Gewaltprävention mal anders

Theaterpädagogin Christiane Hess vermittelt grundlegende soziale Techniken. (Foto: M. Gräber)

Realschule Wedemark veranstaltet vier Projekttage für die fünften Klassen

Mellendorf (mg). Sozialer Umgang als Mittel zur Gewaltverhinderung? Dieser Idee folgend installierte die Realschule Wedemark vier Projekttage für die Schüler der fünften Klassen. Um Gewalt von der Wurzel an bekämpfen zu können, sollten die Heranwachsenden soziales Verhalten gegenüber ihren Mitschüler erlernen. Anstelle einer konventionellen, eher theoretisch orientierten Einheit zur Aufklärung der Kinder, die sich auf die Folgen und Auswirkungen von Gewalt beschränkt, wählte die Realschule einen innovativeren Weg. Zu diesem Zweck engagierten sie die Theaterpädagogin Christiane Hess, mit der die Realschule bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet und die erst im Februar dieses Jahres mit ihrem Theaterstück „Götter, Glocken, Gläubiger“ in der Schule aufgetreten ist. Unter ihrer Leitung übten die Schüler durch Bewegungsspiele und Standbilder einander zuzuhören und aufeinander einzugehen. Gerade in Zeiten, in denen Kinder immer wieder individualistischer erzogen würden, sei es wichtig grundlegende soziale Techniken zu vermitteln, so Hess. Auch die drei Klassenlehrerinnen der teilnehmenden Klassen, die das Projekt als eine Art Zuschauer begleiteten, sahen sich als Mitlernende. Das Konzept biete die Möglichkeit, ihre Schüler von einem anderen Standpunkt aus kennenzulernen. Anhand von Bewegungen und Verhaltensweisen könne analysiert werden, wie die Kinder einander gegenüber eingestellt seien. Dies mache es möglich, konfliktbehaftete Beziehungen frühzeitig zu erkennen und auf die Probleme einzelner einzugehen. Die Zukunft wird zeigen, in welchem Maße dieses Projekt Erfolg hatte und haben wird.