Graukittel besuchen das Radiomuseum

Bernd Schmitz (3. v. l.) präsentierte seinen ehemaligen Kollegen, die wie er zwischen 1958 und 1961 Radio- und Fernsehtechniker bei Karl Oberpottkamp gelernt haben, das Museum, das er in Bissendorf aufgebaut hat. Foto: A. Wiese

Bernd Schmitz begrüßte seine ehemaligen „Mitlehrlinge“

Bissendorf (awi). Graukittel nannte man bei den Radio- und Fernsehtechnikern früher die Lehrlinge. Erst die fertigen Techniker und die Meis-ter durften weiße Kittel tragen. Die Graukittel, die von 1958 bis 1961 in der Firma Oberpottkamp in Hannover gelernt haben, trafen sich jetzt bei ihrem ehemaligen Mitlehrling Bernd Schmitz, der selbst vom 1. April 1958 bis zum 30. September 1961 Lehrling war, in Bissendorf. Schmitz hat hier im Obergeschoss des ehemaligen Möbelhauses Meyer in mehreren Jahren akribischer Kleinarbeit sein privates Rsdio- und Fernsehmuseum eingerichtet. Rund 290 spielfähige Radios, Fernseher, Plattenspieler, Grammophone, Auto- und Kofferradios sowie Tonbandgeräte und Zubehör von 1923 bis Ende der 60er Jahre präsentiert er hier im passenden Ambiente, wie der 50er Jahre-Ecke mit Tütenlampe und Nierentisch. Eine besondere Abteilung ist den Owin-Radios (1924 bis 1936) gewidmet, die im Zentrum von Hannover gebaut wurden. 28 dieser seltenen Geräte hat Bernd Schmitz gesammelt. Seine früheren Kollegen waren von dem Museum beeindruckt und bestaunten die Geräte, die sie früher repariert hatten.. Acht von ursprünglich 14 hatten den Weg nach Bissendorf gefunden. In den 70er Jahren hatten sie sich das erste Mal wiedergetroffen, danach in größeren Abständen regelmäßig. Das Museum in der Burgwedeler Straße 5 hat keine festen Öffnungszeiten. Bernd Schmitz bietet aber nach Voranmeldung unter Telefon 87 51 Führungen für Gruppen und Einzelpersonen an. Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen.