Grüne kritisieren CDU und FDP

Horst Menze (links) als Sprecher des GRÜNEN-Ortsverbandes und Ingemar Becker (vorne) und Wilhelm Lucka von der Ratsfraktion, hier vor einer Eiche bei der Bücherei in Bissendorf. Nicht nur dieser Baum braucht eine regelmäßige Kontrolle, ärgern sie sich über die Aussagen von CDU und FDP zur Stellenausschreibung für einen Baumkontrolleur.

„Stimmungsmache gegen Baumkontrolleur ist Wahlkampfgetöse“

Wedemark. Die Grünen in der Wedemark kritisieren die ihrer Ansicht nach unsachliche Art und Weise, in der CDU und FDP die Stellenausschreibung für einen Baumkontrolleur als Wahlkampfthema ausschlachten. Verwaltungsvorstand Joachim Rose hatte in der letzten Woche erklärt, dass sich die Stelle nicht auf die von den Grünen beantragte Baumschutzsatzung beziehe. Wider besseres Wissen werde also von CDU und FDP der Eindruck erweckt, dass damit einem Votum in der Bürgerbefragung zur Baumschutzsatzung vorgegriffen werde. Dies ziele nur darauf ab, die Bürgerinnen im Vorwahlkampf zu verunsichern, so die Grünen.
„Die Erfassung und laufende Kontrolle der gemeindeeigenen Bäume hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit, die Betreuung der gemeindeeigenen Grünflächen einschließlich der Spielplätze und die Durchführung der geltenden Baumschutzsatzung in Bissendorf-Wietze sind wesentliche Aufgaben, die auch den Wohnwert der Wedemark sichern. Sie können von dem vorhandenen schmalen Stamm zuständiger Mitarbeiter nicht in der notwendigen Quantität und Qualität geleistet werden. Schon jetzt müssen viele Aufgaben aus dem Bereich der Baumkontrolle an Firmen vergeben werden. Deshalb wurde ja auch die Stelle eines Baumkontrolleurs bei den Haushaltsplanberatungen zur Jahreswende in den Stellenplan aufgenommen. Die Stelle ist schlichtweg notwendig,“ sagte Wilhelm Lucka von der Ratsfraktion der GRÜNEN zu der derzeitigen Berichterstattung.
Eine neue Aufgabe sei die Durchführung der Satzung zur einstweiligen Sicherstellung der ortsbildprägenden Bäume. Diese werden damit vorläufig geschützt bis zu einer – wie auch immer gearteten – Entscheidung über eine Baumschutzsatzung. „Unser Ziel ist es, die alten ortsbildprägenden Bäume in den Ortslagen zu schützen und die Bürger dabei zu unterstützen. Dies haben die Grünen auch immer wieder klar gemacht. Hierbei ist das Ergebnis der Bürgerbefragung der entscheidende Ausgangspunkt für uns. Die großen alten Bäume zeigen uns sehr eindrucksvoll: wir bewegen uns in Orten mit einer langen Geschichte. Gerade diese wertvollen Bäume sind durch Eigentümerwechsel und Baumaßnahmen bei Verdichtungen und Umstrukturierungen der Orte gefährdet, auch wenn sie von ihren bisherigen Eigentümern noch wertgeschätzt und erhalten wurden. Und die Gefährdung beginnt nicht erst beim Fällen. Auch Bodenversiegelungen oder -verdichtungen bei den Bauarbeiten können einen Baum entscheidend schädigen. Wir wissen, dass ein großer Teil der Wähler einen Schutz dieser Bäume will und sehen der Bürgerbefragung daher zuversichtlich entgegen“, so Wilhelm Lucka.
Alles weitere werde in öffentlichen Sitzungen mit Bürgern diskutiert. „Völlig unverständlich für mich ist dieses Wahlkampfgetöse. Die Grünen der Wedemark werden diesen Stil im Wahlkampf nicht teilen. Wir werden informieren statt zu provozieren", sagte Fraktionsvorsitzender Ingemar Becker.