Grüne fordern: Planung korrigieren

Der alte Eichenbestand prägt das Bild der Ortsdurchfahrt in Wennebostel. Sie zu erhalten ist die Motivation des Vorstoßes der Grünen, die eine Planungskorrektur fordern. Foto: A. Wiese

Beim Ausbau der Kreisstraße 107 in Wennebostel sollen Bäume erhalten bleiben

Wennebostel. Die Grünen sehen die bisher vorliegende Planung für den Ausbau der Kreisstraße 107 kritisch. Sie erkennen durchaus den Bedarf an, den vielfach schadhaften Zustand von Fahrbahn und Bürgersteigen zu verbessern. Der Straßenausbau darf jedoch nicht ein verstärktes Verkehrsaufkommen und zu schnellere Fahrgeschwindigkeiten begünstigen. Erst recht darf er nicht zu Beschädigungen der angrenzenden Bäume führen. „Nicht nur das Naturdenkmal ,Mackensen-Eiche‘, auch viele andere Bäume entlang der Ortsdurchfahrt prägen das Ortsbild. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Ort vor Jahren als schönstes Dorf im Regierungsbezirk Hannover ausgezeichnet wurde. Ein Baumbestand in dieser Fülle und Ausprägung ist ein wertvoller Schatz, der sorgfältig bewahrt werden muss.“ Die unbeeinträchtigte Erhaltung des Baumbestandes sehen die Grünen in der vorliegenden Planung jedoch nicht gewährleistet. Insbesondere kritisieren sie, dass das Gutachten des Baumsachverständigen Professor Dr. Weihs keinen Eingang in die Planung gefunden hat. Der Sinn des Gutachtens wird von den Planern bisher lediglich darin gesehen, dass mit seiner Hilfe während der Bauausführung die Eingriffe in das Wurzelwerk reduziert werden können. Es bietet jedoch auch die Möglichkeit, bereits vor Beginn der Arbeiten die vorliegende Planung hinsichtlich ihrer Verträglichkeit für die Baumwurzeln zu beurteilen und bei Vorliegen von offensichtlichen Kollisionen zwischen Wurzeln und Bauteilen zu korrigieren. Solche Konflikte lassen sich an vielen Stellen bereits absehen, wenn man die Planung und die Messergebnisse von Prof. Dr. Weihs sorgfältig miteinander abgleicht. Besonders die Bordsteine haben das Potential dazu. Die seitlichen Begrenzungen der Bürgersteige zu den unbefestigten Randstreifen und angrenzenden Grundstücken sollen durch Bordsteine gebildet werden, die zusammen mit ihren Betonfundamenten eine Kons-truktionshöhe von circa 40 cm erreichen. Das gleiche gilt auch für die Bordsteine zwischen der Fahrbahn und unbefestigten Randstreifen und zwischen der Fahrbahn und den Wurzelbrücken. An vielen Stellen ist erkennbar, dass die Borde in einem Abstand zu den Bäumen verlegt werden sollen, in dem die von dem Baum schräg nach unten ausgehenden Wurzeln noch nicht die notwendige Mindesttiefe erreicht haben. Dort hat Fachmann Weihs in vielen Fällen Wurzeln lokalisiert. Es ist also bereits vor Baubeginn notwendig, die Planung anhand der Messergebnisse von Prof. Dr. Weihs zu überprüfen. Wo Wurzelschädigungen bereits jetzt absehbar sind, ist sie zu korrigieren. Wo notwendig, kann auch zusätzlich zu den bereits vorgesehenen Fahrbahnverengungen eine geringere Straßenbreite als geplant gewählt werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist daraufhin anzupassen. Ein derart herausragender Baumbestand ist es wert, solche Einschränkungen im Fahrkomfort hinzunehmen.