Grabmäler in künstlerischer Form

Der Träger des Niedersächsichen Förderpreises, Uwe Spiekermann installierte vergangene Woche die ersten seiner insgesamt zehn Werke auf dem Bissendorfer Friedhof. Foto: L. Irrgang

Kunstwerke von Uwe Spiekermann sollen auch Denkanstöße geben

Bissendorf (ig). Mit der Ausstellung „Grabmäler als Zeichen der Erinnerung“, welche am kommenden Sonnabend um 15 Uhr eröffnet wird, wollen die Verantwortlichen dem Friedhof einen zusätzlichen Blickwinkel geben, erklärte Pastor Volkmar Biesalski Insgesamt 10 Werke von Bildhauer Uwe Spiekermann aus Langehagen werden bis zum 11. Juni auf dem Gelände des Friedhofs verteilt sein. Man habe eine intensive Zeit der Zusammenarbeit hinter sich, so Biesalski, „ und dies im Zuge der Gartenregion, da kam auch die Idee für diese Ausstellung.“ Ein erster Schritt auf diesem Bereich sei die Fotoausstellung von Manfred Zimmermann in der Bissendorfer Kirche gewesen, nun folgt die Ausstellung direkt auf dem Friedhof mit Werken von Spiekermann. Dieser errichtete die ersten seiner künstlerischen Grabmäler vergangene Woche auf dem Gelände des Bissendorfer Friedhofs.
Seine Werken versucht Spiekermann so zu entwickeln, dass man den Verstorbenen wieder erkennen kann. „Es geht mir nicht nur um Grabmäler, es geht auch um die künstlerische Auseinandersetzung, das sind fließende Übergänge.“ Er selbst sei oft mit Anfragen von Hinterbliebenen konfrontiert, „wo ein unzeitiger Tod eintrat, wie bei Kindern, Jugendlichen oder sehr jungen Erwachsenen.“ In einem solchen Fall würden oft die typischen Trauerrituale nicht passen. „Hier möchte ich dann die Spuren eines gelebten Lebens sichtbar machen, ich versuche hier die schönen Dinge sichtbar zu machen und nicht das gebrochene Herz.“
Spiekermann ist Träger des Niedersächsischen Förderpreises für gestaltendes Handwerk und legt bei seinen Werken großen Wert auf einheimische Materialien, „das ist mir ein wichtiger Aspekt in meinen Arbeiten.“ Wie individuell seine Grabmäler sein können, wird an einem sehr kleinen Objekt deutlich. Das nur etwa DIN A6 große Werk „Wegzeichen“ zeigt den mit Blattgold gezeichneten Fingerabdruck Spiekermanns.
Pastor Biesalski freute sich über die Zusammenarbeit, mit einem Künstler, „der in schwierigen seelsorgerischen Fällen bundesweit sehr hoch angesehen wird.“ Die Werke Spiekermanns müsse man auf dem Gelände des Friedhofs „schon ein wenig suchen“, so Biesalki, „ und mit offenen Augen über den Friedhof gehen.“ Auch dadurch fände eine Auseinandersetzung mit der Thematik Gräber statt. „Diese stellen auch eine Lebenskultur dar und man kann sich mit der Frage beschäftigen, wie wir mit dem Andenken an die Verstorbenen umgehen.“
Eine Führung durch die Ausstellung findet am 25. April um 17 Uhr mit Uwe Spiekermann statt. Zudem ist am 30. Mai ein Konzert auf dem Friedhof um 17 Uhr geplant.