Grüne geben keine Empfehlung

„Welcher Bürgermeister vertritt grüne Inhalte?“

Wedemark (awi). Die Grünen der Wedemark werden keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen und auch keine Empfehlung für einen der beiden bisherigen Kandidaten der großen Parteien geben. „Wir empfehlen unseren Wählern, sich zu überlegen, welcher der Kandidaten wohl grüne Inhalte vertreten wird“, formulierten es Horst Menze und Angela Klingrad von den Grünen in einem Pressegespräch am Freitag. „Ein grüner Kandidat würde zwar gut grüne Politik nach vorne bringen, aber für die Wahl zum Bürgermeister würde es nicht reichen, da kümmern wir uns lieber um Inhalte“, stellten die Vertreter der Wedemärker Grünen fest.
An der rot-grünen Ratsmehrheit werde sich aber definitiv bis zur nächsten Kommunalwahl 2016 nichts ändern, egal ob der nächste Bürgermeister der CDU oder der SPD angehöre. „Es muss auf jeden Fall ein Bürgermeister für alle werden. Und schön wäre es, wenn er ein grünes Element im Hinterkopf hätte“, so Menze und Klingrad. Ratsfrau Angela Klingrad betonte: „Wir haben eine schöne rot-grüne Arbeit gemacht und die Wedemark nach vorn gebracht.“ Für die nächste Zeit möchten die Grünen der Wedemark den Focus mehr darauf richten, „dass es der Umwelt gut geht“. Das betreffe die Nutzung des Landschaftsraumes, Wasser, Erde und Luft und ganz besonders die Artenvielfalt. Damit werde es nämlich auch in der Wedemark langsam schlechter, gab Ludwig Uphues zu bedenken. „Und da müssen wir gegensteuern, wo wir können“, sind sich die Wedemärker Grünen einig. So machen sie sich jetzt für Ackerrandstreifen stark: „Die sind nämlich kaum noch irgendwo so breit, wie sie sein sollten.“ Und sie empfehlen Blühstreifen für Bienen. Uphues, der selber Imker ist, erklärt: „Durch die Vermaising gibt es immer weniger Bienenweide. Das müssen wir wieder ändern und dafür eng mit den Landwirten zusammenarbeiten.“ Man könne verschiedene Weidenarten anpflanzen und die Randstreifen der Wege verbreitern. In Zusammenhang mit Ausgleichmaßnahmen und dem Naturschutzrecht möchten die Grünen Korridore und Verbundsysteme für die Artenvielfalt schaffen. Die Wedemark könnte da ihrer Auffassung nach durchaus Vorreiter sein. Uphues verwies auch auf die Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Landesregierung. Darin sei eine landesweite Bienenweide verankert und Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen mache sich für einjährige Blühstreifen stark. Imker und Landwirte sollen zudem enger zusammenarbeiten: Wenn ein Imker einem Landwirt abzeichnet, Bienenblühstreifen angelegt zu haben, kriegt der Landwirt 100 Euro pro Hektar extra an Fördergeldern. „Eine tolle Sache“, finden die Wedemärker Grünen.