Giesecke rückt für Schönhoff in Rat nach

Konstanze Giesecke (30) aus Gailhof wird demnächst in die CDU-Ratsfraktion aufgenommen.

CDU will Stelle der Ersten Gemeinderätin erst im Herbst neu ausschreiben

Wedemark (awi). Die Nachfolge für den nach Parteiaustritt und Mandatsverzicht aus dem Rat ausscheidenden Martin Schönhoff hat die CDU-Ratsfraktion schnell geklärt: Die 30-jährige Industriekauffrau und studierte Wirtschaftswissenschaftlerin Konstanze Giesecke aus Gailhof, aktuell Assistentin der Geschäftsleitung einer mittelständischen Baufirma in Langenhagen, wird in den Rat nachrücken. Möglich wird dies durch den kollektiven Mandatsverzicht von Gerd Dolle, Antje Kaufmann, Hanne Fahnemann und Irmtraud Bernstorf, die auf der Liste vor Giesecke stehen. Giesecke engagiert sich seit vielen Jahren für die CDU, sowohl im Vorstand des Gemeindeverbands als auch bei der Jungen Union bis hoch zur Kreis- und Bezirksebene sowie im Wahlkampfteam.
Ortsratsnachfolge noch offen
Im CDU-Ortsverband Mellendorf ist sie stellvertretende Vorsitzende. Die Fraktion würde ihr neues Mitglied gerne in den Ausschuss für Umwelt, Energie und Gebäudeunterhaltung entsenden und freut sich auf die junge Kollegin, wie Fraktionschef Rudi Ringe und die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg im Pressegespräch am Montag betonten. Noch nicht geklärt ist die Nachfolge Schönhoffs für den Ortsrat Hellendorf. Hier belegen Gert Butenhoff und Klaus Kreutzer die nächsten Listenplätze. Wer nachrückt, will die CDU in den nächsten Tagen besprechen. Für das Pressegespräch gab es jedoch noch ein zweites Thema: Voraussichtlich am 25. Februar wird die bisherige Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf zur Sozialdezernentin der Stadt Hannover gewählt. Zwar habe sie, wie man der Tagespresse habe entnehmen können, nicht die komplette SPD-Fraktion hinter sich, aber man könne davon ausgehen, dass Oberbürgermeister Stefan Schostok sich durchsetzen werde, so Editha Lorberg.
CDU stimmt nicht mit
Wenn Beckedorf ihren neuen Posten dann bereits zum 1. März antrete, bedeute dies für die Gemeinde Wedemark eine Vakanz eines ihrer Vorstandsposten ab diesem Datum. Nun habe Bürgermeister Helge Zychlinski bereits bekannt gegeben, dass er die Stelle so schnell wie möglich ausschreiben und der Rat die Neubesetzung ebenfalls schnellstmöglich beschließen solle. Doch die CDU werde dieser Ausschreibung zum aktuellen Zeitpunkt in der Ratssitzung am 29. Februar nicht zustimmen, erklärten Lorberg und Ringe übereinstimmend. Sie sprachen sich dafür aus, dass Ausschreibung und Neubesetzung bis nach der Kommunalwahl am 11. September ausgesetzt würden, damit der neu formierte Gemeinderat darüber entscheiden könne.
„Kein Vertrauen mehr“
Konstanze Beckedorf sei 2006 mit den Stimmen der CDU in ihr Amt gewählt worden. Nachdem sie die Partei bereits einmal verlassen habe, sei sie damals wieder in die CDU eingetreten und 2013 erneut ausgetreten, erinnert sich Lorberg. Die SPD mit Helge Zychlinski als Fraktionschef habe das Verfahren ihrer Wahl damals heftig kritisiert, unter anderem auch deswegen, weil damit auch die Umorganisation der Verwaltung in ein Dezernatssystem einher gegangen sei, das Bürgermeis-ter Tjark Bartels nach seiner Wahl im Herbst 2006 postwendend wieder abgeschafft habe.
Bartels sei es dann gewesen, der Beckedorf 2013 – ein Jahr bevor ihre Amtszeit als Wahlbeamtin ablief – zur Wiederwahl vorgeschlagen habe. Diesmal sei sie mit den Stimmen der SPD gewählt worden und die CDU habe dagegen gestimmt.
„Wir hatten leider die Erfahrung machen müssen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Frau Beckedorf ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich war“, so Lorberg im Rückblick. Die CDU sei sehr enttäuscht von der Ersten Gemeinderätin gewesen und die Gegenstimmen bei der Wiederwahl daher nur konsequent. „Ich breche nicht in Tränen aus, dass sie geht“, kommentierte Ratsfraktionschef Rudi Ringe die Frage nach den vom Bürgermeis-ter deutlich betonten Verdiensten der Ersten Gemeinderätin. „Unabhängig von der Parteizugehörigkeit ist es schwierig, Politik ohne Vertrauen zu machen“, sagte dazu die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg.
„Keine Verweigerung“
Beide CDU-Politiker sind davon überzeugt, dass die Gemeindeverwaltung bis zum Herbst das Ausscheiden der Ersten Gemeinderätin kompensieren könne und die sofortige Ausschreibung, wie sie der Bürgermeister forciere, nicht notwendig sei. „Wenn der Rat unserem Antrag auf spätere Ausschreibung aber nicht nachkommt, werden wir uns der Mitarbeit selbstverständlich nicht verweigern und bei der Neuwahl mitwirken“, betonte Rudi Ringe. Doch zunächst werde es von der CDU im Personalausschuss und im Rat ein klares Nein für eine Ausschreibung zum aktuellen Zeitpunkt geben.