Große Sammelleidenschaft hilft Kindern

Christian Rimpler (von links), Karin Bantje und Mitglieder der Gruppe „Tanzen mal anders“ bei der Übergabe der zirka 100 Kilogramm Plastikdeckel. Foto: B. Stache
 
Lehrerin Sarah Kohnert präsentiert die Kunststoff-Getränkedeckel, die sie mit ihrer Klasse 7a des König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter fleißig gesammelt und mit in die Wedemark gebracht hat. Foto: Christian Rimpler (Foto: Christian Rimpler)

Rotary-Projekt „Deckel gegen Polio“ findet immer mehr Zuspruch

 

Mellendorf (st). „500 Deckel für ein Leben ohne Polio“, unter diesem Slogan wirbt der gemeinnützige Verein „Deckel drauf“ für selbstloses Einsammeln von Plastikdeckeln. Das Ziel des Vereins besteht darin, durch das Sammeln und die Verwertung Projekte finanziell zu unterstützen. „Mit dem Erlös der Deckel wird im ersten Schritt das Rotary-Projekt ´End Polio Now` und damit die Bekämpfung der Krankheit Polio unterstützt“, heißt es auf der Vereinsseite. Der Rotary Club Langenhagen-Wedemark engagiert sich ebenfalls in diesem Hilfsprojekt „Deckel gegen Polio“, das zunehmende Sammelleidenschaft auch über die Grenzen der Wedemark hinaus entfacht hat. Am Dienstagabend konnte Rotary-Pastpräsident Christian Rimpler von Karin Bantje im evangelischen Gemeindezentrum in Mellendorf zirka 100 Kilogramm Plastikdeckel übernehmen – alle ordentlich in großen Plastiksäcken verpackt. Die engagierte Sammlerin wohnte 20 Jahre lang in der Wedemark. Seit 1998 lebt sie in Stadthagen, hält aber weiterhin enge Verbindung in ihre alte Heimat. Karin Bantje leitet die Gruppe „Tanzen mal anders“ der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St.-Georg in Mellendorf und ist Übungsleiterin Line Dance in der SSG Scherenbostel. „Ich habe im Wedemark Echo von der Sammelaktion des Rotary Clubs gelesen“, erklärte sie. „Ich war sofort dabei.“ Wenig später rief sie Christian Rimpler in dessen Kosmetikfirma in Elze an. „So kam der erste Kontakt vor zirka einem Monat zustande“, bestätigte der Rotarier und Firmenchef. Seitdem sammelt Karin Bantje mit großer Leidenschaft, unter anderem auch in ihrer Tanzgruppe. „Meine Tochter, die in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, sammelt ebenfalls“, berichtete sie. Das Ergebnis der vierwöchigen Sammelleidenschaft kann sich sehen lassen: 100 Kilogramm Plastikdeckel. „Wenn ich damit Kindern helfen kann, dann muss ich einfach mitmachen“, begründete sie ihr Engagement. „Mitmachen ist so einfach“, ergänzte Christian Rimpler. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann die eingesammelten Plastikverschlüsse an verschiedenen Sammelstationen in der Wedemark abgeben, unter anderem im Eingangsbereich des Mellendorfer Rathauses, im Gemeindehaus in Brelingen oder beim Sportverein Turn-Club Bissendorf. Für große Abgabenmengen stehen in Gailhof die Spedition Ebeling und in Langenhagen der Betriebshof zur Annahme bereit. „Für die Sammelaktion gibt es keine Zeitbegrenzung“, machte Rotarier Rimpler deutlich, der von seinem Rotary-Präsidenten Andreas Meyer liebevoll „Deckelbeauftragter“ genannt wird. Das mit dem Recyceln der Plastikdeckel beauftragte Unternehmen erwirtschaftet je Tonne einen Betrag von 300 bis 360 Euro, von denen jeweils 300 Euro dem Rotary Club übergeben wird, hieß es. „Es fließt alles in die ´Impfdosen` gegen Polio“, erklärte Christian Rimpler. Er ist davon überzeugt, dass der „Schwarmgedanke“ weitere Sammler aktiviert und sich der Sammlerkreis ausweitet. Besonders erfreut habe ihn auch die Geschichte der Lehrerin Sarah Kohnert, Tochter seiner Nachbarn Gabi und Jürgen Kohnert aus Brelingen. Die junge Lehrerin hat mit ihrer Klasse 7a des König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter fleißig Kunststoff-Getränkedeckel gesammelt und mit in die Wedemark gebracht. Christian Rimpler war davon so begeistert, dass er die Übergabe der Deckel im Bild festhielt. „Sarah Kohnert berichtet von so viel Begeisterung ihrer Schüler, dass bei den Elternabenden auf die Aktion angesprochen wird, weil die Jugendlichen jetzt selber leere Flaschen in Garage oder Keller bringen, um die Deckel zu sichern“, erzählte Christian Rimpler. „Begeisterung kennt keine Grenzen“, lautete sein abschließendes Statement.