort keine Anwohner haben“, erklärte Benk. Er bedauerte die geringe Beteiligung der einst so aktiven Mitglieder des Arbeitskreises „Dorferneuerung Elze“ an diesem Abend. In Anwesenheit der Wedemärker Umweltschutzbeauftragten Ursula Schwertmann, der Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Karin Bukies (Planungsgruppe Stadtlandschaft) aus Hannover sowie des Gemeinderatsmitglieds Wilhelm Lucka hielt Michael Jürging von der hannoverschen Ingenieurgemeinschaft agwa GmbH einen Vortrag über die Große Beeke und deren Sanierung zu einem erlebbaren Gewässer in naturnahem Zustand. Nach einer mit vielen anschaulichen Fotos präsentierten virtuellen Reise entlang des Gewässers unterbreitete Jürging einige Vorschläge zur Gestaltung der Beeke, die in Elze teilweise zwischen privater Wohnbebauung und öffentlichen Straßen verläuft und als kiesgeprägter Bach gilt. Der Vortragende erläuterte unter anderem den Zustand des Bachlaufs, der durch zu viele Sandablagerungen das natürliche Vorkommen von Kleinstlebewesen verhindert. „Der Sand ist das Totentuch des Baches“, so Jürging. Als positiv bewertete Jürging Abschnitte mit Erlenbewuchs. Diese Baumart dient mit ihrem Wurzelwerk der natürlichen Uferbefestigung. Das herabfallende Herbstlaub ist Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen im Wasser. Als ein Beispiel, wie die Beeke erlebbar werden könne, nannte Jürging das Einrichten eines Wasserlabors, um Schulklassen das Experimentieren zu ermöglichen. Eine andere Gemeinde hatte dafür einen ausgemusterten Bauwagen zur Verfügung gestellt. Weitere Maßnahmen für eine erlebbare Beeke seien die Reduzierung von Sand und Nährstoffen, das Erhöhen der Strukturvielfalt von Sohle und Ufern, das Verbessern der ökologischen Durchlässigkeit und Biotopvernetzung sowie die Förderung der eigendynamischen Entwicklung. Der Bennemühlener Mühlenbach wurde als ein gutes Beispiel für einen kiesgeprägten Bach genannt. Im Vortrag gab es Vorschläge zur Verbreiterung des Gewässerrandstreifens und Uferweges an der Beeke, neue Wegeverbindungen und Querungen sowie das Aufstellen eines Hinweisschildes mit Informationen über den Bach. Das Empfinden im Ort über die Große Beeke sei sehr unterschiedlich, erklärte der Ortsbürgermeister. Er sprach auch das Thema Finanzierbarkeit der möglichen Maßnahmen an. Ursula Schwertmann gab dazu Hinweise auf Fördermittel. In der folgenden Diskussion wurden erste Vorschläge unterbreitet. Es könnten beispielsweise die Schüler und Anwohner für die Idee gewonnen und ein Flyer mit Informationen erstellt werden. „Wir haben erstmals die gute Chance, innerorts an das Gewässer zu kommen“, formulierte Jürgen Benk. Er schlug vor, zeitnah erneut einzuladen und mit einer Arbeitsgruppe das Thema „Erlebbarkeit Große Beeke in Elze“ zu verfolgen.